Architektur: Hanoi erhält neues Handelszentrum

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Aus neun Entwürfen internationaler Architekten wählte der Bauherr Vingroup den Masterplan und das architektonische Konzept der Hamburger Architekten von Gerkan, Marg und Partner aus und gab am 3. Oktober das Ergebnis bekannt.
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Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner konnten den Wettbewerb für das Projekt Nationales Ausstellungs- und Messezentrum von Vietnam für sich entscheiden. Aus neun Entwürfen internationaler Architekten wie SAMOO Architects & Engineers (Korea), Atkins (Hongkong) und NIKKEN SEKKEI (Japan) wählte der Bauherr Vingroup den Masterplan und das architektonische Konzept der Hamburger Architekten aus und gab am 3. Oktober das Ergebnis bekannt.

Der Entwurf für das Hauptgebäude des Handelszentrums nimmt in abstrakter Form das Motiv einer geöffneten Lotusblüte – der Nationalblume Vietnams – auf und soll mit dieser Gestalt zum unverwechselbaren und einzigartigen Wahrzeichen der Stadt werden. Die Anmutung einer Blüte wird durch die im Grundriss wie Blätter um einen Blütenkelch angeordneten Hallen erreicht. Das architektonische Konzept wird durch eine leichte Dachkonstruktion, bestehend aus Pylonen mit abgespannten und gebogenen Dächern verstärkt und lässt das Bauvolumen filigran wirken.

Das 128 Hektar große Grundstück liegt verkehrsgünstig im Norden von Hanoi auf dem Weg zum internationalen Flughafen Noi Bai und wird durch einen Fluss in west-östlicher Richtung geteilt. Mit einer Bruttogeschossfläche von ca. 350’000 m² wird das künftige Nationale Ausstellungs- und Messezentrum nördlich des Flusses in eine grüne Parklandschaft eingebettet sein, die sich bis auf die Südseite des Flusses erstreckt. Der Eingang zur Messe wird von weitem durch zwei gläserne Hochhäuser mit Hotel-und Büronutzung markiert, die den Zufahrtsbereich flankieren. Im ersten Bauabschnitt soll das Messezentrum, das aus einem Konferenzzentrum und acht Ausstellungshallen besteht, realisiert werden. Alle Gebäude gruppieren sich kreisförmig um einen zentralen begrünten Platz, der als Wasserfläche mit „Inseln“ und Brücken konzipiert ist. Die Eingangshalle liegt im Süden. Über einen ringförmigen Baukörper, den „Concourse“, werden die stützenfreien Hallen mit einer Ausstellungsfläche von je 10’000 m² miteinander verbunden.

Zwischen den einzelnen Ausstellungshallen liegen Anlieferhöfe, von denen LKws seitlich in die Hallen einfahren können, gleichzeitig dienen die seitlichen Tore als Verbindung zwischen den Hallen. Auf diese Weise können die Bereiche additiv ergänzt oder voneinander abgegrenzt werden, um eine flexible Nutzung zu gewährleisten. So können zeitgleich mehrere Messen abgehalten werden. In späteren Bauabschnitten sind im Westen und Osten jeweils sechs Messehallen geplant, die zu einer quadratischen Gesamtform zusammengefasst werden und durch gläserne Verbindungsgalerien mit dem zentralen Bauwerk der ersten Bauphase verbunden werden.

Darüber hinaus ist ein Messegebäude für regelmäßige gewerbliche Ausstellungen im östlichen Grundstücksbereich vorgesehen und soll dort als kreisförmiges Gebäude platziert werden, wo es als Solitär von der Autobahn und der Hauptstraße aus Aufmerksamkeit auf sich zieht. Auf der Westseite ist analog ein kleineres Gebäude vorgesehen, das den Eingang zum westlichen Messegelände bildet, wenn alle Bauphasen abgeschlossen sein werden. Alle Elemente des Entwurfs sind separate bauliche Einheiten, die zeitlich unabhängig voneinander entwickelt werden können.

Daten:

  • Entwurf Meinhard von Gerkan und Nikolaus Goetze mit Dirk Heller
  • Projektleitung Wettbewerb Karen Schroeder
  • Team Christoph Berle, Mikael Stenberg, Holger Schmücker, Urs Wedekind
  • Team Vietnam Tran Cong Duc (Projektmanagement), Duong Nguyen Tien Hong
  • Bauherr Vingroup JSC.
  • BGF oberirdisch 564’590.00 m²
  • BGF unterirdisch 46’906.00 m²
  • BGF gesamt 611’496.00 m²

Bild: Vogelperspektive ©Atchain

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