​EDAG: Produktentwicklung Live auf der IAA

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Wenn auf der diesjährigen IAA-Aussteller aus aller Welt ihre neuesten Modelle und Entwicklungen präsentieren, will der Engineering-Dienstleister EDAG diesmal mit einem völlig leeren Stand starten. Kein Concept Car, keine technischen Spielereien, nichts. Nur eine Bühne, die als Entwicklungslabor für Deutschlands vermutlich erstes Live-Engineering-Projekt dienen soll.

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Wenn auf der diesjährigen IAA-Aussteller aus aller Welt ihre neuesten Modelle und Entwicklungen präsentieren, will der Engineering-Dienstleister EDAG diesmal mit einem völlig leeren Stand starten. Kein Concept Car, keine technischen Spielereien, nichts. Nur eine Bühne, die als Entwicklungslabor für Deutschlands vermutlich erstes Live-Engineering-Projekt dienen soll.

Die Köpfe des unabhängigen Automobilentwicklers sollen während der IAA-Messetage ein Fahrzeugkonzept live mit der Scrum-Methodik entwickeln und am Tag 12 als Weltpremiere präsentieren. Der Dienstleister nennt das „Engineering 2.0 – agiler, schneller und effizienter“. Dabei können Besucher die Entwickler nicht nur live beobachten, sondern direkt vor Ort oder über Social-Media Kanäle interaktiv am Konzept mitwirken. Ziel ist übrigens, ein Roboterfahrzeug mit Schwarmintelligenz, das autonom, elektrisch und vernetzt die Mobilität um eine neue Perspektive bereichern soll. Denn geht es nach werden zukünftig nicht nur die Autos in Kollektiv zusammenwirken, sondern auch die Zukunft der automobilen Entwicklung liegt im kollektiv-vernetzten Arbeiten.

Wie EDAG autonomes Fahren weiter denkt

Mit dem Collectivo genannten Projekt will mit EDAG nach eigenen Angaben zeigen, dass das autonome Fahren weiter gedacht werden kann. Warum sollten Fahrzeuge nur autonom fahren, wenn sie doch im Kollektiv mehr leisten können? Dass ein selbsttätiges Fahrzeug letztlich zum persönlichen Assistenten geeignet ist und sich neben dem Transport des Fahrgastes auch um die Organisation des Tagesablaufs und ähnliche Dinge kümmern kann, liegt im Zuge der Vernetzung nahe.

Wenn aber Mobilität bald wichtiger als Besitz ist, könnte eine ganze Flotte an Fahrzeugen weitaus mehr für den mobilen Menschen leisten, als ein einzelnes Auto. Ob punktgenauer, immer verfügbarer Transport durch intelligentes Car-Sharing, erweiterter Nutzen durch Aufgabenteilung beim Waren- und Personenverkehr oder garantierte Intermodalität, egal an welchem Ort: Die Vernetzung von Fahrzeugen zum Schwarm könnte all das ermöglichen, was wir uns von Mobilität der Zukunft wünschen und erwarten.

Nämlich die Entlastung des Verkehrs, die effizientere Nutzung von Ressourcen und den Gewinn von Raum, Zeit und Komfort für alle. Denn ein Verkehrsszenario, dass als Kollektiv für den Menschen rund um die Uhr im Dienst ist, schafft Raum – nicht nur in den heute noch vollgeparkten Städten.

Entwicklung von und für Menschen

Auch wenn die grobe Zielrichtung für das EDAG Projekt Collectivio bereits vorgegeben ist, darf man auf die konkrete Umsetzung gespannt sein. Wie eine Flotte schwarmintelligenter Fahrzeuge genau aussehen wird, werden die EDAG-Spezialisten aus sechs unterschiedlichen Fachbereichen an den 12 Messetagen gemeinsam erarbeiten. Was dabei wirklich wichtig ist, entscheiden allerdings nicht die Ingenieure, sondern die Menschen, die bestenfalls in Zukunft mit Collectivio unterwegs sind. Über die EDAG-Social Media-Kanäle dürfen Interessierte während der 12-tätigen Konzeptphase ihre Anforderungen, Ideen und Wünsche an die Entwickler senden, und sich somit aktiv in die Entwicklung einbringen.

Der Hashtag „#collectivio“ dient als Ideenpool für die Ingenieure – alle Einreichungen, Kommentare und Beiträge werden live auf eine Social Media-Wall übertragen und von den Spezialisten bewertet und bestenfalls mit eingearbeitet. Damit löst sich EDAG von einem konventionell starren Lastenheft und einem Entwicklungsprozess, der auf einer Einbahnstraße ein Fahrzeugkonzept zum fertigen Produkt führt. Am Ende des Live-Engineering-Projekts auf der IAA wird neben dem ausgearbeiteten Fahrzeug- und Mobilitätskonzepts ein generativ gefertigtes Maßstabs-Designmodell zu sehen sein, dass die Idee sichtbar zum Leben erweckt.

Engineering 2.0: Scrum-schnell

Die digitale Welt dreht sich auch im Fahrzeug immer schneller. Auch das Produkt „Automobil“ muss sich mit mehr Geschwindigkeit an neue Mobilitäts- und Kundenwünsche anpassen. Andere Branchen setzen hier die Benchmarks, die der Kunde auch von der Automobilindustrie erwartet. Wenn wir heute ein künftiges Fahrzeugmodell definieren und in drei Jahren auf den Markt bringen, hat sich die Welt bereits mehrfach weitergedreht.

Für wirklich neue Mobilitätskonzepte bedarf es auch neuer Werkzeuge, neuer Denkweisen und Herangehensweisen im Engineering. 

Dass die Spezialisten von EDAG flexibel und spontan auf den Zuschauerinput reagieren können und überhaupt in der Lage sind, so schnell Ergebnisse zu liefern, liegt vor allem an der Arbeitsmethode SCRUM, die eigentlich aus der Softwarewelt stammt. Dank SCRUM können Unternehmen heute in immer schnelleren Zyklen Produkte entwickeln.

Allerdings wurde diese Methode im klassischen Automobilentwicklungsprozess bisher weniger beachtet, unter anderem auch, weil die Denk- und Prozessmuster dieser Branche aktuell noch eher starr sind.

„Auch das Engineering muss die Sprache des Aufbruchs sprechen. Wir wollen den Entwicklungsprozess mehrdimensionaler, flexibler und schneller gestalten, um das gebotene Tempo zu gewährleisten. In Frankfurt geben wir einen Einblick, wie wir ein „Engineering 2.0“ mit mehr Reaktionsgeschwindigkeit gestalten können.“, erläutert Jörg Ohlsen, CEO der EDAG Engineering GmbH.

SCRUM

SCRUM beschreibt einen agilen Prozess, bei dem das Team in kurzen Abständen (meist täglich) zusammen kommt, den Arbeitsfortschritt bespricht und sich austauscht. Auch die Kommunikation mit dem Kunden erfolgt schneller; neue Anforderungen und Kundenwünsche werden in kürzeren Abständen aufgenommen, in kleine Arbeitspakete – sogenannte Sprints – zusammengefasst, priorisiert und eingearbeitet. Gerade in der Konzeptphase für ein radikal neues Fahrzeug- und Mobilitätskonzept wie Collectivio, das vor allem auf den unmittelbaren Input der späteren Nutzer angewiesen ist, ist SCRUM genau der richtige Ansatz, um zu zeigen, wie auch der Engineering-Prozess in Zukunft besser werden kann. Und genau das wird auf dem EDAG-Messestand in Frankfurt live präsentiert werden.

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