Serie: Industrie 4.0 – wohin geht die Reise? Teil 2

Autocad Magazin: Wie würden Sie „Industrie 4.0“ interpretieren?

Reinhard Clemens: Industrie 4.0 steht für die Digitalisierung der herstellenden Industrie und umfasst alle  Wertschöpfungsstufen von der Entwicklung und Produktion über die Logistik bis hin zu  Services und Aftersales. Die fünf wichtigsten Treiber der Entwicklung sind unserer  Meinung nach: Standards, Datenanalyse, Sicherheit, Cloud Plattformen und Konnektivität – die „Big Five“ der Digitalisierung.

Autocad Magazin: Inwiefern profitieren von entsprechenden Ansätzen auch mittelständische Fertigungsunternehmen?

Reinhard Clemens: Um dem Mittelstand den Einstieg in Industrie 4.0 zu erleichtern, bietet die Telekom jetzt neu ein „Industrie 4.0-Paket“. Damit können kleine und mittelständische Betriebe Maschinen einfach vernetzen und ihre Fertigung weltweit überwachen. Das Paket enthält: Hardware, SIM-Karte und Datentarif sowie den Zugang zur Plattform, alles aus der Telekom-Cloud und hoch sicher.  Interessierten Maschinenherstellern und Anlagenbauern stellt die Telekom bereits  kostenlose Entwicklerpakete zum Erproben von Szenarien bereit.

Autocad Magazin: Können Sie uns ein Beispiel hierfür nennen?

Reinhard Clemens: Wir sind schon in vielen Bereichen unterwegs. Die Vernetzung von Produkten mit  ihrer Umgebung ist ja ohne Informations- und Kommunikationstechnik nicht möglich.  Und die Telekom verfügt über die Netze und mit T-Systems über das notwendige IT-Know-how, um Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle zur Seite zu stehen. Für den Landmaschinenhersteller Claas beispielsweise vernetzen wir Traktoren und Mähdrescher, um den Ernteprozess zu optimieren. Bei der Brau-Union sorgt intelligente Lagerlogistik für mehr Produktivität und gleichzeitig geringere  Betriebskosten. Und beim Hamburger Hafen hilft Industrie 4.0 dabei, die wachsenden Warenströme effizient zu steuern sowie Lkw-Standzeiten und Staus zu vermeiden.

Autocad Magazin: Wo liegen Ihrer Meinung nach die Stärken und Schwächen der deutschen Industrie-4.0-Konzepte im Vergleich zu vergleichbaren Ansätzen in den USA oder in China?

Reinhard Clemens: Wer bei Industrie 4.0 vorn mitspielen will, muss digitalisieren – oder ist weg vom Fenster. Für Deutschland, den Industriemotor Europas, ist neueste Technik im Fertigungsprozess erfolgskritisch. Deutschland rangiert auf Platz 3 der weltweit führenden Exportländer – direkt nach China und USA. Bis 2025, so der  Branchenverband Bitkom, beträgt das Wertschöpfungspotenzial von Industrie  4.0-Lösungen hierzulande rund 267 Milliarden Euro. Basis dafür sind digitale  Infrastruktur und intelligente IT. Genau das bietet die Deutsche Telekom:  schnelle, sichere Netze, zertifizierte Rechenzentren, standardisierte IT-Plattformen und neueste Cloud-Lösungen – und nicht zuletzt strengen deutschen Datenschutz.

Autocad Magazin: Wie beurteilen Sie die Rolle der Politik, was die Implementierung und Umsetzung von Industrie 4.0 betrifft?

Reinhard Clemens: Wir begrüßen die verschiedenen Initiativen der Politik. Denn um bei der Vernetzung von Produktion und Produkten global ganz vorne mit dabei zu sein, muss Deutschland in Europa und der Welt mit einer Stimme sprechen. Dann hat Industrie 4.0 – made in Germany – gute Aussichten auf Erfolg. 

 

Die Fragen stellt: Andreas Müller

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