BAU 2011 präsentiert energieeffiziente Lösungen im Fenster- und Fassadenbau

Fenster, Fassaden und die dazu gehörenden Komponenten gehören traditionell zu den wichtigsten Ausstellungssegmenten der BAU, Weltleitmesse für Architektur, Materialien, Systeme, die vom 17. bis 22. Januar 2011 auf dem Gelände der Neuen Messe München stattfindet.

Entsprechende Produkte und Systeme aus Aluminium, Stahl, Glas, Holz oder Kunststoff belegen in den Münchner Messehallen ein großes zusammen hängendes Areal, insgesamt rund 40.000 m² Fläche. Auch im Fenster- und Fassadenbau werden Innovationen vom Megatrend Nachhaltigkeit bestimmt, wobei der Schwerpunkt auf energieeffizienten Lösungen liegt. Weitere wichtige Themen sind Komfort und Sicherheit.

Der deutsche Fenster- und Fassadenmarkt koppelte sich 2009 von der allgemeinen Entwicklung – Rückgang bei den bauwirtschaftlichen Investitionen – ab und erwirtschaftete ein Umsatzplus von 3,6 Prozent. Für 2010 wird nach Angaben des Verbands der Fenster- und Fassadenhersteller (VFF) sogar ein Wachstum von 4,1 Prozent erwartet. Damit sind Fenster und Fassaden bereits im dritten Jahr in Folge im Aufwind, was ausschließlich auf den Sanierungsmarkt zurückgeht. Insbesondere die Förderprogramme der KFW Bankengruppe haben die Sanierung und den Austausch von Fenstern angekurbelt. Hinzu kommen die Konjunkturpakete der Bundesregierung, welche die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude fördern. Ob und wie es hier weiter geht, dazu wird man vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) auf der BAU 2011 sicher Neues erfahren.

Nicht nur finanziell wurde die energetische Sanierung des Gebäudebestands in Deutschland und in vielen anderen Ländern Europas gefördert; auch die diesbezüglichen Anforderungen wurden noch einmal verschärft – so etwa in Deutschland, Italien oder Polen, um nur einige Länder zu nennen. In Deutschland wurden die entsprechenden Kennwerte für die Wärmedämmung der gesamten Gebäudehülle und einzelner Bauteile in der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV, www.enev-online.de) vom 1. Oktober 2009 um ca. 30 Prozent verschärft. Die Hersteller reagierten darauf mit der Verbesserung ihrer Konstruktionen (weitere Informationen unter: www.ift-rosenheim.de). "Die Hersteller haben sich frühzeitig auf die schärferen Anforderungen eingestellt und präsentieren interessante Produktlösungen, die international führend sind", meint Ulrich Sieberath, Leiter des Forschungsinstituts ift Rosenheim. Entsprechend optimierte Fenster und Fassadensysteme werden auf der BAU 2011 zu sehen sein.

Ansätze, die Energieeffizienz von Fenstern und Fassaden und damit die Energiebilanz von Gebäuden weiter zu verbessern, gibt es viele – etwa den Einsatz neuer Materialien und Beschichtungen mit geringerer Wärmeleitfähigkeit, die Reduzierung der Profilbreiten, verbesserte Baukörperanschlüsse oder neue Glaseinbindungen und wärmetechnisch verbesserte Randverbundsysteme. Begleitende Maßnahmen sind der Einsatz von Photovoltaik und Solarthermie, die Anbindung der Gebäudehülle an die Haustechnik und eine bessere Tageslichtnutzung. Auch die Glashersteller, welche auf der BAU eine komplette Halle (C2) mit 10.000 m² Fläche belegen, treiben die Entwicklung wärmetechnischer Innovationen weiter voran. Das Dreifach-Isolierglas mit Argon oder Krypton-Füllung ist heute bereits Standard und sorgt für eine deutliche Reduzierung der Wärmeverluste. In der Entwicklungsphase sind derzeit noch Vakuumverglasungen, die eine hervorragende Dämmung mit schlanker Konstruktion und geringem Gewicht verbinden. Marktreife Lösungen könnten auf der BAU 2011 zu sehen sein.

Neben Aspekten der Nachhaltigkeit, mit Priorität auf energieeffizienten Lösungen, richtet sich das Augenmerk der Fenster- und Fassadenbauer auf Themen wie Wohnkomfort, Sicherheit und Barrierefreiheit. Hier verspricht der Einsatz von elektronischen und elektromechanischen Bauteilen wirksame Verbesserungen. So können beispielsweise "intelligente" Fenster und Fassaden, in denen gebäudetechnische Anlagen integriert sind, Klima, Beleuchtung und Sonnenschutz steuern. Sensoren messen Einflussgrößen wie Luftqualität, Luftfeuchte, Raumtemperatur und Lichtstärke und lösen automatisch bedarfsorientierte Reaktionen aus. Entsprechende Beispiele zeigte bereits die BAU 2009.

Die Zukunft gehört Häusern, die mehr Energie liefern als sie verbrauchen, also Plusenergie- oder Energiegewinnhäuser. Auch hierzu können innovative Fenster und Fassaden einen wertvollen Beitrag leisten, zum Beispiel indem PV-Elemente direkt als Dach oder Fassadenbekleidung genutzt werden. Wie so etwas geht, zeigen beispielsweise die Modellbauten, die im Rahmen des "Solar Decathlon Europe" realisiert werden (detaillierte Informationen zu diesem Wettbewerb unter: www.sdeurope.org). 20 Studententeams aus aller Welt, darunter auch vier deutsche Mannschaften, nehmen an diesem Wettbewerb teil. Die Gewinner werden im Juni 2010 in Madrid gekürt. Geplant ist, die besten Gebäude auf der BAU 2011 zu präsentieren. Begleitend dazu plant das Bundeswirtschaftsministerium ein Symposium mit dem Titel "Energieforschung für die Gebäude der Zukunft".

Auch in anderen Veranstaltungen des BAU-Rahmenprogramms spielen Fenster und Fassaden eine gewichtige Rolle. So zeigt die Sonderschau "Nachhaltig Bauen mit Fenstern und Fassaden" des ift Rosenheim (www.ift-rosenheim.de) wie mit qualitativ hochwertigen Bauelementen innovative Energiegewinnhäuser und nachhaltiges Bauen realisiert werden können. Planer, Bauherren und Investoren erhalten produktneutrale Informationen zu Technik, zukünftigen Anforderungen und notwendigen Nachweisen für nachhaltige Gebäude. Außerdem erläutert die Sonderschau anhand von Produkten, wie die Environmental Product Declaration (EPD) als Grundlage für Zertifizierungen nach DGNB, LEED oder BREEAM genutzt werden kann. In einer weiteren Sonderschau, realisiert von der Fraunhofer-Allianz Bau 1) (www.bau.fraunhofer.de) bilden Hochleistungswerkstoffe und intelligente Gebäudeleitsysteme ein Schwerpunktthema.

Weitere Informationen: www.bau-muenchen.com

 


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