Bauteilfehler: Wie man sie mit Augmented Reality frühzeitig erkennt

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Bauteilfehler: Wie man sie mit Augmented Reality frühzeitig erkennt

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Das deutsche Start-up Visometry stellt auf der Hannover Messe ein mobiles Inspektionssystem vor, das mit Augmented Reality arbeitet und Fehler an zugelieferten Bauteilen oder Baugruppen frühzeitig aufspürt.
Augmented Reality für die mobile Inspektion und Qualitätssicherung beim Landmaschinenhersteller Krone

Quelle: Visometry

  • Wenn Komponenten von Lieferanten in der Produktion zu verbauen sind, muss zuvor die Wareneingangskontrolle die Qualität der zugelieferten Bauteile absichern.
  • Mit Twyn stellt das deutsche Start-up Visometry ein mobiles Inspektionssystem vor, das auf Augmented Reality basiert und mit dem sich solche Komponenten in Echtzeit prüfen lassen.
  • Zur Hannover Messe 2021 wird die erste Version von Twyn veröffentlicht.

Visometry, das in Deutschland ansässige Start-up, das die Lösung VisionLib (Augmented Reality Tracking Engine) anbietet, stellt nun sein zweites Produkt namens Twyn vor. Dieses mobile Inspektionssystem verwendet Augmented Reality für eine digitalisierte und effiziente Qualitätsprüfung eingehender Teile und Baugruppen. Die schlüsselfertige Lösung ermöglicht es, reale Objekte mit ihrer CAD-Spezifikation abzugleichen. Durch die Kamera des Tablets registriert und verfolgt Twyn inspizierte Objekte automatisch, um die verbaute Ist-Situation mit dem digitalen Zwilling zu vergleichen. Dazu werden präzise Augmented-Reality-Overlays verwendet.

Das Verfahren soll sich besonders in anlaufenden Produktionsprozessen bewähren, weil frühzeitiges Auffinden von Fehlern Ausfallzeiten vermeiden hilft. Mit dem mobilen Inspektionssystem können alle Teile und nicht nur Stichproben abgesichert werden, um Ausschuss, Nacharbeiten und kostspielige Rückrufe zu reduzieren.

Durch die neuartige Visualisierung und durch die präzise automatische Ausrichtung des überlagerten digitalen Zwillings findet Twyn Abweichungen besonders schnell und ermöglicht es, mehr Teile in kürzerer Zeit zu überprüfen. „Dies reduziert das hohe Risiko für Folgefehler und -kosten in der Produktion oder für Reparaturaufgaben im Einsatz“, sagt Visometry-Mitbegründer Dr. Harald Wuest. Mit der integrierten Prüfdokumentation werden Fehler von Anfang an digital erfasst und verfolgt. Der „Digital-by-design“-Workflow ermöglicht dabei eine nahtlose Kooperation verschiedener Gewerke, um Fehlerquellen schnell zu identifizieren, und unterstützt dabei, Verbesserungen früher im Produktentwicklungszyklus einzubeziehen.

Augmented Reality bringt den digitalen Zwilling auf das Bauteil

Twyn wird bereits seit fast einem Jahr von Pilotkunden routinemäßig eingesetzt. Einer von ihnen ist der Landmaschinenhersteller Krone. Bei hochkomplexen Produkten und zahlreichen Konfigurationsvarianten verwendet Krone Twyn, um die Qualitätsprüfung zu beschleunigen und um die Komplexität des Prüfprozesses zu verringern. Durch das schnellere Auffinden von Fehlern bei gleichzeitiger Erhöhung der Prüffrequenz vermeidet Krone häufiger Stillstandzeiten und beschleunigt die Iterationszyklen zwischen Montage und Konstruktion. „Was uns jedoch wirklich beeindruckt hat war, dass wir mit Twyn Prüfungen durchführen können, die bisher nicht realisierbar waren: Da Twyn komplett mobil auf einem Tablet läuft, können unsere Ingenieure nun die Prüfung zu den (auch sehr großen) Baugruppen bringen und nicht umgekehrt“, sagt Andreas Audick, Qualitätsingenieur bei Krone. Teile müssen so nicht aufwändig transportiert werden, sondern können direkt vor Ort abgesichert werden, und das praktisch zu jedem Zeitpunkt im Produktionszyklus: beim Wareneingang, an der Produktionslinie, oder zur Qualitätsdokumentation vor dem Versand.

Für die Visometry war es ein naheliegender nächster Schritt tiefer in die Richtung der Qualitätssicherung zu gehen. Das Augmented Reality-Tracking Basis-SDK VisionLib ermöglicht einen schnellen und genauen Abgleich von CAD-Daten auf realen Counterpart, was das Objekt-Tracking im industriellen Maßstab zu einem Eckpfeiler von „Digital Twin“-Technologien macht. Laut Wuest haben viele Unternehmen immer noch Schwierigkeiten, AR im Regelbetrieb einzusetzen, insbesondere aufgrund des aufwändigen und mühsamen Vorbereitungsaufwands vieler AR-Systeme. „Mit Twyn haben wir den Prozess vereinfacht und die Datenaufbereitung auf ein Minimum reduziert, sodass sich Benutzer auf die Inspektions- und Engineering-Aufgaben selbst konzentrieren können, ohne gleich zum IT- oder AR-Profi werden zu müssen“, erklärt Wuest weiter.

Inspektionssystem soll Prozess künftig komplett automatisieren

Bei Visometry ist dies jedoch nur der nächste Schritt zur Industrie 4.0: Mit mehr als zehnjährigen Hintergrund in den Bereichen Computer Vision und Mobile Computing dehnt Visometry derzeit die Grenzen des Augmented Reality -Trackings weiter aus. Ziel ist es, den Inspektionsprozess komplett zu automatisieren, damit Twyn prüfen kann, ob Teile vorhanden sind, ob die richtigen Teile zusammengebaut oder ob Position und Ausrichtung korrekt sind. „Wir haben erste Piloten dieser automatisierten Inspektion am Laufen, mit vielversprechendem Feedback von unseren Pilotanwendern.“ sagt Wuest. Während eine solche Technologie ein Novum im Hinblick auf vergleichbare mobile Inspektionssysteme darstellt, ist eine erste Testversion von Twyn nun öffentlich verfügbar.

Bild oben: Augmented Reality überlagert das Bauteil mit einem digitalen Zwilling zum Soll/Ist-Abgleich für die Qualitätssicherung im Wareneingang. Bildquelle: Visometry

Weitere Informationen: https://visionlib.com/twyn/

Erfahren Sie hier mehr über Brückeninspektion mit Drohnen und digitalen Zwillingen.

Lesen Sie auch: „Leiterplatten-Design und Fertigung: Gleich sehen, was sich machen lässt“

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