Architektur: Größtes Filmfestival in Rotterdam

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Das achte Architektur Film Festival Rotterdam (AFFR) findet in diesem Jahr im LantarenVenster Kino vom 7. bis 11. Oktober statt. Mit mehr als 100 internationalen Dokumentarfilmen, Features und Kurzfilmen sowie Debatten, Lesungen und Seminaren bietet das Festival eine Bühne, um über Stadtentwicklung und zukünftige Raumkonzepte zu sprechen.
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Architektur Film Festival Rotterdam 7. bis 11. Oktober 2015: Das achte Architektur Film Festival Rotterdam (AFFR) findet in diesem Jahr im LantarenVenster Kino vom 7. bis 11. Oktober statt. Mit mehr als 100 internationalen Dokumentarfilmen, Features und Kurzfilmen sowie Debatten, Lesungen und Seminaren bietet das Festival eine Bühne, um über die Stadt und die Zukunft von Raumkonzepten zu sprechen.

Der Film ist das zugänglichste Medium, geht es darum, die Komplexität von Städtebau und Architektur zu veranschaulichen. Das Festival wendet sich an ein vielfältiges internationales Publikum, weil die Filme in einen besonderen Umfeld gezeigt und von Debatten mit Filmemachern, Architekten, Philosophen und Stadtplanern begleitet werden. Die Veranstalter erwarten rund 6‘000 Besucher. AFFR ist nun das größte Architektur Film-Festival weltweit.

Programmkategorien

Das AFFR umfasst ein Themenspektrum, dass auf bestimmte aktuelle Gesichtspunkte referenziert. Einige Filme spüren neuen Entwicklungen im Kino und Architektur nach, während andere eher kritischer und analytischer Natur sind.

Das AFFR 2015 steht unter dem zentralen Thema Global Home. Definitionen von Zuhause und Zugehörigkeit unterliegen weltweiten Verschiebungen. Während es einfacher geworden ist, von Kontinent zu Kontinent zu reisen, sind wir andererseits im Stande, Aufgaben vom Schreibtisch aus per Knopfdruck zu erledigen. Zu den Fragen gehören: Wie wird die wachsende Anzahl nur temporär anwesender Bewohner die Städte verändern? Wie wird die neue (vernetzte) Stadt aussehen? Wie soll die Heimat der Entwurzelten aussehen? Wird die Stadt der Zukunft zu einem einzigen großen Hotel? Wo liegen die Grenzen zwischen Permanenz und Vorläufigkeit, Identität und Anonymität, den gebauten und den virtuellen Häusern? Vor dem Hintergrund einiger faszinierender Filme macht das AFFR die Zukunft der Stadt zum Diskussionsgegenstand für Filmemacher, Philosophen und Forscher.

Concrete Stories (Lorentz Findeisen, 2014)

Die Bewohner von „Betonburgen“ sprechen über das Leben im industriellen sozialen Wohnungsbau. Der Film nimmt die europäische Normierung unter die Lupe, die das Leben vielen Menschen dominiert und beleuchtet die konfligierenden Ideologeme in Ost und West.

The Mad Architect

Das es einer bestimmten Geisteshaltung braucht,  um  herausragende und kreative Gebäude zu entwerfen, ist das Thema dieser Programmkategorie.

Concrete Love (Maurizius Staerkle-Drux, 2014)

Der Film zeichnet die tägliche Routine des 94-jährigen Architekten Gottfried Böhm nach, und entwirft eine intime Innensicht der unauflöslichen Verbindung zwischen Person und Werk, Liebe und Kunst.

City Copy Paste

Eine immer wiederkehrende Aufgabe in der Stadtplanung liegt unglücklicherweise im Neubau von Stadtvierteln nach Naturkatastrophen oder Krieg. Gleichzeitig werden bestehende Städte kopiert und an andere Orte verpflanzt in der Hoffnung, den Erfolg des Originals zu wiederholen. Die Filme dieser Kategorie sollen eine Debatte über den Wert der Rekonstruktion und Authentizität anregen.
 
The Chinese Mayor (Zhou Hao, 2015)

Um Wirtschaftswachstum und Tourismus in Datong, der am meisten unter Umweltverschmutzung leidenden Stadt Chinas, zu fördern, lässt der Bürgermeister Geng Yango 140‘000 Wohnungen zerstören und die Bewohner umsiedeln. Damit kann die alte Stadtmauer wieder errichtet werden. Der junge Filmemacher Zhou Hao hat dies auf beeindruckende Weise dokumentiert und erhielt auch dabei auch zwei Jahre lang Zugang zum Bürgermeister.

Bürgermeister werden in China nach fünf Jahren an einen anderen Ort versetzt. Unter dem Druck, in dieser Zeit wirtschaftlich erfolgreich zu wirken, setzen sie alle Hebel in Bewegung und schrecken auch vor rücksichtslosen Maßnahmen nicht zurück. Um Investoren anzuziehen, setzen sie sich oft aufsehenerregend in Szene. Dokumentarfilmer Zhou Hao hat den Bürgermeister Geng Yango zwei Jahre lang begleitet und dessen ehrgeiziges Projekt, die Innenstadt von Datong zu revitalisieren, in Bildern eingefangen.

Beton Brut

Das Material, das in vielen ikonisch gewordenen Bauwerken Verwendung finden und das Material, das die moderne Architektur erst möglich gemacht hat: Filme über die Hochzeit des Brutalismus und über die Entfaltung des Betons und seinen Wert in der Architektur.

Modern Ruin: A World’s Fair Pavilion (Matthew Silva, 2015)

Einst ein Symbol der Weltausstellung in New York 1964/65, nun eine schauderhafte Remineszenz an die später so benannten Jahre des Optimismus: der New York State Pavillon

Lateinamerika

Das Augenmerk liegt diesmal auf einem Kontinent, der von Jahr zu Jahr bessere Werke hervorbringt, architektonisch genauso wie kinematografisch: Südamerika

Amancio Williams (Gerardo Panero, 2013)

Williams war der Repräsentant der modernen Architektur in Argentinien, anerkannt und bewundert für sein berühmtes Casa sobre el arroyo, das einem Feuer anheim fiel. Der Film erzählt die Geschichte seines  Lebens, seines Werks und stellt seine größten Projekte vor.

Bild: Still aus The Chinese Mayor (Zhou Hao, 2015). Quelle: AFFR

 

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