30.01.2011 – Kategorie: Management

238.000 Fachbesucher: Rekord-Ansturm auf die BAU 2011

Ein regelrechter Besucheransturm hat der BAU 2011, Weltleitmesse für Architektur, Materialien, Systeme, erneut Rekordwerte beschert und ihre Position als Weltleitmesse der Branche eindrucksvoll untermauert.

An sechs Messetagen strömten rund 238.000 Besucher auf das Gelände der Neuen Messe München – das entspricht einem Plus von etwa 12 Prozent gegenüber der letzten Veranstaltung im Jahr 2009. Einen so starken Anstieg gab es in der fast 50jährigen Geschichte der BAU noch nie. Vor allem international erreichte das Top-Event der Branche eine neue Dimension: fast 60.000 Besucher der BAU 2011 kamen aus dem Ausland. Damit stieg der Anteil internationaler Besucher von 18 auf 25%. Auch der Anteil der Planer und Architekten konnte noch einmal gesteigert werden. Er liegt jetzt bei 22 Prozent – in Zahlen entspricht das mehr als 52.000 Fachbesuchern!

Die Besucher reisten aus mehr als 150 Ländern nach München. Vom ersten Tag an herrschte ein ungeheuerer Andrang auf die Messehallen, so das einhellige Echo der Aussteller. "Wir sind regelrecht überrannt worden", hieß es an vielen Messeständen. Aus fast allen Ländern gab es deutliche Zuwächse bei den Besucherzahlen. Neben Deutschland stellten Österreich, die Schweiz, Italien, die Türkei, die Tschechische Republik, Polen, Russland, Slowenien, Frankreich und Großbritannien die meisten Fachbesucher. Besonders starke Anstiege verzeichnete die BAU auch aus außereuropäischen Ländern wie Indien, Japan, den USA, Kanada und den Vereinigten Emiraten. Hier stiegen die Zahlen teilweise um das Doppelte an.

Messe-Geschäftsführer Dr. Reinhard Pfeiffer: "Die BAU hat alle Erwartungen übertroffen. Sie hat noch einmal einen Quantensprung gemacht. Dabei ist der Besucheranstieg ganz stark auf die gewachsene Internationalität zurück zu führen. Mit fast 60.000 Besuchern aus dem Ausland liegt jetzt der prozentuale Anteil bei beeindruckenden 25 Prozent. Die BAU hat damit bewiesen, dass sie zu Recht als die internationale Leitmesse der Branche gilt. Und sie konnte weiter ihre Position als weltweiter Architekten- und Planertreff Nr. 1 untermauern. Letztendlich entscheidend ist, dass unsere Kunden, Aussteller wie Fachbesucher, äußerst zufrieden sind und die BAU als exzellente Geschäftsplattform fungieren konnte."

Spektakuläre Standbauten, randvolle Hallen, intensive Gespräche mit gut informierten Kunden und Standpersonal, das alle Hände voll zu tun hatte, um die enorme Nachfrage zu befriedigen und alle Kundenwünsche zu erfüllen – so präsentierte sich die BAU 2011. Bereits ein Jahr vor Messebeginn war die BAU 2011 nahezu ausgebucht, zahlreiche Unternehmen schafften es nur noch auf die Warteliste. Auf 180.000 m² Hallenfläche präsentierten sich 2.058 Aussteller aus 46 Ländern, darunter das Who-is-Who der Material-, Bauelemente- und Systemhersteller. Angesichts der sich wieder aufhellenden Baukonjunktur gingen die meisten Aussteller zwar optimistisch in diese BAU, das enorme Interesse und vor allem der rasante Anstieg bei den ausländischen Besuchern sorgte aber doch für Erstaunen. "Angesichts der deutlich gestiegenen Zahl internationaler Besucher war die Entscheidung, die BAU als Weltleitmesse zu positionieren, absolut richtig. Auch die Qualität der Besucher ging noch einmal nach oben", erklärte Dieter Schäfer, CEO der Deutschen Steinzeug Cremer & Breuer AG und Vorsitzender des Ausstellerbeirats der BAU: "Wir hatten unheimlich viele Architekten am Stand." Auch für Martin Hörmann, Persönlich haftender Gesellschafter der Hörmann KG und stellv. Vorsitzender des Ausstellerbeirats, lief die BAU "hervorragend. Es war auffallend viel internationales Publikum hier, vor allem aus Asien und Osteuropa". Thomas Lauritzen, Leiter Unternehmenskoordination bei Schüco, erklärte stellvertretend für viele seiner Kollegen: "Das war die erfolgreichste BAU, die wir je erlebt haben. Die Leute haben uns regelrecht die Bude eingerannt. Wir verzeichneten einen deutlichen Zuwachs aus dem Ausland, auch außerhalb der EU."

Die BAU legte aber nicht nur quantitativ zu – sie lieferte auch den Nachweis, dass sie für Bauexperten aus aller Welt, vom Planer und Architekten bis hin zum ausführenden Gewerbe, quasi unverzichtbar geworden ist: Als Informations- und Kommunikationsbörse, vor allem aber als Neuheitenschau, auf der die Zukunft des Bauens ins Schaufenster gestellt wird und ebenso als Businessplattform, auf der ganz konkret Geschäfte getätigt und vorbereitet werden. "Die Kunden kommen gerne zur BAU", so Dr. Uwe Gruber, Geschäftsführer von Mapei. "Sie sind hochmotiviert und suchen gezielt nach neuen Ideen. Die BAU ist eine echte Ordermesse, es fällt auf, dass die Kunden hier besonders entscheidungsfreudig sind." Viele Aussteller betonten, dass sie eigens auf die BAU zugeschnittene Standkonzepte entwickeln und ihre Innovationen ganz gezielt auf die BAU ausrichten. Thomas Polonyi von ThyssenKrupp: "So ein Fenster in den Markt bekommen wir nur hier." Einmal mehr bestätigten die Aussteller unisono, dass die BAU weltweit die Nummer eins ist, wenn es um die Ansprache von Planern und Architekten geht. "Etwa 70 Prozent unserer Besucher sind Architekten und genau deswegen sind wir hier: Um mit Architekten in Kontakt zu kommen" – so brachte es der Spanier Joan Catalin Ilisin von "Land Porcelanico" auf den Punkt.

Die positiven Aussagen spiegeln sich auch in der vom Marktforschungsinstitut TNS Infratest durchgeführten Befragung wieder. Danach bewerteten 96 Prozent der Besucher die BAU mit "ausgezeichnet bis gut", 97 Prozent wollen wieder kommen. Top-Bewertungen gab es insbesondere für die Vollständigkeit und Breite des Angebots sowie für die Präsenz der Marktführer. 93 Prozent der Besucher sehen die BAU als Leitmesse. Ein weiteres Ergebnis der Befragung: Wer in der Absicht kam, konkrete Investitionen zu tätigen, konnte dieses Ziel auf der Businessplattform BAU auch erreichen. Außerdem erklärten fast alle Besucher, bei der Vorbereitung von Investitionen oder der Anbahnung neuer Geschäftsbeziehungen erfolgreich gewesen zu sein. Die einzelnen Ausstellungsbereiche wurden durchweg von mindestens 90 Prozent der Besucher mit "ausgezeichnet bis gut" bewertet. Herausragend schnitten die Bereiche Aluminium, Glas und Holz/Kunststoff ab. Kritik gab es lediglich für die Umsetzung der Ausstellung auf dem Freigelände. Das Rahmenprogramm, an vorderster Stelle Foren und Sonderschauen, erhielt dagegen Bestnoten von den Besuchern. Einmal mehr zeigte sich, dass die BAU eine Messe von Profis für Profis ist. Der Fachbesucheranteil liegt bei 96 Prozent. Aus der Befragung ging außerdem hervor, dass die Stimmung in der Baubranche deutlich besser geworden ist. Beurteilten 2009 nur gut die Hälfte der Befragten die wirtschaftliche Situation mit "ausgezeichnet bis gut", so blicken heute 82 Prozent optimistisch in die Zukunft.

Die Aussteller beurteilten die BAU so gut, dass praktisch keine Steigerung mehr möglich ist. Fast alle, genau 9 Prozent, bewerteten die Messe mit "ausgezeichnet bis gut" und wollen auch 2013 wieder teilnehmen. Die Qualität der Besucher erhielt von 95 Prozent der Aussteller Bestnoten, während 85 Prozent, deutlich mehr als vor zwei Jahren, die Internationalität der Besucher lobten. Ähnlich wie bei den Besuchern wird die wirtschaftliche Situation der Branche deutlich optimistischer beurteilt als noch vor zwei Jahren. 85% der Aussteller blicken erwartungsvoll in die Zukunft.

Eröffnet wurde die BAU am 17. Januar mit einem "Ribbon Cutting" von Bundesbauminister Peter Ramsauer. Der Minister hob die herausragende Bedeutung der BAU hervor und stellte der Branche für 2011 ein "spürbares Wachstum von 1,5 bis 1,8 Prozent" in Aussicht. Bei der Eröffnung an Ramsauers Seite: Mustafa Demir, Minister für öffentlichen Bau und Siedlungswesen der Republik Türkei, der auf Einladung des Bundesbauministeriums nach München gereist war und sich sichtlich beeindruckt zeigte von der schieren Größe der BAU und der teilweise spektakulären Standarchitektur.

Top-Themen der BAU war in diesem Jahr das nachhaltige Bauen sowie das generationenübergreifende Bauen. Zu beiden Themen gab es mehrere Sonderschauen und zahlreiche Vorträge in Foren und Kongressen, etwa im Kongress "Bauen für die Zukunft – nachhaltig, energieeffizient und innovativ" des Bundesbauministeriums oder in der Veranstaltungsreihe "Gebäude der Zukunft" des Bundeswirtschaftsministeriums. Ein absolutes Highlight war das Solarhaus der Hochschule Rosenheim, das beim Solar-Decathlon in Madrid den zweiten Platz gewann und auf der BAU erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Auf enormes Interesse stießen die drei Foren der BAU. Insbesondere das Forum "Zukunft des Bauens", in dem international tätige Architekten wie Sir Peter Cook oder Françoise Hélène Jourda ihre Pläne und Projekte vorstellten, war teilweise überfüllt. Alle Plätze belegt waren in der Regel auch im Forum MakroArchitektur, wo es einerseits um die Zusammenarbeit zwischen Architektur und Industrie, andererseits um die Zukunftsforschung in der Architektur ging. Das Forum "Intelligentes Bauen" schlug eine Brücke von der Sanierung und Renovierung von Gebäuden hin zur Realisierung von modernen High-Tech-Bauten wie Passivhäusern oder Plusenergiehäusern. Das Bundesbauministerium stellte mit seiner Forschungsinitiative "Zukunft Bau" entsprechende Projekte vor.

Als echter Publikumsrenner erwies sich die "Lange Nacht der Architektur", die das erste Mal im Rahmen der BAU veranstaltet wurde und neben den Ausstellern und Besuchern der BAU allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern offenstand. Die mehr als 30 Gebäude im Münchner Stadtgebiet, die am Freitag abend ihre Pforten öffneten und interessante Einblicke gewährten, waren durchweg gut besucht. Shuttle-Busse, die kostenlos genutzt werden konnten, verkehrten von 19 bis 24 Uhr zwischen den Gebäuden.

Die 20. BAU findet vom 14. bis 19. Januar 2013 auf dem Gelände der Neuen Messe München statt.

Weitere Informationen: www.messe-muenchen.de


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