Ceneri-Basistunnel: Deckenstromschiene statt Kettenwerk

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Die Arbeiten am Ceneri-Basistunnel, der eine durchgehende Flachbahn von Altdorf bis Lugano Realität werden lässt, sind auf Kurs. Insgesamt sind mehr als 30 Prozent der bahntechnischen Anlagen eingebaut. Aktuell werden in den beiden Röhren die Deckenstromschienen installiert – ein Novum gegenüber dem Gotthard-Basistunnel. 

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Die Arbeiten am Ceneri-Basistunnel, der eine durchgehende Flachbahn von Altdorf nach Lugano Realität werden lässt, sind auf Kurs. Insgesamt sind mehr als 30 Prozent der bahntechnischen Anlagen eingebaut. Aktuell werden in den beiden Röhren die Deckenstromschienen installiert – ein Novum gegenüber dem Gotthard-Basistunnel. 

Der Ceneri-Basistunnel ist das drittgrößte Tunnelbauprojekt der Schweiz. Der 15,4 km lange Tunnel besteht aus zwei, 40 Meter auseinander liegenden Einspurröhren, die alle 325 Meter durch Querschläge miteinander verbunden sind.

Nach dem Abschluss der Rohbauarbeiten im Ceneri-Basistunnel begannen im Sommer 2017 die Arbeiten für den Einbau der bahntechnischen Anlagen. Ende Mai 2018 wurden im Ceneri-Basistunnel die letzten Gleise verlegt. Mit dem Ende des Fahrbahn-Einbaus konnte der erste große Bereich der Bahntechnik abgeschlossen werden.

Zurzeit erfolgt der Einbau der Fahrleitung (Deckenstromschienen), der elektrischen Anlagen für die Stromversorgung, der Telekommunikationsanlagen, der Leittechnik und der Sicherungsanlagen. Insgesamt sind bereits mehr als 30 Prozent dieser bahntechnischen Anlagen installiert.

Deckenstromschiene statt Kettenwerk

Beim Einbau der Fahrleitung kommt es zu einer Neuerung. Aufgrund aktualisierter Standards der SBB für Fahrleitungen in Tunnels werden im Ceneri-Basistunnel in beiden Tunnelröhren Deckenstromschienen eingebaut. Gegenüber einer konventionellen Fahrleitung mit Kettenwerk wie im Gotthard-Basistunnel hat dieses System mehrere Vorteile:

  • Bei Deckenstromschienen entfallen Nachspanneinrichtungen für Fahrdraht und Tragseil. Dadurch sind einfachere und kompaktere Konstruktionen und geringerer Bauhöhe möglich.
  • Die Stromtragfähigkeit der Deckenstromschienen ist im Vergleich zu Kettenwerken höher. Daher können, abhängig von den benötigten Stromstärken, Verstärkungsleitungen entfallen.
  • Deckenstromschienen verfügen über eine höhere Kurzschlussfestigkeit und sind brandbeständiger.
  • Die zulässige Abnutzung ist höher; der in der Deckenstromschiene eingelegte Fahrdraht hat eine längere Lebensdauer.

Die Einbauarbeiten der bahntechnischen Anlagen sollen im Sommer 2019 abgeschlossen werden. Ab März 2020 findet unter der Leitung der AlpTransit Gotthard AG der Testbetrieb statt. Hier wird das komplexe Zusammenspiel aller Systeme im Ceneri-Basistunnel getestet werden. Der anschließende Probebetrieb steht unter der Hauptverantwortung der Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Gemäß Bauprogramm wird der Ceneri-Basistunnel im Dezember 2020 für den fahrplanmäßigen Bahnbetrieb bereit sein.

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