Brandschutz im höchsten Holzhaus

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Mit 81 Metern und 18 Stockwerken soll Mjøstårnet in Norwegen im kommenden Jahr das höchste Holzhaus werden: Eine Herausforderung für den Brandschutz.

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Mit 81 Metern und 18 Stockwerken soll Mjøstårnet in Norwegen im kommenden Jahr das höchste Holzhaus werden: Eine Herausforderung für den Brandschutz.

„Die Brandschutzmaßnahmen für Mjøstårnet machen das Holzhaus wesentlich sicherer als ein vergleichbares in Stahl und Beton errichtetes Haus“, so Even Andersen, Brandschutzexperte bei Sweco Norge AS, dem Unternehmen, das für den Brandschutz im Gebäude verantwortlich ist. Mjøstårnet sei eines der sichersten Häuser am See Mjøsa und könne sogar einem ausgedehnten Feuer widerstehen.

Als leichtentzündliches Material war Holz in Norwegen bis 1997 für Häuser mit mehr als drei Geschossen verboten. Das entsprechende Gesetz geht auf einen Stadtbrand in Ålesund 1904 zurück.

„Seit Ålesund brannte, hat sich viel verändert, und wir haben bei Moelven langjährige Erfahrung im Bau hoher und brandsicherer Holzgebäude. Entscheidend sind die Bautechnik und der Einsatz von Brettschichtholz“, sagt Rune Abrahamsen, CEO von Moelven Limtre.

Gefüge aus Brettschichtholz brennen nicht von selbst. Das wird jeder bestätigen können, der einen dicken Holzscheit ins Feuer wirft. Der wird nicht weiterbrennen, wenn die Flammen nicht angefacht werden. Das Bauwerk nahe Mjøsa ist ebenfalls so konstruiert, dass es auch dann nicht komplett ausbrennen sollte, wenn das Feuer nicht bekämpft wird. Zudem behalte das Holz seine tragenden Eigenschaften, so Andersen. Im Brandfall bilde sich eine schützende Kohleschicht, die das Feuer erlöschen lasse. Die Holzstrukturen seien so mächtig dimensioniert, dass ihnen auch ein längerer Brand wenig anhaben und der Kern aus frischen Holz die Lasten immer noch aufnehmen könne. Zudem seien die Balken weit genug voneinander entfernt, so dass sich ein Feuer kaum ausbreiten könne, wenn nur die tragenden Strukturen betroffen seien.

Weitere Maßnahmen

Mjøstårnet soll nicht nur einem Ausbrennen widerstehen. Vielmehr hat man auch eine Reihe weiterer Maßnahmen ergriffen, die in einem herkömmlichen Haus aus Stahl und Beton üblicherweise nicht vorzufinden wären. So wird die Fassade gegen die Ausbreitung des Feuers geschützt sein und das Gebäude soll über eine hochwertige Sprinkleranlage verfügen. Jeder einzelne Raum wird als eigener Brandabschnitt definiert, um das Übergreifen eines Feuers auf benachbarte Räume zu verhindern.

Sechs Vorkehrungen für den Brandschutz

  • Einsatz von Brettschichtholz: die Balken sind so mächtig, dass sie ihre Tragfähigkeit auch bei vollständigem Ausbrennen des Gebäudes bewahren sollten. Durch ihre Lage können sie sich nicht gegenseitig in Brand setzen.
  • Sprinkleranlage, die das Gebäude komplett abdeckt. Anders als herkömmliche Anlagen ist sie für ein großes Volumen ausgelegt, verfügt über eine unabhängige Wasserversorgung und wird ständig überwacht.
  • Leichterer Zugang für die Feuerwehr: Dedizierter Kontrollraum mit grafischem Überblick für schnelle und wirksame Brandbekämpfung. Die Alarmanlage wird direkt mit der Feuerwehr verbunden und die Wasserversorgung verdoppelt.
  • Feuerschutzstreifen: Der für die Verbindungen der Holzstrukturen eingesetzte Stahl erweist sich als das schwächste Glied im Brandfall. Daher kommen Feuerschutzstreifen zum Einsatz, um die Stahlplatten und Stifte an den Verbindungen zu schützen. Sie dehnen sich bei 150 Grad um das 20-fache aus und verhindern damit die Aufheizung und Verformung des Stahls, verschließen Öffnungen und unterbinden die Ausbreitung des Feuers.
  • Brandabschnitte: Jedes einzelne Etage, jede Wohnung und jedes Hotelzimmer sind als separate Brandabschnitte ausgeführt, was ebenfalls die Ausbreitung des Feuers unterbinden soll.
  • Schutz der Fassade: Sie wird mit einer flammenhemmenden Beschichtung versehen.

Bild oben: Mjøstårnet — das höchste Holzhaus. Bild: Jens Haugen / Anti

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