3D-Druck aus dem Baukasten

Fischertechnik hat an der Spielwarenmesse in Nürnberg einen 3D-Drucker aus einem Baukastensystem präsentiert. Diese Lösung schafft die einzigartige Möglichkeit, aus bekannten Bauelementen des Konstruktionsbaukastens einen eigenen 3D-Drucker zu konstruieren und dabei die Funktionsweise zu verstehen. Zudem ermöglicht es der einfach zu bauende und stabile 3D-Drucker, aus CAD-Daten Produkte wie eine Aufbewahrungsbox selbst herzustellen und die fischertechnik Modelle damit zu ergänzen. Der Baukasten mit 600 Bauteilen wird ab Juni für 699,95 Euro im Handel angeboten. Er ist empfohlen für Jugendliche ab 14 Jahren.

Ein Flugzeugbauer stellt im 3D-Druckverfahren bereits Kabinenelemente her, ein Sportartikelhersteller produziert Sohlen für Laufschuhe, Modeunternehmen drucken Kleidungsstücke. In der Wissenschaft und der Industrie gilt die vor etwa 30 Jahren erfundene Technologie als Produktionsverfahren mit großer Zukunft. Seit 2009 ist die Technologie auch für private Anwendungen verfügbar.

„Mit dem Baukasten setzt fischertechnik erneut einen Trend bei Baukastensystemen und beweist, wie innovativ die Marke auch nach Jahrzehnten ist“, betont Marcus Keller, Geschäftsführer der fischertechnik GmbH. Der Baukasten ist aus den bekannten fischertechnik Bauteilen in Zusammenarbeit mit dem 3D-Druck-Spezialisten German RepRap GmbH bei fischertechnik entwickelt worden.

Bei dem Druckprozess wird ein drahtförmiger Kunststoff (PLA), das sogenannte Filament (1,75 mm Durchmesser), in einer beheizten Düse erhitzt, um dann verflüssigt durch eine Bohrung mit nur 0,5 mm Durchmesser in einer Schichtdicke von 0,1 mm aufgetragen zu werden. Schicht für Schicht werden so die Konturen übereinander ausgedruckt. Der 3D-Drucker von fischertechnik kann einfarbige Gegenstände, wie eine gebrauchsfähige Dose ausdrucken. Entsprechend der Größe und der Komplexität des Gegenstandes nimmt der Prozess unterschiedlich viel Zeit in Anspruch.

Der Druckprozess wird mit einem 3D-Controller gesteuert. Dieser beinhaltet neben einem Atmel Microcontroller, eine USB-Schnittstelle für den Computer, vier Schrittmotorentreiber für die X-, Y- und Z-Achsen, den Extruder, einen Leistungsausgang für die beheizte Düse des Extruders, Anschlüsse für drei Endschalter und einen Temperatursensor und eine DC-Buchse für eine 19-Volt-Spannungsversorgung.

In dem Komplettset mit 600 fischertechnik Bauteilen sind vier drehmomentstarke Schrittmotoren, drei Minitaster, eine beheizte Düse mit Temperaturüberwachung, ein Druckbett mit Druckplatte und ein Schaltnetzteil zur Stromversorgung enthalten. Für die ersten Probedrucke wird ein hochwertiges Filament mitgeliefert, das auch in den typischen fischertechnik Farben bestellt werden kann.

Die im Baukasten enthaltene Druckersoftware (CD-ROM) für Computer mit den Betriebssystemen Windows 7, 8 und 10 ist speziell auf den fischertechnik 3D-Drucker abgestimmt. In der Bibliothek der Software sind zahlreiche fertige Druckbeispiele als druckfähige G-Codes gespeichert.

Bild: Fischertechnik hat kürzlich an der Spielwarenmesse in Nürnberg erstmals einen 3D-Drucker aus einem Baukastensystem vorgestellt. Quelle: fischertechnik GmbH

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