AUTOCAD & Inventor Magazin 08/2017

Mehr Rinnsal als Strom

Liebe Leser,

die Digitalisierung sei wie ein reißender Strom, so Airbus-Chef Tom Enders, und er ist mit dieser Ansicht nicht allein. Politik und Verbände malen düstere Szenarien an die Wand, falls die vermeintlichen Digitalisierungsmuffel im Mittelstand sich weiter querstellen. Warum die Aufregung?

Folgt man dem Schweizer Think Tank Avenir Suisse, gleicht die Digitalisierung bis jetzt eher einem Rinnsal. Die Forscher haben einige von dem US-Ökonomen William Nordhaus aufgestellte Kriterien untersucht, an denen sich eine beschleunigte Digitalisierung messen lassen müsste. Dazu gehören hohes Produktivitätswachstum, steigender Anteil des Kapitals am Gesamteinkommen, mehr Investitionen in IKT-Kapitalgüter, sinkende relative Preise für IKT-Kapitalgüter, zunehmende Kapitalintensität und absolut steigende Löhne.

Danach hätte die Digitalisierung in der Schweiz bisher kaum Spuren hinterlassen. Trotz gestiegener IT-Investitionen blieb unter anderem der Produktivitätsschub aus; ausgerechnet der digitale Sektor selbst gibt hier ein besonders unrühmliches Bild ab. Ähnliches dürfte für Deutschland festzuhalten sein.

Digitalisierung kommt also bisher als allmähliche Veränderung daher. Technologien, die dazu gehören, Industrie 4.0, BIM oder additive Fertigung, sind ja auch nicht neu. Sie entwickeln sich weiter. Sensoren, Software und Antriebstechnik gehen beispielsweise beim Bau von Landmaschinen eine perfekte Symbiose ein, wie Sie auf Seite 24 erfahren. Wie Big Data und Virtual Reality das digitale Gebäudemodell bereichern, schildert ab Seite 38 Phil Bernstein von Autodesk. Und dass der 3D-Druck Schritt für Schritt der Serienfertigung näher kommt, ist für Ralf Carlström von Digital Metal eine ausgemachte Sache. Warum, lesen Sie ab Seite 58.

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Andreas Müller, leitender Redakteur

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