BIM aus Expertensicht, Teil 3: Alan Lamont, Vice President Bentley Systems, im Gespräch

Die Fragen
  1. Welche Gesichtspunkte zeichnen für Sie eine BIM-Lösung aus?

  2. Welche Vorteile ergeben sich für die Baubeteiligten durch das Building Information Modeling?

  3. Welche Gesichtspunkte sollte ein Architekturbüro bei der BIM-Planung beachten?

  4. Können Sie uns ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von BIM-Lösungen nennen?

  5. Einige Großprojekte wie die Elbphilharmonie in Hamburg stehen derzeit in der Kritik, weil sie spektakulär den Kostenrahmen sprengen oder schon längst hätten fertig sein müssen, trotz der Möglichkeiten des BIM. Welche Gründe hat das Ihrer Meinung nach?

  6. Wie wird sich die Arbeit der Architekten in den kommenden Jahren durch BIM ändern?

 

Alan Lamont, Vice President Bentley Systems: „Bei BIM geht es nicht nur um „ein“ 3D-Modell, es geht um vieles mehr: Projektgespräche, Protokolle, Zugriff auf die jeweils aktuellen Versionen von Zeichnungen und Modellen und vor allem um einen dokumentierten Genehmigungsprozess, wie es ihn zum Beispiel in Großbritannien mittlerweile gibt.“ 

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AUTOCAD Magazin: Welche Vorteile ergeben sich für die Baubeteiligten durch das Building Information Modeling?

Alan Lamont: Durch Building Information Modeling erfahren Architekten und andere Baubeteiligte entscheidende Vorteile. Insbesondere können dadurch eine Verbesserung der Projektqualität erzielt, Risiken minimiert und Kosten bei der Planung und Dokumentation von Gebäuden eingespart werden. Multidisziplinäre BIM-Software ermöglicht den Baubeteiligten Modellierung, die Integration der Gewerke und optimiert die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Projektgruppen.

AUTOCAD Magazin: Welche Gesichtspunkte sollte ein Architekturbüro bei der BIM-Planung beachten?

Alan Lamont: Bei Building Information Modeling geht es um zwei Aspekte: Erstens eine 3D-Modellierung des Projekts und zweitens um sämtliche Daten, die zu einem Projekt gehören (Protokolle, Listen, Bilder, Notizen usw). Bei einem 3D-Modell sollten, um eine reibungslose Kommunikation zu gewährleisten, unbedingt die Datenformate zum Verteilen der Informationen vereinbart werden. Dabei gilt es zu beachten, dass es ausreichend neutrale Formate wie IFC, Cobie oder iModels gibt, um die Kommunikation reibungslos zu gestalten. Ein Austausch über native Formate ist weder notwendig noch wünschenswert!

AUTOCAD Magazin: Einige Großprojekte wie die Elbphilharmonie in Hamburg stehen derzeit in der Kritik, weil sie spektakulär den Kostenrahmen sprengen oder schon längst hätten fertig sein müssen, trotz der Möglichkeiten des BIM. Welche Gründe hat das Ihrer Meinung nach?

Alan Lamont:  Große Gebäude, bei denen viele technische Aspekte zu berücksichtigen sind, können von einer verbesserten Kommunikation immens profitieren. Allerdings nur dann, wenn sich alle Parteien auf einen Prozess zur Fehlersuche und Beseitigung möglicher Konflikte einigen. Denn bei BIM geht es nicht nur um „ein“ 3D-Modell, es geht um vieles mehr: Projektgespräche, Protokolle, Zugriff auf die jeweils aktuellen Versionen von Zeichnungen und Modellen und vor allem um einen dokumentierten Genehmigungsprozess, wie es ihn zum Beispiel in Großbritannien mittlerweile gibt: den BS1192-Standard zur Abgabe, Genehmigung und Freigabe von Projektdaten. Man muss damit rechnen, dass Daten in verschiedenen 3D-Formaten abgegeben werden und sogar, dass 2D-Zeichnungen ein Teil dieses Prozesses sind. Plattformen wie ProjectWise sind darauf spezialisiert, möglichst viel Flexibilität bei der Datenerstellung zuzulassen, und darüber hinaus jederzeit allen Projektbeteiligten kontrollierten Zugriff auf sämtliche Daten zu ermöglichen, auch auf Mobilgeräte. Dies funktioniert mit ProjectWise-Anwendern derzeit bei Tausenden von Projekten weltweit unabhängig von der Projektgröße.

In Teil 4 unserer Serie: Jan Hübner, Leiter Projektmanagement, OneTools GmbH & Co. KG.

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