Architektur: Seesicht im Breitwandformat

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Wenn bei einer privaten Immobilie vor allem die Lage zählt, hat die Architektur dieses Hauses Großes geleistet, sie im Inneren ganzjährig erlebbar zu machen. Der Erneuerungsbau der Casa Benedetti am Comer See öffnet sich zur oberitalienischen Seenlandschaft übergangslos durch großflächige Festverglasungen und Glas-Schiebetürsysteme von Schüco
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Wenn bei einer privaten Immobilie vor allem die Lage zählt, hat die Architektur dieses Hauses Großes geleistet, sie im Inneren ganzjährig erlebbar zu machen. Der Erneuerungsbau der Casa Benedetti am Comer See öffnet sich zur oberitalienischen Seenlandschaft übergangslos durch großflächige Festverglasungen und Glas-Schiebetürsysteme von Schüco. Sie sind zugleich stilprägend und Bestandteil eines gestalterisch wie energetisch anspruchsvollen Gesamtkonzeptes.

Seite an Seite mit Bestandsgebäuden im traditionellen oberitalienischen Baustil steht am Comer See seit kurzem ein Baukörper, der in seiner Reduziertheit und Materialwahl eindeutig Modernität signalisiert. Es handelt sich um einen „Erneuerungsbau“ – ein dem abgerissenen Bestandsobjekt in Grundriss und Volumen identisch nachgebautes Einfamilienhaus. Die Architektur bezieht sich in ihrer formalen Schlichtheit und Sachlichkeit explizit auf die reduzierte Formensprache von Mies van der Rohe sowie des Industriedesigners Achille Castiglioni, betont Architekt Cesare Sala im Exposé zu seinem Projekt. In Grundriss, Volumen, Dachform und Teilen der Werkstoffe allerdings sucht der formal reduzierte Baukörper die Nähe zu dem durch traditionelle Formen und Stilelemente geprägten Baustil des umliegenden Bestands.

Höchste Energieeffizienz

Vor dem Wiederaufbau fiel das Bestandsgebäude in die dramatisch schlechte Energieeffizienzklasse G – mit einem jährlichen Heizbedarf von 440 kWh pro Quadratmeter. Der aktuelle, baurechtlich geforderte Standard beim Wärmeschutz hätte bei 77,33 kWh gelegen, also rund einem Sechstel des früheren Verbrauchswertes. Dass am Ende eine Klassifizierung der Kategorie A mit hervorragend niedrigen 28,37 kWh/m²a für das Gebäude erzielt wurde, hängt mit einer Reihe von Energiesparmaßnahmen zusammen, die auf der Grundlage eines ganzheitlichen, nachhaltigen Energiekonzepts umgesetzt wurden.

Optimierte Gebäudehülle

Feuchtigkeitsabdichtung der Fundamente und des Mauerwerks, natürliche Belüftung zur Vermeidung von Kondensation, konsequente Ausschaltung von Wärmebrücken und anderen energetisch relevanten Schwachstellen in der Baukonstruktion gehörten zur Basis des Maßnahmenpakets. Und auch den Lichtöffnungen im Gebäude wurde im Hinblick auf Energieeinsparungen und ein ganzjährig angenehmes Raumklima ein strenges Anforderungsprofil auferlegt. So wählte man durchgängig hoch isolierende Fenster in thermisch getrennter Aluminium-Profilbauweise in Kombination mit Dreifach-Isoliergläsern. Die energetischen Leistungen der Schüco Systembauteile werden ergänzt um intelligente Sichtschutz- und Beschattungssysteme, die von Sonnen- und Windsensoren gesteuert werden. Durch die Kombination außen- und innenliegender Systeme wird Schutz vor Überhitzung, unerwünschten Blicken sowie Blendschutz auch dann ermöglicht, wenn aufgrund starker Windeinwirkung die Außenbeschattung eingefahren bleiben muss. Dies betrifft im Wesentlichen die zum Comer See ausgerichtete Westfassade, an die die Wohn- und Schlafbereiche unmittelbar angrenzen.

Großflächige Verglasungen – spektakuläre Aussichten

Das ganzjährig milde Klima Oberitaliens sowie die malerischen See- und Landschaftsansichten legten es nahe, die Westfassade optisch und räumlich möglichst weit zur Natur zu öffnen. Ein Maximum an Transparenz, Lichteinfall und Sicht konnte durch den Einsatz des Schiebetürsystems Schüco ASS 70.HI erzielt werden. Raumhoch und in der Breite vollständig zwischen den Grundmauern ausgebildet, wird die Aussicht hier in maximaler Raumbreite hergestellt. Aufgrund der bodenversenkten Führungsschienen des Systems geschieht dies völlig übergangslos und barrierefrei. Die lichtgrau in RAL 9006 lackierten Aluminiumprofile aller Systemelemente gliedern die panoramatischen Glasflächen vertikal und bilden einen dezenten Material- und Farbkontrast zum Glas, den Teakholz- und Eichenböden von Terrasse und Innenraum sowie den alles umrahmenden „eisweißen“ Putzflächen des Baukörpers.

Den spektakulären Breitwand-Effekt der Ausblicke über die Westfassade variierte der Architekt geschossweise in der Feldaufteilung. Für den Schlafbereich im OG sah er eine symmetrische Vierteilung vor mit zwei beweglichen Schiebetür-Elementen im Zentrum. In den Verglasungen vor dem kombinierten Wohn-, Ess- und Kochbereich im EG sind die beiden mittleren Felder durch zusätzliche Türelemente unterbrochen. Kleinere Lichtöffnungen in der Südfassade wurden stilkonform mit dem System Schüco AWS 75.SI realisiert.

Zusätzliche Sicherheitsfunktionen und Klimatisierung

Hervorragende Witterungs- und Schalldichtigkeit und optimale Wärmedämmung stellten neben der Ästhetik die Kernanforderungen an die Schiebetüren und Fenster dar. Darüber hinaus waren auf Bauherrenwunsch noch zusätzliche Funktionen in die Systembauteile zu integrieren. So verständigte man sich bei allen Elementen auf ein Sicherheitsniveau der Klasse WK2 sowie eine ergänzende anlagentechnische Ausstattung mit Vibrationssensoren zur Einbruchsdetektion. Damit die insgesamt angestrebte Dichtigkeit nicht zu Lasten des Raumklimas und der Luftqualität geht, wurde ein mechanisches Ventilationssystem mit Wärmerückgewinnung und Bypass für die Sommermonate installiert. Dieses System hat sich bislang als derart wirkungsvoll erwiesen, dass die vorgerüstete elektronische Klimaanlage bislang nicht für den Betrieb endinstalliert werden musste. Nach Aussage der Bewohner funktioniert die Kombination von mechanischer Be- und Entlüftung mit den Sonnenschutzsystemen derart gut, dass hohe Luftfeuchtigkeit vermieden wird und sich die Temperaturen ganzjährig innerhalb der Behaglichkeitsgrenzen bewegen.

Gelungene architektonische Gratwanderung

Abgesehen von dem Wunsch, Küche, Ess- und Wohnbereich als einen einzigen integrierten Raum zu gestalten, hatten die Bauherren dem Architekten nahezu völlige Planungs- und Gestaltungsfreiheit überlassen und waren nach eingehenden Beratungsgesprächen dessen Empfehlungen gefolgt. Nach rund einjähriger „Wohnpraxis“ beurteilen sie das Ergebnis in ästhetischer wie funktionaler Hinsicht als überaus positiv. Überzeugt sind sie von der gelungenen gestalterischen Gratwanderung zwischen moderner Identität und der respektvollen Integration in das landschaftliche und architektonische Umfeld. Ein Blick aus dem Wohnraum, dem Lieblingsaufenthaltsort der Familie, auf das Panorama des Comer Sees genügt, um diese besondere Wohnqualität nachzuempfinden. Und für den außenstehenden Betrachter wird durch eine effektvolle Illumination des Baukörpers am Abend ebenfalls ein besonderer Anblick geschaffen.

 

Architekt Cesare Sala legte großen Wert auf die harmonische Integration in die Seeansicht der ufernahen Gebäudezeile. Das Zeltdach zitiert eine für die Region typische Dachform und ist in grauem Gneis gedeckt. (Bild: Marcello Mariana)

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