Tiefbau: Sechs Bauwerke für Deutschen Brückenbaupreis 2016

Je eine Brücke in Thüringen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Brandenburg und zwei Bayerische Projekte noch im Wettbewerb: Die Bundesingenieurkammer (BIngK) und der Verband Beratender Ingenieure (VBI) vergeben 2016 zum sechsten Mal den renommierten Deutschen Brückenbaupreis. Eine Jury namhafter Brückenbauexperten hat aus insgesamt 20 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen jeweils drei Bauwerke der beiden Wettbewerbskategorien „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ sowie „Fuß- und Radwegbrücken“ nominiert.

Um den Preis in der Kategorie „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ konkurrieren:

Grubentalbrücke bei Goldisthal im Thüringer Wald

Die Grubentalbrücke verbinde ästhetische Qualität mit kostengünstiger Herstellung und Nachhaltigkeit. Trotz der filigranen Anmutung der für den Eisenbahnhochgeschwindigkeitsverkehr bemessenen Brücke sei das semiintegrale Tragwerk mit dem Sprengwerk-Bogen robust und nahezu wartungsfrei, heißt es in der Jurybegründung.

Eisenbahnhochbrücke Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal

Die Verstärkung der historischen Eisenbahnhochbrücke Rendsburg wird für den Deutschen Brückenbaupreis nominiert, weil dank dieser herausragenden Ingenieurleistung ein historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst erhalten und für heutige Verkehrslasten ertüchtigt werden konnte. Möglich wurde dies durch innovative Berechnungsansätze und Messungen am Bauwerk zur Erschließung stiller Tragfähigkeitsreserven, so die Jury.

Kochertalbrücke im Zuge der A 6 bei Geislingen, Baden-Württemberg

Die Instandsetzung und Ertüchtigung dieser Ikone der deutschen Ingenieurbaukunst sei Vorbild dafür, wie durch innovative und kreative Ingenieurleistungen die Nutzbarkeit vorhandener Bausubstanz nachhaltig verlängert werden kann. Die gelungene Sanierung tilge nicht nur die Spuren aus 35 Jahren Autoverkehr, sondern verbessere Standsicherheit und Dauerhaftigkeit der Brücke über den Ursprungszustand hinaus.

Nominiert in der Kategorie „Fuß- und Radwegbrücken“ sind:

Leibnizbrücke über den Finowkanal in Eberswalde, Brandenburg

Die Jury würdigt mit der Nominierung der Leibnizbrücke den innovativen Ansatz der statisch-konstruktiven Kombination aus schlankem Stahlüberbau und mittragender Geländerkonstruktion. Die Brücke sei eine gestalterisch und konstruktiv überzeugende Ingenieurleistung im innerstädtischen Bereich.

Campusbrücke in Würzburg

Die Campusbrücke Würzburg wird für den Deutschen Brückenbaupreis nominiert, weil sie auf eindrucksvolle Weise zeigt, dass auch robuste Massivbrücken aus Stahlbeton leicht und anmutig gestaltet werden können, bescheinigt die Jury. Das Bauwerk aus zwei Wegbändern mit integrierten Treppen, die im Mittelteil zu einer Bogenkonstruktion verschmelzen, verknüpft geschickt die Verkehrsströme zwischen Campus und öffentlichem Nahverkehr.

Fuß- und Radwegbrücke über die Donau bei Deggendorf

Mit der mehr als 450 m langen Donaubrücke nominiert die Jury eine scheinbar schwebende filigrane Stahlfachwerkkonstruktion, die einen gelungenen Kontrast zu der benachbarten Eisenbahnbrücke bilde. Darüber hinaus würdigt die Jury die mutige Umsetzung in Form einer semiintegralen Lagerung, die zu einer wartungsarmen Konstruktion führt.

Aus den hier vorgestellten nominierten drei Bauwerken je Kategorie wählt die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr.-Ing. Manfred Curbach bei einer zweiten Sitzung Anfang 2016 die beiden Siegerbrücken aus. Bis zur Preisverleihung am 14. März 2016 in Dresden bleiben die Preisträger aber gut gehütetes Geheimnis der Juroren und Auslober. Die Preisverleihung am Vorabend des Dresdner Brückenbausymposiums wird wiederum ein großes Fest der Ingenieurbaukunst, zu dem BIngK und VBI erneut mehr als 1'000 Gäste erwarten.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert den Preis und hat erneut die Schirmherrschaft übernommen. Hauptsponsor ist erneut die DB AG.

Der Preis zur Würdigung herausragender Ingenieurleistungen wurde 2006 aus der Taufe gehoben und wird seitdem alle zwei Jahre gemeinsam von BingK und VBI vergeben.

 

Bild: Eisenbahnhochbrücke Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal. Foto: GMG Ingenieurgesellschaft

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