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Innengestaltung mit Biss
KaVo ist der weltweit führende Spezialist für alles, was mit Zähnen zu tun hat. Getreu dem Leitmotiv "Dental Excellence" dreht sich bei den Oberschwaben alles um die hochwertige Ausstattung anspruchsvoller Zahnarztpraxen und Zahnlabore. Zur Einrichtungsplanung setzt das Unternehmen auf die Software Revit Architecture – und ist von dessen Möglichkeiten überzeugt.
von André Stark & anm


Beschaulich liegt das Städtchen Biberach zu beiden Seiten der Riß in Oberschwaben. Zwischen der mittelalterlichen Architektur und dem gotischen Turm der alten Pfarrkirche St. Martin stoßen Besucher an allen Ecken und Enden auf geschichtsträchtige Orte und beeindruckende Kunstwerke. Doch Biberach ist mehr als nur eine alte Reichsstadt, es ist auch eine Oase des Fortschritts: Einige weltweit agierende Unternehmen haben hier ihren Sitz und veranschaulichen die gelungene Symbiose aus Tradition, Innovation und prosperierender Wirtschaft. Eines der interessantesten Unternehmen vor Ort ist die Kaltenbach & Voigt GmbH, kurz KaVo. Der internationale Hersteller von Einrichtungen und Instrumenten für Zahnarztpraxen und Dentallabore ist in seinem Bereich Marktführer. Über 3.300 KaVo-Mitarbeiter arbeiten auf der ganzen Welt am ständigen Fortschritt in der Zahnheilkunde. Sie entwickeln bessere Bohrer, konstruieren neue Dentalstühle oder richten gleich ganze Zahnkliniken mit den eigens dafür entwickelten Instrumenten ein. "Vom leidlich bekannten Bohrer in allen Variationen über brandaktuelle 3D-Röntgengeräte für dreidimensionale Aufnahmen des Oralbereichs bis hin zu den Einrichtungen der Praxen und Labore entwickelt und fertigt KaVo das gesamte Equipment für Zahnmedizin und Zahntechnik", erläutert Tobias Schulte- Derne, Bereichsleiter Projekteinrichtungen.


Alles aus einer Hand
Im Überblick: Dentallabor in der 3D-Ansicht.
Die Schwaben stellen die Produkte nicht nur her, sie bauen diese auch gleich ein. KaVo sichert dadurch eine Innengestaltung, die speziell auf die eigenen Erzeugnisse abgestimmt ist und mit diesen Hand in Hand geht. Dafür arbeitet das Unternehmen eng mit dem Endkunden zusammen, richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten, den speziellen Kundenwünschen und bezieht außerdem die kompletten Arbeitsabläufe eines Zahnarztes in die Planung mit ein. "Wir planen und gestalten die Inneneinrichtung für ganze Zahnkliniken, zum Beispiel die Neueinrichtung der Klinik und Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten der Ludwig-Maximilians-Universität München", so Schulte-Derne. Durch die Planung und den Einbau von rund 200 komplett ausgestatteten Behandlungseinheiten wurde die Zahnklinik zu der modernsten ihrer Art auf der ganzen Welt.
Seit Anfang 2007 plant KaVo mit Revit Architecture. Von den ersten Planungen über die Grundrisszeichnung, den 3D-Entwurf und die Visualisierung bis hin zur Stückliste: "Wir sind jetzt komplett durchgängig – vom ersten Planungsschritt bis zum Zeitpunkt, wenn die Daten aus der Stückliste zur Fertigung an unser SAPSystem übergeben werden", freut sich Schulte-Derne. Durch den Wechsel zu Autodesk wurde auf Anhieb der Einsatz von zwei weiteren Programmen überflüssig. Musste früher neben dem Zeichenprogramm für die Installationsplanungen und einem weiteren Programm für Entwurfsskizzen auch noch ein eigenes Visualisierungstool eingesetzt werden, so geht jetzt alles mit einer Software. Das bedeutet für die Entwurfsplanung bei KaVo in erster Linie eine enorm gesteigerte Effizienz. Bis zu einem Fünftel an Zeit spart der Dentalspezialist durch den Umstieg auf die neue Architekturlösung ein. Die Anforderungen, die KaVo an eine Planungssoftware stellt, sind den Besonderheiten des Praxisbaus geschuldet. Die Innengestaltung einer Zahnarztpraxis richtet sich maßgeblich nach drei Faktoren: Den Anforderungen des Zahnarztes, den räumlichen Vorgaben und schließlich nach den immer wieder zu verbauenden Teilen wie Stühlen, Schränken oder Geräten. Mit Revit lassen sich diese variablen Vorgaben optimal einbeziehen. Durch die Visualisierung kann der Auftraggeber jederzeit in die Planung integriert werden und seine fachspezifischen Anforderungen an den Arbeitsplatz sowie seine ergonomischen Vorstellungen in die Pläne einfließen lassen. Auch die lokalen Gegebenheiten oder die zu verbauenden Teile wiederum lassen sich mit Revit ideal verarbeiten. Durch Kollisionsprüfungen, Entwurfsoptionen oder die Bauteillisten kann auf die unterschiedlichsten Voraussetzungen reagiert und durch das umfangreiche Änderungsmanagement den Unwägbarkeiten des Praxisbaus begegnet werden.


Viele große Familien
Doch die ganze Bandbreite der Vorteile zeigt sich erst im täglichen Einsatz. Um so effektiv wie möglich mit der neuen Softwarelösung arbeiten zu können, wurden nahezu alle zu verplanenden Produkte in der Datenbank von Revit erfasst. Unzählige Produkte, beispielsweise die gesamte Palette an Behandlungsstühlen, wurden dreidimensional mit allen Funktionen und Drehmöglichkeiten als Standardmodell eingegeben. Somit ist insgesamt ein Fundus von knapp 3.000 angelegten Familien entstanden. Sie bilden die Basis für alle Gebäudekomponenten, die in Revit erstellt werden. Sie bieten ein flexibles Grafiksystem für die Entwicklung von Entwurfsideen und die Formgebung. Die Komponenten lassen sich sowohl für das Generieren von grundlegenden Gebäudebestandteilen wie Wänden und Säulen als auch von detaillierten Komponenten wie Möbel und Ausstattung verwenden. Dadurch erklärt sich das Interesse KaVos am doch recht aufwändigen Aufbau der eigenen Familien. Beispielsweise sind zu verplanende Behandlungseinheiten, die auf verschiedenste Arten konfiguriert werden können, einerseits praktisch, andererseits aber auch sehr kostenrelevant, wenn hier kurzfristige Änderungen bei der Planung vorgenommen werden müssen. Die Planer bei KaVo haben nun verschiedenste Behandlungseinheiten zur Auswahl, die innerhalb kürzester Zeit durch wenige Mausklicks gewechselt werden können – je nachdem, was gewünscht ist und was der Raumgeometrie am besten entspricht. Dadurch kann man auch auf individuelle Kundenwünsche noch besser und schneller eingehen.


Mit viel Übersicht
Erster Eindruck: Visualisierung.
Die Planer profitieren auch von der bidirektionalen Assoziativität in Revit. Denn sämtliche Daten zu einem Gebäudeprojekt werden an zentraler Stelle gespeichert und bei Änderungen im gesamten Modell aktualisiert. So ist man immer auf dem aktuellsten Stand, auch wenn sich die Pläne ändern. Das betrifft nicht nur die Behandlungseinheiten. Die gesamte Verarbeitung der Labore, Praxismöbel und dentaler Systeme gestaltet sich über die Datenbanken einfacher und effizienter. Außerdem können die Instrumentarien und Möbel sehr schön und automatisch über die Stückliste ausgewiesen werden, egal ob auf der Zeichnung oder separat in den verschiedenen Ansichten. Das erlaubt es, allein über die Stücklisten schon eine grobe Kostenschätzung vorzunehmen.
Ein weiterer Vorteil: Die Familien sind jetzt so bezeichnet, wie die Produkte und Bauteile in Wirklichkeit heißen. Die früher üblichen Abkürzungen gehören damit der Vergangenheit an, was den Alltag der Planer vereinfacht. Manfred Geldien, Projektplaner bei KaVo, resümiert: "Gerade auch bei den Großprojekten profitieren wir von dem Einsatz der Familien. In Zahnkliniken stehen mitunter zwanzig oder mehr Dentalstühle nebeneinander. Wünschte der Kunde früher eine Änderung des ursprünglich eingeplanten Modells, waren wir gezwungen, jeden Stuhl manuell umzuändern. Heute sieht das ganz anders aus. Wir markieren alles, ersetzen in der Datenbank den Stuhl, und der wird dann automatisch in allen Ansichten der gesamten Zeichnung geändert."


3D überzeugt
Ein weiteres wichtiges Argument waren für die Entscheider bei KaVo die überzeugenden 3D-Ansichten, und das nicht nur, weil sich diese sehr schnell erstellen lassen. Gerade auch in der engen Zusammenarbeit mit den Kunden zeigt sich der Nutzen. Als KaVo vor kurzem die Inneneinrichtung der Kreativklinik in Budapest plante, konnte sich der Auftraggeber anfangs noch wenig unter den Entwürfen vorstellen. Für seine Privatklinik wurde eine Einrichtung mit mehreren Behandlungseinheiten und einem Labor geplant. Durch die dreidimensionale Visualisierung ließ sich der Kunde dann leicht in den Planungsprozess mit einbeziehen. Ohne großen Mehraufwand wurden die Polsterfarben der Dentalstühle verändert oder die Frontfarben der Schränke getauscht, bis sie den Vorstellungen des Auftraggebers entsprachen.
Geplant wird bei KaVo übrigens komplett vernetzt. Die gesamten Projekte und Objekte liegen alle auf dem Netzwerk. Die Planer selbst arbeiten mit Laptops sowohl vor Ort als auch im Office. Dabei profitieren sie unter anderem von den hervorragenden Import-Export-Funktionen: Die Datenübergabe an andere Architekten funktioniert reibungslos – vor allem auch ein entscheidendes Kriterium, was die weltweiten Projekte von KaVo angeht. Durch die weite Verbreitung und die dynamischen Kommunikationsmöglichkeiten von Revit lassen sich Daten mühelos austauschen. Ob es um die Integration von Architekten auf einem anderen Kontinent oder von Projektmitgliedern ohne CAD-Kenntnisse in den Prüfund Abstimmungsprozess geht, die umfangreichen Möglichkeiten von Revit erlauben eine lückenlose Zusammenarbeit. "In der Vergangenheit hatten wir mitunter Probleme mit der Kompatibilität, da wir mit einem Planungsprogramm gearbeitet haben, das nicht so weit verbreitet war. Dank unserer Entscheidung für Revit sind wir hier nun durchgängiger", resümiert Schulte-Derne zufrieden.


Fazit
Der Wechsel auf ein neues Architekturprogramm hat sich für den Dentalspezialisten gelohnt. Die Planung ist nun komplett durchgängig, die großen Datenbanken erleichtern das Gestalten merklich und die schnellen Visualisierungen helfen nicht zuletzt dabei, den Kunden in den gesamten Prozess zu integrieren und zu überzeugen. Tobias Schulte-Derne erklärt: "Die 3D-Leistungen von Revit sind natürlich beeindruckend. Doch Revit ist ja nicht nur 3D. Auch ganz normale Planungs- und Zeichnungstätigkeiten, zum Beispiel Installationsplanerstellung, Werkplanung oder ähnliches, lassen sich mit Revit ebenfalls hervorragend umsetzen. Im Endeffekt sind wir durch den Wechsel nun um bis zu 20 Prozent effektiver."


Rainer Trummer,
Chefredakteur
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