Achema 2015: Besucher bleiben länger

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166.444 Besucher aus aller Welt fanden vom 15. bis 19. Juni 2015 den Weg auf das Frankfurter Messegelände, um sich bei den 3.813 Aussteller aus 56 Ländern über ihre Innovationen für die Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie zu informieren – also nahezu gleich Werte wie zur letzen Achema im Jahr 2012 (166.447 Besucher, 3.773 Aussteller). Doch ein bisschen was getan hat sich bei der Qualität.
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166.444 Besucher aus aller Welt fanden vom 15. bis 19. Juni 2015 den Weg auf das Frankfurter Messegelände, um sich bei den 3.813 Aussteller aus 56 Ländern über ihre Innovationen für die Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie zu informieren – also nahezu gleich Werte wie zur letzen Achema im Jahr 2012 (166.447 Besucher, 3.773 Aussteller). Doch ein bisschen was getan hat sich bei der Qualität.

„Bis uns die endgültige Auswertung der Besucherstatistik vorliegt, dauert es noch ein paar Tage. Aber erste Zahlen zeigen, dass wir bei der Verweildauer der Besucher eine Trendwende geschafft haben“, sagt Dr.-Ing. Thomas Scheuring, Geschäftsführer der Dechema Ausstellungs-GmbH. „Die Besucher kommen an mehreren Tagen auf das Gelände. Sie haben konkrete Interessen und bringen die Zeit mit, sich umfassend zu informieren.“ Erste Trends deuten zudem darauf hin, dass auch auf der Besucherseite der internationale Anteil signifikant gestiegen ist. Auf Ausstellerseite kamen mit 53,9 Prozent erstmals deutlich mehr als die Hälfte der Teilnehmer aus dem Ausland. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen konnte sich China nach Ausstellerzahl als zweitgrößte Ausstellernation nach Deutschland positionieren, gemessen an der Fläche hatte Italien die Nase vorn. Auch die Beteiligung von Unternehmen aus der Türkei, Taiwan und Indien stieg deutlich an. Unter den EU-Ländern verzeichneten Österreich, Großbritannien und Spanien Zuwächse gegenüber der Vorveranstaltung. Frankreich und die USA konnten ihr gutes Niveau halten.

Die Ausstellungsfläche von 133.436 m² verteilte sich auf 11 Ausstellungsgruppen. Deutliche Zuwächse gab es in der Pharma-, Verpackungs- und Lagertechnik, wo zwei zusätzliche Ausstellungsflächen angemietet wurden, sowie in der Mess-, Regel- und Prozessleittechnik. Letztere profitierte von dem allgemein wahrgenommenen Trend zur Automatisierung der Prozessindustrie sowie hin zu mehr Flexibilität, die unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ zusammengefasst werden können. Leichte Rückgänge waren dagegen beim Anlagenbau sowie in der Labor- und Analysentechnik zu verzeichnen.

Auch das Kongressprogramm wurde gut angenommen. „Unser Bemühen, das Programm zu straffen und thematisch ähnliche Parallelsessions weitgehend zu vermeiden, hat sich gelohnt“, meint Prof. Dr. Kurt Wagemann, Geschäftsführer von Dechema e.V. „Das hat den Teilnehmern die Planung erheblich erleichtert.“  Rund 800 Vorträge haben das gesamte Spektrum der Prozesstechnik abgedeckt. Besonders gut besucht waren die Sessions zu den Fokusthemen, aber auch die Werkstofftechnik konnte sich über den Teilnehmerandrang freuen. Sessions zu Wärmetauschern und Energieeffizienz fanden ebenfalls überdurchschnittlich viel Beachtung. Höhepunkte waren die beiden Podiumsdiskussionen „Bioökonomie in der Shale-Gas-Falle?“ und „Deutsche Energiewende – Zukunft oder Abseits?“.

Eine Frage zog sich jenseits der drei Fokusthemen BiobasedWorld, Industrielles Wassermanagement und Innovative Prozessanalytik wie ein roter Faden durch die Diskussionen: Wie entwickelt sich Deutschland als Innovationsstandort? Nach Auffassung vieler Industrieexperten steht es nicht zum Besten: Deutschland und Europa laufen Gefahr, als Wirtschaftsstandort ins Hintertreffen zu geraten, wenn sich die Bedingungen für Innovationen nicht verbessern. Diese Warnung kam im Rahmen der Achema  von mehreren hochrangigen Industrievertretern. Bei der Eröffnungspressekonferenz am Montag forderte unter anderem der Hauptgeschäftsführer des Vereins Chemische Industrie (VCI) Dr. Utz Tillmann bessere Rahmenbedingungen für Innovationen und eine „Innovationskultur“. Auch Wolfgang Büchele, Vorstandsvorsitzender der Linde AG,  wünschte sich in einer Podiumsdiskussion am Dienstag mehr Offenheit gegenüber Neuem; sonst würden Innovationen in anderen Regionen der Welt umgesetzt und nicht mehr in Deutschland oder Europa. In seinem Plenarvortrag am Donnerstag mahnte auch der Geschäftsführer von Bayer Technology Services, Dr. Dirk van Meirvenne, dass sich die chemische Industrie konsequent auf Innovationen konzentrieren müsse.

Nächste Station im Messekalender der Prozessindustrie ist die AchemAsia in Beijing vom 9. bis 12. Mai 2016. Die nächste ACHEMA findet dann vom 11. bis 15. Juni 2018 in Frankfurt am Main statt.

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