JEC World 2016: Von der Idee zum Serienteil

An der Leitmesse für Leichtbau und Faserverbundwerkstoffe „Composites World“ vom 8. bis 10. März 2016 in Paris präsentieren sich das Institut für Flugzeugbau (IFB) der Universität Stuttgart sowie die Firmen SikaAxson, FilaCon sowie Hilger u. Kern / Dopag Group erstmals an einem großen Gemeinschaftsstand (Halle 6, Standnummer Q68). Das Konsortium zeigt den Fertigungsprozess für einen Carbon-verstärkten Lasthaken, der die gesamte Herstellungskette eines Faserverbund–S erienbauteiles von der ersten Idee bis zum fertigen Serienbauteil abbildet. Die Messebesucher können live erleben, wie der Carbonfaser-Vorformling für das Bauteil nach dem Computerentwurf lastpfadgerecht und frei von Verschnitt per etabliertem Tailored Fiber Placement Verfahren (TFP) und anschließender RTM Injektion hergestellt wird.

Der Prozess ist in die Bereiche Engineering (IFB), TFP-Preforming (FilaCon), RTM-Injektionstechnik (Hilger u. Kern) sowie Harzsystem (SikaAxson) gegliedert. Das Multi - Cavity RTM - Werkzeug wurde vom IFB entworfen und gebaut. Durch jahrzehntelange Erfahrung auf dem Gebiet der Prozessentwicklung für Faserverbundbauteile können am Institut sämtliche Entwicklungsschritte für Bauteile von der Computersimulation bis hin zur Vorserienfertigung abgebildet werden. Das vorgestellte RTM-Werkzeug ermöglicht einen schnellen Injektions- und Aushärtevorgang. Als besonderes Highlight wurde das Werkzeug transparent ausgeführt, um die Benetzungsvorgänge der Fasern während der Injektion für Sie sichtbar zu machen! Das Werkzeug ist aktiv heiz- und kühlbar.

Das hoch reaktive Epoxid - Harzsystem CR 122 / CH 125-1 wird von SikaAxson bereitgestellt. Es verfügt bereits bei Raumtemperatur über eine sehr niedrige Viskosität und ist damit sehr gut für RTM Prozesse geeignet.

Das Matrixsystem wird von der RTM - Injektionsanlage compomix der Hilger u. Kern / Dopag Group mengengesteuert und druckgeregelt bereitgestellt. Der Injektionsvorgang erfolgt automatisiert per Roboter, welcher das Statikmischrohr an das temperierte Werkzeug per automatisch schließendem Ventil ankoppelt. Nach Dosierung der Harzmenge erfolgt die Aushärtung bei 90°C in wenigen Minuten. Bei der anschließenden Entformung der Teile können sich die Messebesucher selbst von der Qualität der Bauteile überzeugen.

Das Konsortium

Das Institut für Flugzeugbau (IFB) der Universität Stuttgart entwickelt seit Jahrzehnten erfolgreich innovative Fertigungslösungen für Faserverbundbauteile und Produkte im Kundenauftrag. Dabei arbeitet das IFB mit kompetenten Partnern aus seinem weitreichenden Netzwerk zusammen, um gemeinsam die optimale Lösung für die gestellte Aufgabe zu finden.

Die Firma FilaCon GmbH ist seit Jahren führender Anbieter auf dem Gebiet der Mehrkopf-Industriestickmaschinen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Verarbeitung von Carbon- und Glasfasern auf den Maschinen sowie die kompetente Betreuung der Kunden auf dem Weg von der Idee zum Produkt.

Der im Stuttgarter Raum angesiedelte Tooling & Composites Spezialist SikaAxson bietet für sämtliche industriellen Anwendungen geeignete Dicht- und Klebstoffe sowie Harzsysteme auf Epoxy- oder PU-Basis an.

Die Hilger u. Kern / Dopag Group gehört mit über 250 Mitarbeitern zu den weltgrößten Herstellern von Dosier- und Mischanlagen. Diese werden für die Verarbeitung von mehrkomponentigen Polymeren und 1K-Medien wie Dicht- und Klebstoffe eingesetzt. Die Gruppe, mit Niederlassungen und Distributoren in mehr als 30 Ländern, entwickelt und baut seit über 35 Jahren Anlagen sowie Einzelkomponenten, die auf den individuellen Bedarf der Anwender zugeschnitten sind.

 

Bild: Hochleistungsbauteile aus Faserverbundwerkstoffen sind Kernkompetenz am IFB Stuttgart

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