Die Juroren vergaben den ersten Platz für einen Leichtbauroboter, der gemeinsam von KUKA und dem DLR-Institut für Robotik und Mechatronik entwickelt wurde. "Nach einer gemeinsamen, mehrere Jahre dauernden Entwicklung hat die Technologie nun einen Reifegrad erreicht, der völlig neue Roboteranwendungen ermöglicht, beispielsweise in der Produktion, im Dienstleistungsbereich oder in der Medizin.", kommentiert Martin Hägele, Leiter der Abteilung Robotersysteme am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart.
Der KUKA-DLR Leichtbauroboter (LBR) ist dem menschlichen Arm nachempfunden: die Entwickler legten Wert auf Sensivität und Nachgiebigkeit. Gleichzeitig ist er einfach und sicher zu programmieren, was den LBR ideal für Aufgaben macht, die einer engen Mensch-Roboter Interaktion bedürfen. Dank seines relativ geringen Gewichts ist er einfach zu transportieren und energiesparend, was ihn auch für mobile Roboteranwendungen einsetzbar macht.
Dr. Ralf Koeppe, Leiter Forschung und Entwicklung bei KUKA Laboratories, der den Preis gemeinsam mit Dr. Alin Albu-Schaeffer (DLR) stellvertretend für die DLR- und KUKA-Entwickler-Teams entgegennahm, sagte: "Unser Ziel ist es, die Zusammenarbeit von Menschen und Robotern zu ermöglichen. Man kann unseren LBR völlig gefahrlos berühren, dank der Kraft-Momentenregelung in den Robotergelenken. Es ist uns mit dem LBR gelungen, Sicherheit mit Kraft und Feingefühl zu verbinden und einen Roboter zu entwickeln, der durch einfaches Führen des Anwenders programmierbar ist und trotzdem millimetergenau agiert. Darüber hinaus ist der LBR der erste Roboter, der zukünftig als sicher eingestuft und ohne Schutzzaun direkt gemeinsam mit dem Anwender eingesetzt werden kann - ein historischer Meilenstein. Wir sind uns sicher: Mit dem LBR stehen KUKA völlig neue Anwendungen und Märkte offen!"
Der zweite Preis ging an SIMone, ein auf Robotertechnologie basierender interaktiver Geburtstssimulator, der gemeinsam von der der ETH Zürich, der TU München und 3B Scientific zu Trainingszwecken für Ärzte entwickelt wurde. SIMone soll die Rate von Kaiserschnitten und zerebralen Lähmungen verringern, die infolge falschen Anlegens von Zange und Saugglocke auftreten. Herzstück von SIMone ist eine kraftgeregelte Kinematik, die die Bewegung des Babykopfes im mütterlichen Becken und im Geburtskanal realitätsnah simuliert. Der Simulator ist mit Positions- und Kraftsensoren ausgestattet, welche die Zug- und Drehkräfte messen, die durch den Gebrauch der Zange oder Saugglocke auf den Kopf des Babys einwirken. Das physiologische Modell berücksichtigt Kräfte, die durch Reibung, Gewebeelastizitäten, Wehen, Kontraktion der Gebärmutter und Versuche des Geburtshelfers, das Kind herauszuziehen, entstehen. 3B Scientific hat bereits 50 Geburtssimulatoren verkauft, die weltweit zum Training angehender Mediziner eingesetzt werden.
Die anderen Finalisten des euRobotics Technology Transfer Awards waren: Fits.me, ein estländisches start-up Unternehmen, das gemeinsam mit den Universitäten Tallinn und Tartu eine Online-Anprobe für Kleidung entwickelt hat; Surgenius, ein Operationsroboter, der gemeinsam von Surgica Robotica und der Universitäten von Verona entwickelt wurde; und Workerbot, einen dem Menschen nachempfundenen zweiarmigen Roboter für die industrielle Handhabung und Montage, der einer Forschungskooperation von pi4_robotics und dem Fraunhofer Institut für Produktionssysteme, IPK, entstammt.
"Noch nie waren so viele verschiedene Robotikbereiche vertreten im Finale des Technology Transfer Award! Dies verdeutlicht, wie die Robotik in immer mehr Branchen und Märkte vordringt.", sagte Henrik A. Schunk, Geschäftsführender Gesellschafter der SCHUNK GmbH und Vorsitzender von EUnited Robotics. Auch Martin Hägele vom Fraunhofer IPA, der den TechTransfer Award zum 8. Male organsierte, zeigte sich erfreut über die Vielfalt der vorgestellten Roboterlösungen: "Der TechTransfer Award belegt eindrucksvoll, in welch unterschiedlichen Anwendungsfelder Roboter genutzt werden und wie viele interessante Produktchancen sich durch die Nutzung innovativer Robotertechnologien bieten".
Das Finale des Technology Transfer Award war einer der Höhepunkte des European Robotics Forum. Unterstützt von der Europäischen Kommission durch die euRobotics Coordination Action, trafen sich rund 340 Experten aus der europäischen Industrie und Wissenschaft, Investoren und Jungunternehmer, um die neusten Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen zu diskutieren. Das Motto des European Robotics Forum 2011 war "Enabling innovation - from research to products". Die Finalrunde des Tech Transfer Award rückte fünf Beispiele für erfolgreiche Technologietransfers in den Blickpunkt der Forumsteilnehmer, die damit animiert werden sollen, mehr dafür zu tun, Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte zu überführen.
Der Technology Transfer Award der europäischen Robotik wird seit 2003 jährlich verliehen, um den Technologietransfer von der Wissenschaft in die Industrie voran zu treiben.
Weitere Informationen: www.kuka.com
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