PLM-Lösung: Richtig kommunizieren

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PLM-Lösungen sind heute oftmals stark auf die Verwaltung von 3D-CAD-Daten ausgerichtet und damit vorwiegend für Konstrukteure nutzbar. Personengruppen in der Produktion, im Einkauf, Produktservice und Support sind üblicherweise nicht in der Lage, mit allen Informationen zu arbeiten, die ins PLM-System einfließen. Häufig fehlt es am Zugang zu dem jeweiligen Authoring-Tool oder einem geeigneten Viewer. Das begrenzt die Fähigkeit von Mitarbeitern, an bestimmten geschäftskritischen Prozessen teilzuhaben.

E-Mail tonangebend

Mitarbeiter übermitteln Anmerkungen zu Produktdaten immer noch vorwiegend per E-Mail und Datei-Anhängen. Ebenso teilen sie Dokumente zum Teil auf gemeinsamen Netzwerk-Laufwerken. Das ist zwar ein Fortschritt, bezogen auf Papierdokumente, Meetings und Telefonate, der Kommunikationsansatz reicht aber nicht aus: Zusammenhänge bleiben unklar, und ein tieferer Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsbereiche der anderen Beteiligten fehlt. Außerdem lassen sich beispielsweise bei E-Mails keine Zugangsrechte graduell definieren. Dadurch werden Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt. Unternehmenslösungen wie ERP und Dokumentenmanagementsysteme fungieren als isolierte Silos, die sich auf fertige Dokumente oder Produktionsdaten fokussieren, unfertige Erzeugnisse (WIP) indes vernachlässigen und so Verfahrens­prozesse nur beschränkt modellieren können. Produktdatenmanagement(PDM)-Lösungen zielen auf einige dieser Herausforderungen der Kollaboration, indem sie WIP- und Verfahrensmodellierung unterstützen. Gleichzeitig begrenzen aber Computing- und Lizenzierungsanforderungen aufgrund fehlender oder aufwendiger Skalierbarkeit einen breit angelegten Einsatz – Lizenzen für jeden Mitarbeiter im Unternehmen sind meist schlicht zu teuer und nicht kurzfristig genug bereitzustellen.

Vielzahl von Interfaces

Anwender stehen heute vor einer gigantischen Vielfalt an Werkzeugen für Kommunikation und Zusammenarbeit. Zu den klassischen Endgeräten wie Desktop-PC und Laptop kommen mobile Devices, Smartphones und Tablets mit ihren Apps. Dadurch sind völlig neue Wege möglich geworden, Daten auszutauschen und zu kommunizieren. Business-Lösungen in der Cloud sind heute für mehr Mitarbeiter erreichbar. Darüber hinaus stellt PLM-Software Verbindungen zwischen einzelnen Datenquellen her und erleichtert die Verwaltung produktbezogener Prozesse.
Allerdings gibt es auch eine Kehrseite dieser positiven Entwicklung: Inzwischen existieren zu viele verschiedene Werkzeuge mit unzähligen unterschiedlichen Schnittstellen. Die Folge ist ein verwirrendes Durcheinander, für Anwender sind die Lösungen schlecht bedienbar. Davon sind besonders solche Mitarbeiter betroffen, die wenig Bezug zu CAD haben.

3D-Collaboration

Zunächst haben die Bereiche im Unternehmen, die mit der Produktentwicklung in Berührung kommen, ihre Anstrengungen auf die 3D-Kollaboration konzentriert. Sie wollten Zeichnungen verbannen und Erläuterungen direkt im 3D-Modell ermöglichen. Im Endeffekt ist die Kommunikation weiterhin häufig über viele unverbundene Kanäle und Tools verteilt, was zu Fehlkommunikation zwischen den verschiedenen Abteilungen (mechanisch, elektronisch, Software) und Business-Funktionen wie Engineering, Produktion, Qualitätsmanagement und Einkauf führt. Diese Hürden werden vor allem sichtbar, wenn die Zusammenarbeit auf Zulieferer und Kunden ausgeweitet wird.
Viele Unternehmen wechseln zu PDF, um diese Entwicklung in den Griff zu bekommen. PDF ist allgegenwärtig und das Format ist ein offener ISO-Standard, der komplexe Produktdaten über Unternehmensgrenzen hinweg verfügbar macht. Das 3D-PDF mit PRC (Product Representation Compact) ist ein hoch komprimiertes 3D-Datenformat mit akkurater Geometrie, um 3D-Daten in eine PDF-Datei einzubetten. Das PDF-Format kann vielseitiger als viele andere nur auf 3D ausgelegte Formate genutzt werden, weil es zusammengesetzte Dokumente unterstützt, die Text, 2D- und 3D-Daten umfassen. Das PDF-Format senkt die Eintrittshürden und ermöglicht es, 3D mitsamt 2D, Microsoft Office und anderen Datentypen innerhalb der Organisation zu teilen, ohne dass proprietäre Formate oder spezialisierte Viewer nötig wären. Dies verbessert die Kollaboration über die Organisation hinweg.

Kommunikation im Kontext

Mit Aras Innovator 11 lassen sich Ad-hoc-Produktdiskussionen innerhalb des Kontextes der Produktstruktur visuell und textlich abbilden. Die Fähigkeit heißt Visual Collaboration und ist Teil der zugrunde liegenden Plattform.
Anwender können mit der Lösung Inhalte einfach anschauen, Markups vornehmen und Kommentare im Kontext des PLM-Gegenstandes hinzufügen. Die Anwendung läuft vollständig im Browser. Sie ermöglicht das Anschauen und Markup von allen Datentypen, einschließlich Text, Bildern, 2D- und 3D-Daten. Sie nutzt PDF einschließlich 3D PDF/PRC als neutrales Format. Die Kommentar- und Markup-Information werden im Kontext der Produktkonfiguration erfasst und sind sichtbar für andere Anwender mit entsprechender Freigabe. Eingegebene Kommentare werden in der Datenbank gespeichert, so dass sie durchsuchbar sind und in Reports aufgenommen werden können. Alleinstehende Diskussionen werden ebenso unterstützt.
Out-of-the-Box-Fähigkeiten von Visual Collaboration schließen einen Kommentarverlauf zugehörig zu BOMs, Bauteilen, Modellen, Zeichnungen, Dokumenten und Änderungsprozessen im Unternehmen ein. Das PLM-Sicherheitsmodell steuert die Sichtbarkeit und Teilhabe an Diskussionen vor dem Hintergrund, kritisches geistiges Eigentum zu schützen, was bei vielen anderen sozialen Anwendungen fehlt. Unter Nutzerauthentifikation versteht man, dass jeder ausnahmslos bekannt ist, so dass alle Teilnehmer vertrauensvoll zusammenarbeiten können.
Aras Innovator 11 bietet einen Konventierungsdienst, der im Hintergrund automatisch 2D- und 3D-PDF-Dokumente aus den meisten bekannten Authoring-Tools erstellt, einschließlich MCAD, ECAD und Microsoft Office. Metadaten, Text, 2D- und 3D-Daten können dynamisch kombiniert werden, um ein PDF-Dokument zu generieren. In Einklang mit der Philosophie von Aras – Offenheit, Flexibilität und Anpassbarkeit  – ist Visual Collaboration konfigurier- und erweiterbar. Die Kommentarfunktion kann auf Objekt­ebene ein- und ausgestellt werden. Die Lösung lässt sich über die Aras-Innovator-Funktionalität hinweg erweitern, einschließlich benutzerdefinierter Datentypen, Formulare und Workflows. Zudem kann sie in andere Enterprise-Systeme integriert werden, weil sie in die Plattform als ein Kernservice eingebunden ist.

Einschreiten, bevor es zu spät ist

Ein Ingenieur in der Herstellung kann zum Beispiel einfach eine 3D-Ansicht eines Montagemodells anschauen und Markups im Diskussions­thread hinzufügen, um seine Kollegen auf einen potenziellen Produktionsfehler aufmerksam zu machen.
Visual Collaboration von Aras basiert auf HTML5 und kann daher komplett im Browser agieren – ohne zusätzliche Installationen oder Plug-ins. Die Technologie ist geeignet für globale Unternehmen mit zahlreichen Niederlassungen und der Notwendigkeit, Zulieferer sowie externe Hersteller und Entwicklungspartner überall auf der Welt anzubinden. Visual Collaboration ist für alle Aras-Subscriber ohne zusätzliche Kosten verfügbar.
Das offene PDF-Format mit 3D-Visualisierung und präziser Geometrie mit 3D-PDF/PRC vereinfacht vielerlei Arbeitsschritte beim gemeinsamen Arbeiten. Visual Collaboration bietet Zusammenarbeit über den Lebenszyklus, einschließlich Visualisierung, sicheren Diskussionen und der Möglichkeit, mobile Kanäle abzudecken. Das hat  Vorteile entlang des gesamten Lebenszyklus: Bessere Abstimmung unter den Beteiligten verkürzt Entwicklungsprozesse. Potentielle Probleme in der Herstellung oder im Support lassen sich identifizieren und korrigieren, noch bevor das Produkt in die Produktion geht. Auch Kundenprobleme lassen sich schneller begutachten, und neue Designkonzepte können in kürzerer Zeit geprüft werden. (anm)

  • Bemaßung in der 3D-Darstellung.
  • Mark-up in der Zeichnungsansicht.
  • Mark-ups lassen sich im Diskussionsthread hinzufügen.
  • Auch Fotos können in Visual Collaboration eingebunden werden.
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