Bauhaus Museum Dessau: Architekturwettbewerb mit zwei Erstplatzierten

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Zwei Erstplatzierungen, die beide an die Tradition des Bauhaus anknüpfen: Das Bauhaus ist als Hochschule immer ein Ort der neuen Ideen gewesen und ein internationaler Ort. Bewusst hat die Stiftung Bauhaus Dessau daher den Wettbewerb für das neue Bauhaus Museum, das zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum im Jahr 2019 eröffnet werden soll, in einem offenen, internationalen Wettbewerb ausgeschrieben.

„Unsere Aufgabe ist es, ein Bauhaus Museum zu bauen, dass in der Tradition dieser einzigartigen Hochschule für Gestaltung steht. Die Frage ist, welche Architektur ist im 21. Jahrhundert die passende für diese Bauaufgabe? Mit der offenen, internationalen Ausschreibung ist es uns gelungen, viele Architekturbüros weltweit in diesen Diskurs mit einzubinden. Jetzt haben wir zwei 1. Preisträger, deren Entwürfe die Spannbreite der Möglichkeiten aufzeigt.“ Dr. Claudia Perren, Direktorin Stiftung Bauhaus Dessau.

Die Entwürfe der erstplatzierten Büros aus Barcelona und New York knüpfen beide an die Tradition des Bauhauses an, wenn auch mit sehr unterschiedlichen Ansätzen. Die Stiftung verhandelt im nächsten Schritt mit beiden Erstplatzierten parallel. Die Verhandlungen werden zeitnah beginnen, so dass im nächsten Quartal fest steht, mit welchem Büro das Bauhaus Museum gebaut wird.

Zur Erstplatzierung an das spanische Büro Gonzalez Hinz Zabala (Roberto González Peñalver, José Zabala Rojí, Anne Katharina Hinz), Barcelona/Spanien und den Landschaftsarchitekten Roser Vives de Delás, Barcelona/Spanien schreibt das Preisgericht (Auszug aus der schriftlichen Beurteilung):

„Das neue Bauhaus Museum (..) versteht sich als ikonografisches Erbe/ less is more und verbindet mit seinem gläsernen Foyer-Geschoss zwischen dem urbanen Stadtleben und dem Stadtpark und lädt den Besucher ins Museum ein. (..) Die gläserne Hülle um das gesamte Gebäude (..) schafft (..) maximale kuratorische Freiheit der Bespielung. Sie greift die ntention des Bauhauses – eine offene Schule zu sein – auf. (..) Funktional als auch von der Bespielbarkeit der Räume ist diese Arbeit ein sehr guter Beitrag – das Museumsgebäude ist Instrument zum Ausdruck von Aktivität und Produktivität – Kreativität und sozialer Interaktion.“

Zur Erstplatzierung an das New Yorker Büro Young & Ayata (Michael Y-oung, Kutan Ayata), New York/USA und den Landschaftsarchitekten Misako Murata, New York/USA schreibt das Preisgericht (Auszug aus der schriftlichen Beurteilung): „Das Gebäude versteht sich als offenes Kollektiv (..). Es ist ein eigenständiger Baukörper, der im heterogenen Stadtumfeld zum neuen Bezugspunkt wird. Der Gestaltungsansatz besitzt eine suggestive Kraft (..) und hat einen großen Wiedererkennungswert (..). Referenzen zu verschiedenen Bauhausansätzen sind (..) überzeugend formuliert.(..) So entsteht (..) ein kraftvolles, mutiges und faszinierend, wegweisendes Architekturzeugnis des 21. Jahrhunderts, das im globalen Wettbewerb (..) einen eigenen Fußabdruck hinterlässt.“

Jurybegründung zur dritten Platzierung

Büro: Berrel Berrel Kräutler AG (Maurice Berrel), Zürich/Schweiz; Landschaftsarchitekt: ASP Landschaftsarchitekten AG (Florian Seibold), Zürich, Schweiz

Auszug aus der schriftlichen Beurteilung: „Der zweigeschossige polygonale Bau öffnet sich zu allen Seiten mit spannungsvollen und facettenreichen Bezügen zwischen Innen und Außen und definiert den Eingang zum Stadtpark neu. Es entsteht ein feingliedriges Erscheinungsbild, das sich gut in die Grünraum einfügt und nicht als herausgehobener Museumstempel sondern als offenes Haus des Austausches und der kulturellen Begegnung wahrgenommen wird.“

Jurybegründung zur vierten Platzierung

Büro: Ja Architecture Studio (Nima Javidi), Toronto/Kanada; Landschaftsarchitekt: JA Architecture Studio (Behnaz Assadi), Toronto/Kanada

Auszug aus der schriftlichen Beurteilung: „(..) ein polygonaler und in sich geschlossener Baukörper, der sensibel auf seine städtebauliche Position eingeht. Er zeigt eine klare Kante zur Kavalierstrasse und formt durch eine Abschrägung den klaren Übergang zur Friedrichstrasse. Insgesamt überzeugt er durch seinen skulpturalen Ansatz, der ein starkes Bekenntnis zum Museum als ein städtisches Gebäude darstellt.“

Jurybegründungen zu den drei Ankäufen

Auszüge aus den schriftlichen Beurteilungen:

Büro: Raummanufaktur (Edin Saronjic, Alexander Scholtysek), Darmstadt/Deutschland, Landschaftsarchitekt: Franz Reschke Landschaftsarchitektur, Berlin/Deutschland

“Der Verfasser schlägt einen viergeschossigen, quadratischen Kubus vor. Der Baukörper ist städtebaulich nachvollziehbar an der NO-Ecke des Stadtparks platziert. (..) Grundgedanke des Gebäudes ist ein Kernbereich, der die wesentlichen Nutzungsbereiche des Museums aufnimmt. (..) Öffnungen unterschiedlicher Größe gliedern die Fassade. (..) Dies ermöglicht für die Besucher im Treppenbereich unterschiedliche Ausblicke auf die Umgebung.”

Büro: Nussmüller Architekten ZT GmbH (Inge und Stefan Nussmüller), Graz/Österreich, Landschaftsarchitekt: Ingenieurbüro für Landschaftsarchitektur Robert Kutscha, Graz/Österreich

“Der Museumsbau besticht durch seine Eingeschossigkeit und durch seine weit auskragenden Dachflächen. (..) Der faszinierende Bereich des Entwurfes liegt in der äußerst einfachen Anordnung der Sammlungspräsentation. Eine große, frei zu gliedernde Fläche wird einzig durch einen Baum-Hof akzentuiert.”

Büro: Steiner, Weißenberger Architekten (David Steiner, Karl Weißenberger), Berlin/Deutschland, Landschaftsarchitekt: Jens Henningsen, Berlin/Deutschland

„Eine kompakte kubische Raumskulptur besetzt die Achse der Rathausgasse im Übergang zum Stadtpark. (..) Die Arbeit liefert eine spannende zeitgenössische Interpretation von Gestaltungsprinzipien und Raumkonzeptionen des Bauhauses.“

Übersicht der prämierten Architekturbüros mit allen Beteiligten

Offener, internationaler 2-phasiger Realisierungswettbewerb

Ein 1. Preis

Architektur: Gonzalez Hinz Zabala, Barcelona/Spanien
Verfasser: Roberto Peñalver Gonzalez, Zabala Rojí
Mitarbeiter Anne Katharina Hinz, Cecilia Rodríguez Vielba
Fachberater:
Ausstellungskurator: Moritz Küng,Barcelona/Spanien
Energietechnik: Stefanie Reuss, Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart/D
Material- und Fassadendesign: Miquel Rodríguez, Xmade, Barcelona/Spanien
Tragwerksplanung: Manuel Arguijo, Barcelona/Spanien
Landschaftsarchitektur: Roser Vives de Delás, Barcelona/Spanien
Verfasser: Roser Vives de Delá

Ein 1. Preis

Architektur: Young & Ayata, LLC, Brooklyn, NY/USA
Verfasser: Michael Young, Kutan Ayata
Mitarbeiter: Sina Ozbudun, Ryan Roark, Tyler Kvochock, Kevin Pazik, Isodoro Michan, Ae Ree, Rho, Rajika Maheshwari
Fachberater: 
Tragwerksplanung: Florian Gauss – Teuffel Engineering, Stuttgart/D
Technische Gebäudeausrüstung: Ben Shepard, Atelier Ten, New York/USA
Landschaftsarchitektur:  Misako Murata, Brooklyn, NY/USA
Verfasser:  Misako Murata

3. Preis

Architektur:  Berrel Berrel Kräutler AG, Zürich/Schweiz
Verfasser: Maurice Berrel
Mitarbeiter: Tilmann Weissinger, Thomas Merz, Raphael Kräutler, Linda Münch, Norbert Pasko
Fachberater:
Holzbau: Hermann Blumer, Waldstatt/Schweiz
Lüftung/Klima: Christian Egli, Amstein + Walthert AG, Zürich/Schweiz
Bauingenieurwesen: Dr. Neven Kostic, Dr. Schwartz Consulting AG, Zug/Schweiz
Lichtgestaltung: Marc Dietrich, Mettler+Partner Licht AG, Zürich/Schweiz
Ausstellungsplanung: Christian Brändle, Museum für Gestaltung, Zürich/Schweiz
Grafik: Dominique Berrel, dominique berrel grafik, Basel/Schweiz
Landschaftsarchitektur:  ASP Landschftsarchitekt HTL/BSLA, Zürich/Schweiz
Verfasser: Florian Seibold
Mitarbeiter:  Sven Reithel, Elodie Rué

4. Preis

Architektur: JA ARCHITECTURE STUDIO, Toronto/Kanada
Verfasser: Nima Javidi
Mitarbeiter: Kyle O‘Brien, Zhou Tang, Sally Kassar, Goldie Schlaff, Arittro Noor
Fachberater: Tragwerksplanung: AMA Design, North York, Kanada
Technische Gebäudeausrüstung: Thomas Technical, Mississauga/Kanada
Landschaftsarchitektur: JA ARCHITECTURE STUDIO, Toronto/Kanada
Verfasser:  Behnaz Assadi
Mitarbeiter: Hanieh Rezaie

 

Anerkennung

 

Architektur:  Nussmüller Architekten ZT GmbH, Graz/Österreich
Verfasser: Inge Nussmüller, Stefan Nussmüller
Mitarbeiter: DI Georg Auinger, Theresa Reisenhofer, Jakob Zögl
Fachberater
Bauingenieurwesen: Wendl ZT GmbH, Graz/Österreich
Ingenieurbüro für Landschaftsarchitektur, Graz/Österreich
Verfasser:  DI Mag. Robert Kutscha

Anerkennung

Architektur: Raummanufraktur, Darmstadt
Verfasser: Edin Saronjic, Alexander Scholtysek
Fachberater:
Tragwerksplanung: Prof.Dr. Mark Fahlbusch, Bollinger + Grohmann Ingenieure, Frankfurt/D
Bauphysik/Brandschutz: Kim Boris Löffler, Bollinger + Grohmann Ingenieure, Frankfurt/D
Ausstellungsgestaltung: Michiko Bach Daniel Dolder, Bach Dolder Architekten, Darmstadt/D
Landschaftsarchitektur: Franz Reschke Landschaftsarchitektur, Berlin
Verfasser: Franz Reschke
Mitarbeiter: Gerda Berger

Anerkennung

Architektur: Steiner Weißenberger Architekten, Berlin
Verfasser: David Steiner, Karl Weißenberger
Mitarbeiter: Felix Zaiss, Leonhard Thuma
Fachberater:
Haustechnik: Hr. Grüschow, RZ-CON, Berlin/D
Statik: Hr. Saradshow, SFB Bauingenieure GmbH, Berlin/D
Verkehrsplanung: Dittrich Verkehrsplanung, Berlin/D
Landschaftsarchitektur: Henningsen Landschaftsarchitekten BDLA, Berlin
Verfasser: Jens Henningsen
Mitarbeiter: Anna Martinez-Saban, Eva Zerjathe

In der 2. Phase des offenen, internationalen 2-phasigen Realisierungswettbewerbs wurden aus den Einreichungen 30 weitere Entwürfe ausgewählt.

 

Bild oben: Entwurf von Young & Ayata (Michael Y-oung, Kutan Ayata), New York/USA, Eingangsbereich. Quelle: Stiftung Bauhaus Dessau

 

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