Architektur: ZV-Bauherrenpreis 2014 – Gewinner stehen fest

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Die Entscheidung über die Gewinner des 48. Bauherrenpreises der Zentralvereinigung der Architektinnen und Architekten Österreichs ist gefallen. Aus insgesamt 110 eingereichten Bauten haben neun Nominierungsjurys die Anwärter auf den Siegertitel ausgewählt. 27 Bauten aus ganz Österreich waren nominiert, sieben wurden nun mit dem begehrten ZV-Bauherrenpreis ausgezeichnet.

Mit der Preisverleihung hat das Warten ein Ende, die Gewinnerprojekte des Bauherrenpreises 2014 stehen fest. Sechs Monate sind seit der Einreichfrist vergangen. Eine dreiköpfige Hauptjury, bestehend aus Architekt Zvonko Turkali, Architekturpublizist Otto Kapfinger und ZV-Präsidentin Architektin Marta Schreieck, hat jene 27 Bauten besichtigt, die im Sommer aus 110 Einreichungen aus allen neun Bundesländern von den Nominierungsjurys für den Preis vorgeschlagen wurden und daraus die Bauherrenpreisträger 2014 gekürt. Die sieben Gewinner kommen aus dem Burgenland, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Wien.

Im Rahmen eines feierlichen Festaktes im Odeon in Wien wurden sie im Beisein von Herrn Bundesminister Josef Ostermayer und Frau Vizebürgermeister Maria Vassilakou geehrt.

Die Bauherrenpreisträger 2014:

Office OFF, Steinberg-Dörfl, Burgenland

Bauherr: FOB-face of buildings, Johannes Stimakovits
Architektur: heri&salli (Heribert Wolfmayr, Josef Saller), Wien

Schatzkammer, Dom zu Gurk, Kärnten

Bauherr: Diözese Gurk, Klagenfurt;
DI Fritz Breitfuss (Leiter Bauabteilung),
Msgr.Mag.Gerhard Christoph Kalidz (Stiftspfarrer), Dr. Eduard Mahlknecht (Diözesankonservator)
Architektur: winkler + ruck architekten (Claudia Ruck, Roland Winkler), Klagenfurt

Generalat Halleiner Schwestern Franziskanerinnen, Oberalm, Salzburg

Bauherrin: HSF Immobilien GmbH, SR Emanuela Resch, SR Benedicta Lienbacher
Bmst. Manfred Steinlechner
Architektur: Heinz Tesar, Wien

Kulturzentrum Ischgl, Tirol

Bauherrin: Gemeinde Ischgl, Bgm. Werner Kurz
Architektur: parc ZT GmbH (Michael Fuchs, Barbara Poberschnigg), Innsbruck

Werkraum Bregenzerwald, Andelsbuch, Vorarlberg

Bauherr: Werkraum Bregenzerwald, GF
Renate Breuß, Obmann Anton Kaufmann
Architektur: Peter Zumthor; Haldenstein/Schweiz

PaN Wohnpark “Interkulturelles Wohnen”, 1020 Wien

Bauherr: Neues Leben, Dir. Johann Gruber, Dir. Wolfgang Reitterer,
Dir. Karl Heinz Stadler
Architektur: Architekt Werner Neuwirth, Wien mit Sergison Bates, London und von Ballmoos Krucker Architekten, Zürich

VinziRast mittendrin, 1090 Wien

Bauherr: Verein Vinzenzgemeinschaft St. Stephan, Cecily Corti, Doris Kerbler
Architektur: gaupenraub +/- (Alexander Hagner, Ulrike Schartner), Wien

 

Qualität und Quantensprünge

Um „exzeptionelle Lösungen, die in intensiver Kooperation von Bauherren und Architektinnen realisiert wurden, die in architektonischer Gestalt und innovatorischem Charakter vorbildlich sind und darüber hinaus einen positiven Beitrag zur Verbesserung unseres Lebensumfeldes leisten“ soll es sich laut Ausschreibungskriterien bei den Preisträgern des ZV-Bauherrenpreises handeln. Beachtliche 110 Einreicher aus ganz Österreich haben dies heuer für sich beansprucht und damit auch bestätigt, dass es bei Architektur, die relevant sein will, längst nicht mehr bloß um das Errichten einer schöner Hülle gehen kann.

Marta Schreieck, Präsidentin der Zentralvereinigung der Architektinnen und Architekten Österreichs, spricht großes Lob aus: „Komplexe technisch und gesetzliche Anforderungen an Gebäude sowie stark von juristischen Gesichtspunkten definierte Planungs- und Bauprozesse machen es oft schwierig, das Augenmaß zu behalten und nicht Opfer der vielbeklagten Überregulierung zu werden. Deswegen ist es großartig, dass das Niveau der Einreichungen zum ZV-Bauherrenpreis, die auch zugleich einen repräsentativen Überblick über das aktuelle Architekturschaffen in Österreich geben, 2014 insgesamt ausgesprochen hoch war. Die 27 Nominierungen beweisen alle, dass gutes Bauen immer von einem Klima des Vertrauens zwischen den Auftraggebern und Architektinnen sowie allen in den Bauprozess Involvierten getragen sein muss. Und sie belegen auch, dass es nicht zum Ziel führt, bloß die aktuellen Normen zu erfüllen, sondern dass es auch wichtig ist, zu erkennen, welche Maßnahmen für die jeweilige Aufgabe angemessen sind.“

Jedes der nominierten Projekte, so Schreieck, wies dieses gegenseitige Vertrauen und ein besonderes Engagement der Beteiligten auf, schließlich waren es aber sieben Bauten, die besonders herausstachen. Sie gelten als beispielhaft für das aktuelle Architekturschaffen in Österreich und stellen sich allesamt den aktuellen Problemlagen sozialer, bildungspolitischer, gesellschaftlicher oder ökologischer Natur.

Die Jury

Die Hauptjury bestand aus Otto Kapfinger, Marta Schreieck und Zvonko Turkali. Zu dritt waren die drei Architekturexperten im Sommer 2014 vier Tage lang in ganz Österreich unterwegs um die Nominierungen zu besichtigen. Die Künstlerin Melanie Hollaus begleitete die Jury und hielt diese Reise filmisch fest. Die Dokumentation ist auf der Website der ZV zum Download abrufbar.

Otto Kapfinger, geb. 1949, lebt in Wien als Architekturwissenschaftler und -publizist. Er war 1970 Mitbegründer der Experimentalgruppe „Missing Link“ und arbeitete bis 1983 an Bauten und Projekten mit Adolf Krischanitz. Kapfinger war Vorstandsmitglied der ÖGFA (1978–92) und der Wiener Secession (1980–84), lehrte an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, war 1997–99 Gastprofessor an der Hochschule für Gestaltung in Linz und Mitglied in den Gestaltungsbeiräten von Krems und Salzburg.

Marta Schreieck, geb. 1954 in Innsbruck, absolvierte ihr Architekturstudium an der Akademie der bildenden Künste und ist mit Dieter Henke Gründerin des Architekturbüros Henke Schreieck Architekten in Wien. Ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet, sie bringt ihre Expertise in zahlreichen Gremien und Gestaltungsbeiräten ein und war Kommissarin des österreichischen Beitrages der 9. Architekturbiennale in Venedig 2004. Seit 2005 ist sie Mitglied der Akademie der Bildenden Künste Berlin und seit 2009 Präsidentin der Zentralvereinigung der Architekten Österreichs.

Zvonko Turkali, geb. 1957, ist Architekt und studierte Architektur in Frankfurt und den USA (Harvard). 1988 gründete er in Frankfurt das Büro Turkali Architekten. Er ist Professor an der Leibniz Universität Hannover und berät zahlreiche Städte in Fragen des Städtebaus und der Architektur. 2006 hat er den Christian-Heyden-Preis für Baukultur verliehen bekommen. Zvonko Turkali war von 2009 bis 2012 Landesvorsitzender des BDA Hessen, ist Preisrichter bei zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben und hält Vorträge im In- und Ausland.

Publikation und Ausstellung

Anlässlich der Preisverleihung publiziert Österreichs führendes Architekturmagazin architektur.aktuell eine Sonderausgabe, in der alle nominierten und preisgekrönten Bauten vorgestellt werden. Die Projekte werden auch dieses Jahr im Wiener Ringturm (Eröffnung: 17.11.2014, 18:30) für die Öffentlichkeit ausgestellt und gehen danach auf Tour durch die Bundesländer.

 

Office OFF, Steinberg-Dörfl, Burgenland, Bauherr: FOB-face of buildings, Johannes Stimakovits
Architektur: heri&salli (Heribert Wolfmayr, Josef Saller), Wien.

Bild: Paul Ott

 

 

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