BIM: Arbeitsprozesse im Bauwesen spielerisch lernen

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Durch die BIM-Methode (Building Information Modeling) werden moderne Bauprojekte virtuell geplant. Wie in einem Computerspiel ist es dadurch möglich, durch Räume zu gehen, sich Details zu Bauteilen anzusehen oder bauspezifische Informationen abzufragen.

Bei einem Bauvorhaben geht es jedoch nicht alleine um die Bereitstellung von Informationen. Viele Faktoren, wie etwa die Kommunikation zwischen allen am Bau Beteiligten, spielen eine Rolle. Mit der Frage, wie sich die einzelnen Arbeitsschritte der Methode BIM optimal vermitteln lassen, befasst sich das Projekt „Bim Game“, an dem die Jade Hochschule jetzt gemeinsam mit europäischen Partnern arbeitet. Ziel des BIM Games ist es, den Usern anhand von realen Bauvorhaben und innerhalb des Rahmens des ECVET-Systems (European Credit Transfer System for Vocational Education and Training) spielerisch gemeinsames Handeln zu vermitteln.

„In der Pilotphase werden Strukturen geschaffen, um zu sehen wie das Projekt funktionieren kann. In den nächsten Schritten sollen neue Partner dazu gewonnen werden“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Jörg Härtel vom Fachbereich Bauwesen Geoinformation Gesundheitstechnologie (BGG) der Jade Hochschule. Wie das Endprodukt aussehen soll, ist noch offen. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und ist gerade gestartet.

Europäische Zusammenarbeit

Gefördert wird die Planung des Spieles durch das EU-Programm „Erasmus+“. Neben der Jade Hochschule in Oldenburg und der Bergischen Universität Wuppertal sind auch Institute und Firmen aus Belgien, Frankreich und Polen an dem Projekt beteiligt. Die Teilnahme weiterer europäischer Länder ist geplant, aber auch eine globale Zusammenarbeit ist denkbar, berichtet Christian Heins, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich BGG.

„Bei der Planung der Szenarien haben wir komplett freie Hand“, erzählt Härtel. Aus Deutschland komme das Knowhow der Bauingenieure, aus Belgien das der Architekten, Frankreich ist für die IT zuständig und aus Polen komme die Hard- und Software. „Sinn und Zweck von BIM ist es, nicht gegeneinander sondern miteinander zu arbeiten.“ Dieses Prinzip soll auch auf das Projekt „BIM-Game“ angewendet werden.

Ein erster Einblick

Der erste Testlauf findet im Dezember in Brüssel statt. „Bis dahin müssen die ersten Strukturen und der Aufbau stehen“, ergänzt Heins. Die ersten Levels im Spiel werden niedrig angesetzt und können schnell beendet werden. In den höheren Levels sollen eventuell Dokumente geliefert und Modelle erstellt werden. Dabei liegt es am Trainer, ob das Spiel zentral oder von verschiedenen Standorten gespielt werden kann.

Wie auch bei realen BIM-Vorhaben sollen verschiedene Nutzer aus unterschiedlichen Bereichen Einblick in die Modelle und Planungen erhalten. So kann der Bauherr sein Haus virtuell durchlaufen, Elektriker können ihre Leitungen virtuell planen. „Wenn man vor der physischen Bauausführung zuerst digital baut, könnten negative Effekte, wie zum Beispiel Preisexplosionen, vermieden werden“, erklärt Heins.

 

Bild: Die reibungslose Kommunikation aller am Bau Beteiligten spielt beim Gelingen eines Bauvorhabens eine entscheidende Rolle. Foto: Piet Meyer

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