Additive Manufacturing als Entwicklungsmethode

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Die Krause DiMaTec GmbH begleitet ihre Kunden durch die komplette additive Produktentstehung von Konzeption und Konstruktion bis zur Fertigung einbaufertiger Komponenten. Im Interview erklärt Geschäftsführer Dr. Rinje Brandis, warum immer mehr Maschinenbauer Additive Verfahren nutzen, wo er in heutigen Prozessketten Optimierungsbedarf sieht und wie auch kleine Unternehmen in der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing im VDMA zur Industrialisierung der jungen Technologie beitragen können.

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Die Krause DiMaTec GmbH begleitet ihre Kunden durch die komplette additive Produktentstehung von Konzeption und Konstruktion bis zur Fertigung einbaufertiger Komponenten. Im Interview erklärt Geschäftsführer Dr. Rinje Brandis, warum immer mehr Maschinenbauer Additive Verfahren nutzen, wo er in heutigen Prozessketten Optimierungsbedarf sieht und wie auch kleine Unternehmen in der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing im VDMA zur Industrialisierung der jungen Technologie beitragen können.

Krause DiMaTec ist ein junges Unternehmen mit rund einem Dutzend Mitarbeitern innerhalb der Horstmann Group, das sich in der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing des VDMA angeschlossen hat. Horstmann Diese hat zahlreiche Tochterfirmen in fünf Industriezweigen, insgesamt 1.100 Beschäftigte und einen starken Fokus auf den Maschinenbau. Ursprünglich ist die Tochtergesellschaft aus Eigenbedarf der Gruppe heraus entstanden. Doch heute entfallen gut 75 Prozent des Auftragsvolumens auf externe Kunden.

Auf welche Bereiche im Additive Manufacturing zielt Krause DiMaTec ab?

Dr. Rinje Brandis: Wir verstehen uns als Partner über die komplette Produktentstehung des Additive Manufacturing hinweg. Das beginnt bei Konzepten, Ideen sowie bei Workshops und Schulungen, in denen wir solche Unternehmen an das Thema heranführen, die noch keine oder wenige Berührungspunkte mit Additive Manufacturing (AM) hatten. Zudem bieten wir die Entwicklung und Konstruktion von Bauteilen und Baugruppen, die wir einbaufertig nach Maschinenbaustandards produzieren. So, wie es Maschinenbauer kennen. Wir begreifen AM weniger als eine Fertigungstechnologie, denn als Entwicklungsmethode. Idealerweise kommen Kunden nicht mit fertigen 3D-Daten, sondern mit Problemstellungen zu uns, für die wir mit ihnen additiv zu fertigende Lösungen erarbeiten.

Welche Materialien und Verfahren bieten Sie an?

Brandis: Wir sind völlig offen. Wir haben Laserschmelzanlagen zur additiven Verarbeitung von Metallen im Haus; wobei industrielle Kunden vor allem Edelstahl, Werkzeugstahl und Aluminium nachfragen. Daneben betreiben wir Anlagen zur Verarbeitung von Standardkunststoffen per Fused Deposition Molding (FDM) und decken über unser Partnernetzwerk auch Lasersintern und Stereolithographie ab. Wir beraten Kunden von Fall zu Fall, welche Materialien und Verfahren für sie optimal sind.

Welche wirtschaftlichen Argumente überzeugen Kunden erfahrungsgemäß von AM?

Brandis: Ich unterteile zwei Bereiche. Neukunden, mit denen wir Potentiale erkunden, konkrete Anwendungen und Re-Designs für bestehende Lösungen erarbeiten. Andererseits Neuentwicklungsprojekte, in denen Kunden gezielt die Vorteile additiver Verfahren nutzen: Kompakte, für vorhandene Bauräume individualisierte Designs, Leichtbau, Integration von Funktionen oder Luft- und Fluidkanälen ins Bauteil oder die gezielte Gestaltung von Oberflächenstrukturen für verbesserte Wärmeableitung, Klebeverbindungen oder Reibeigenschaften. Wichtig ist zudem das Gebiet Hygiene im Lebensmittelbereich. Dank Funktionsintegration sind glatte, leicht zu reinigende Oberflächen ohne Schmutzecken realisierbar. Alles das nutzen Maschinenbauer zunehmend, um ihre Produkte und industrielle Prozesse zu optimieren.

Wünschen Sie sich als Anwender Optimierungen der heutigen Anlagentechnik?

Brandis: Die Entwicklung geht bei uns klar in Richtung Kleinserien mit Stückzahlen im zwei- und dreistelligen Bereich. Es konkretisieren sich sogar erste Projekte im vier- bzw. fünfstelligen Bereich. Das weckt den Wunsch nach automatisierten Prozessen – vor allem in der Nachbearbeitung. Hier sehe ich aktuell den größten Bedarf. Aus AM-Anlagen kommen heute Bauteile auf Feinguss-Niveau. Damit sie die hohen Präzisionsanforderungen im Maschinenbau erfüllen, braucht es spanende Nachbearbeitung. Doch schon das Entfernen der Stützstrukturen von gedruckten Edelstahlteilen hält unheimlich auf. Hier hoffen wir, dass die Automatisierung schnell kommt. Die 3D-Datenbasis ist ja vorhanden, es kommt darauf an, dass Anlagenbauer sie für die automatisierte spanende Nachbehandlung nutzen. Beim Thema Datenhandling sehe ich im Übrigen auch Handlungsbedarf. Die Softwarekette ist ein Flickenteppich; es hakt bei Formaten und Übergängen. Hier sind Softwarehäuser und Anlagenbauer gefordert.

Mit welchen Zielen haben Sie sich der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing angeschlossen?

Brandis: Es gibt viele Themen, die nur in der Gemeinschaft lösbar sind. Standardisierung und Normung oder die Schnittstellen für Prozessketten, um nur einige Punkte zu nennen. In der AG können auch kleine Unternehmen wie wir ihre Sicht auf die Themen einbringen, Bedürfnisse formulieren und in den Diskussionen über Standards und Normen mitwirken. Daneben bieten die Arbeitstreffen und Versammlungen der AG reichlich Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und Netzwerke zu pflegen.

Das Interview führte der VDMA.

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