Anschlussklemmen mit Push-in-Technik: Holzbearbeitungsmaschinen schneller verdrahten

Von Stefan Schröder

Weinig ist Weltmarktführer im Bereich Massivholz-Bearbeitungsmaschinen und schlüsselfertige Produktionsanlagen für Industrie und Handwerk. Das Unternehmen mit Sitz in Tauberbischofsheim beschäftigt 2.100 Mitarbeiter und ist auf allen Kontinenten präsent. Der Exportanteil liegt bei 83 Prozent.

Produktionszeit wird kürzer

Seit über 100 Jahren steht der Name Weinig für Qualität und Fortschritt bei der Holzbearbeitung. Neben dem erfolgreichen Serienmaschinenbau bietet das Unternehmen seinen Kunden zunehmend auch maßgeschneiderte Systemlösungen. Rund 900 Mitarbeiter in Deutschland planen und fertigen nach Kundenwunsch im Schnitt vier Sondermaschinen und Anlagen pro Tag.
Die Zeit für die Umsetzung der immer anspruchsvolleren Kundenwünsche wird für das Maschinenbau-Unternehmen immer kürzer. Daher wird bei sämtlichen Komponenten, die in der Anlage verbaut werden, neben der Qualität auch zunehmend die Zeitersparnis bei der Produktion der Anlage in Betracht gezogen. Das gilt besonders für die Verdrahtung – hier setzt Weinig auf die schnell und einfach zu verdrahtenden Push-in-Anschlussklemmen aus dem Reihenklemmen-Programm Clipline complete.

Einfach werkzeuglos verdrahten

Gerhard Göbel leitet den zentralen Schaltanlagenbau bei Weinig. Mit seinen 80 Facharbeitern fertigt er in nur acht bis fünfzehn Tagen eine komplette Schaltanlage für eine kundenspezifische Sondermaschine oder Anlage. Die Standardisierung der Grundfunktionen im Schaltschrank gehört hier genauso zu den Erfolgsfaktoren wie der optimal durchstrukturierte Fertigungsprozess, bei dem die Schaltanlagen von der Einzelteil-Kommissionierung über die Vormontage bis zur Fertigmontage im Fluss aufgebaut werden. „Damit wir unsere Schaltanlagen schnell und einfach und dennoch zuverlässig verdrahten können, nutzen wir die Vorteile der Push-in-Anschlussklemmen von Phoenix Contact“, erläutert Göbel. „Auch kleinste Leiter mit Aderendhülse lassen sich ohne Werkzeug einfach in den Klemmraum einführen. Das spart uns bei der hohen Zahl der Verdrahtungspunkte in der Steuerung viel Zeit.“ Die spezielle Federkontur der Push-in-Reihenklemme erlaubt ein direktes und bequemes Stecken von Leitern ab 0,34 mm². Die erforderlichen Leitereinsteckkräfte sind um 50 Prozent geringer als bei herkömmlichen Push-in-Reihenklemmen. Für die Kontaktierung von flexiblen Leitern ohne Aderendhülse wird der Klemmraum mit Hilfe des Betätigungsdrückers geöffnet. Dieser schützt – anders als bei Klemmen ohne Betätigungsdrücker – die Klemmstellen auch vor Beschädigung bei Fehlbedienung.

Keine Verdrahtungsfehler mehr

Die komplette Steuerungsverdrahtung der Holzbearbeitungsmaschinen wird über kompakte Doppelstockklemmen in Pultbauform unten im Schaltschrank aufgelegt. Später – beim Vor-Ort-Aufbau beim Kunden – wird die Maschine dann durch direktes Stecken schnell und sicher mit dem Schaltschrank verbunden werden. Die beiden großflächigen Beschriftungsmöglichkeiten bieten eine gute Übersichtlichkeit, und der orangefarbene Betätigungsdrücker der Push-in-Anschlusstechnik verhindert ein Fehlstecken bei der Verdrahtung. „Die Einführtrichter für den Leiter sind deutlich zu erkennen“, so Göbel, „Verdrahtungsfehler kommen nicht mehr vor.“
Auf beiden Etagen der Doppelstockklemmen steht ein doppelter Funktionsschacht zur Verfügung. So lassen sich alle Aufgaben der Potenzialverteilung zeit- und kostensparend bewältigen – mittels Steckbrücken aus dem System Clipline complete. Frei konfektionierbare Prüfadapter kontaktieren ebenfalls in den Funktionsschächten. So lassen sich die Schaltanlagen einfach mit dem Prüffeld verbinden.
Weinig-Maschinen kommen auf der ganzen Welt zum Einsatz. „Internationale Zulassungen setzen wir bei den Push-in-Reihenklemmen voraus“, erläutert Göbel. „Sowohl im Anlagenbetrieb als auch beim Transport zum Kunden sind die Kontaktstellen Schock- und Vibrationsbelastungen ausgesetzt. Hier bieten uns die Push-in-Reihenklemmen eine hohe Sicherheit.“ Für den Einsatz in allen Branchen und Märkten wurden die Push-in-Reihenklemmen nach der IEC 60947-7 konzipiert. UL- und CSA-Zulassungen für den US-amerikanischen Markt und branchenspezifische Zulassungen für die Verkehrs- und Verfahrenstechnik nach IEC-EX sowie Zulassungen aller gängigen Schiffsbau-Register stehen zur Verfügung. Die Werksnorm bei Weinig schreibt eine Leiterbehandlung mit Aderendhülse vor – für den Spleißschutz der flexiblen Leiter. Göbel: „Mit dem mobilen Abisolier- und Crimp-Automat sparen wir viel Zeit, und unsere Facharbeiter können sich schon wieder anderen Aufgaben zuwenden.“

Markierungssystem integriert

Die Maschinen und Anlagen von Weinig werden immer komplexer. „Eine sorgfältige und detaillierte Kennzeichnung von Anlagenteilen, Klemmen, Leitern und Kabeln ist eine wichtige Voraussetzung für den schnellen fehlerfreien Aufbau und eine wirtschaftliche Inbetriebnahme“, so Göbel. „Immer mehr Informationen auf den Komponenten, Leitern und Anlagenteilen müssen dokumentiert werden.“
Mit „Marking system“ setzt Weinig ein flexibles System zur Beschriftung ein. Es umfasst eine breite Palette hochwertiger Markierungsmaterialien, die Software „Clip Project“ sowie Drucker mit unterschiedlichen Drucktechniken. Clip Project kommuniziert per bidirektionaler Schnittstelle mit den führenden CAE-Systemen, damit sich die Arbeit auch bei zunehmender Komplexität einfach gestaltet. Per Mausklick werden die Markierungsdaten aus den CAE-Daten der Stromlaufpläne importiert und für den Ausdruck auf das jeweils geeignete Beschriftungsmaterial bereitgestellt. Dann sorgt ein Drucker – zum Beispiel der Bluemark High-Speed-UV-Drucker – für ein hochwertiges Schriftbild. „Zeitraubende manuelle Eingaben und daraus resultierende Fehler entfallen“, so Göbel. „Die gesamte Prozesskette wird einfacher und effizienter - von der Planung bis zur fertig beschrifteten Anlage.“

Fazit

Weinig spart mit den Push-in-Anschlussklemmen von Phoenix Contact Platz und Zeit beim Anlagenaufbau. Die Verdrahtungszeit reduziert sich durch den einfachen und schnellen Leiteranschluss. Ausschlaggebender Grund für den Einsatz der Push-in-Reihenklemmen von Phoenix Contact ist der Leiteranschluss ohne Spezialwerkzeug – sowohl in der Werkstatt als auch beim Anlagenaufbau beim Endkunden. Weinig setzt auf diese schnelle Anschlusstechnik und hat seine Fertigungsprozesse von der Leitervorbehandlung mit automatisierten Crimp- und Abisolier-Automaten bis hin zur direkten Übernahme der Beschriftungsdaten der Anlage aus dem CAE-System mit dem Beschriftungssystem von Phoenix Contact optimiert. „High-Tech-Sondermaschinen in kürzester Zeit nach allen Wünschen des Kunden umzusetzen – das ist unser Anspruch“, so Göbel, „und dazu benötigen wir die besten Komponenten auf dem Markt.“  (anm)

  • Strukturoberflächen liegen im Trend – ihre High-Tech-Holzbearbeitungsmaschinen verkabelt die Weinig Group AG mit Push-in-Anschlussklemmen von Phoenix Contact.
  • Kompakte und Platz sparende Doppelstockklemmen verbinden die Schaltschränke mit den Maschinenteilen – großflächige Beschriftungsmöglichkeiten sorgen für die Übersichtlichkeit.
  • Mit dem Abisolier- und Crimp-Automaten CF 3000 werden Leiter in einem Arbeitsgang in Sekunden abisoliert und mit Aderendhülsen versehen.
  • Mit „Marking system“ nutzt Weinig ein durchgängiges Beschriftungssystem für die komplette und hochwertige Schaltanlagen- und Maschinen-Kennzeichnung.
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