BIM aus Expertensicht, Teil 4: Jan Hübner, Leiter Projektmanagement, OneTools GmbH & Co. KG, im Gespräch

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Vor sieben Jahren haben wir zum ersten Mal Experten zum Thema Building Information Modeling für ein Gespräch in den Verlag gebeten. Diesmal hier keine Diskussionen, dafür aber unterschiedliche Ansichten über den Nutzen von BIM und die damit verbundenen Trends in der Architektur. Wer wäre dazu eher berufen, als die Architekten und die Vertreter von Softwareanbietern, die sich BIM auf die Fahnen geschrieben haben? Wir haben ihnen einige Fragen gestellt. Hier äußert sich Jan Hübner, Leiter Projektmanagement, OneTools GmbH & Co. KG. Von Andreas Müller

Die Fragen
  1. Welche Gesichtspunkte zeichnen für Sie eine BIM-Lösung aus?

  2. Welche Vorteile ergeben sich für die Baubeteiligten durch das Building Information Modeling?

  3. Welche Gesichtspunkte sollte ein Architekturbüro bei der BIM-Planung beachten?

  4. Können Sie uns ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von BIM-Lösungen nennen?

  5. Einige Großprojekte wie die Elbphilharmonie in Hamburg stehen derzeit in der Kritik, weil sie spektakulär den Kostenrahmen sprengen oder schon längst hätten fertig sein müssen, trotz der Möglichkeiten des BIM. Welche Gründe hat das Ihrer Meinung nach?

  6. Wie wird sich die Arbeit der Architekten in den kommenden Jahren durch BIM ändern?

 

Jan Hübner, Leiter Projektmanagement, OneTools GmbH & Co. KG:  „Auch wenn die Möglichkeiten der Informationserfassung und -bearbeitung durch BIM enorm sind und man verführt ist, alles datentechnisch Mögliche hier hineinzufüllen — am Ende müssen diese Informationen gepflegt und aktualisiert werden.”

 

 

AUTOCAD Magazin: Welche Vorteile ergeben sich für die Baubeteiligten durch das Building Information Modeling?

Jan Hübner: Man stelle sich vor, ein Planer zeichnet vier Wände mit Fenstern und Türen, die einen Büroraum begrenzen – Informationsgehalt in 2D:

  • Raumfläche
  • Fenster und Türen (nur Anzahl).

Deutlich umfassender die Informationsfülle im 3D-BIM:

  • Raumfläche
  • Volumina
  • Wand-, Boden- und Deckenfläche
  • Anzahl und Fläche von Fenstern und Türen inklusive Glasflächen.

Bei gleichbleibendem Aufwand hat man hier schon ein Plus an Informationen, das hochgerechnet auf ein übliches Immobilienportfolio enorm ist. Nach jeder Umbauphase, jedem Neubau oder Abriss stehen sofort aktuelle Daten zur Verfügung, zum Beispiel für

  • Reinigungsausschreibungen
  • Renovierungkosten
  • Umbaumaßnahmen

Beispiel Neubau: Hier fordern immer mehr Bauherren die Planungsdokumentation in einem BIM-Modell nach bestimmten Vorgaben. Warum? Weil mit einer BIM-Applikation alle relevanten Gebäudedaten aus dem Modell extrahiert und mit weiteren Informationen angereichert werden können. Die darauf basierenden Auswertungen sind in Umfang und Detaillierung äußerst leistungsstarke Werkzeuge.

AUTOCAD Magazin: Welche Gesichtspunkte sollte ein Architekturbüro bei der BIM-Planung beachten?

Jan Hübner:  Auch wenn die Möglichkeiten der Informationserfassung und -verarbeitung durch BIM enorm sind und man verführt ist, alles datentechnisch Mögliche hier hineinzufüllen – am Ende müssen diese Informationen gepflegt und aktualisiert werden. Mit der BIM-Technologie werden die Baubeteiligten dabei wirkungsvoll unterstützt und können endlich ein gemeinsames Datenmodell mit unterschiedlichen Sichten für ihre jeweiligen Aufgaben nutzen.

AUTOCAD Magazin: Einige Großprojekte wie die Elbphilharmonie in Hamburg stehen derzeit in der Kritik, weil sie spektakulär den Kostenrahmen sprengen oder schon längst hätten fertig sein müssen, trotz der Möglichkeiten des BIM. Welche Gründe hat das Ihrer Meinung nach?

Jan Hübner: Das hat meiner Meinung nach nichts mit den Möglichkeiten des BIM zu tun. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob bei den erwähnten Projekten BIM überhaupt eingesetzt wurde. Ich habe aber einmal am Rande einer Tagung einen schönen Spruch gehört: Ohne BIM kein BER!

In Teil 5 unserer Serie: Wolfgang Müller, Director of Product Management RIB Software GmbH.

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