Cloudlösungen in Simulation und Konstruktion, Teil 1

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Cloudlösungen in Simulation und Konstruktion, Teil 1

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Das Wirken der Geheimdienste hat viele IT-Verantwortliche vor allem in mittelständischen Fertigungsunternehmen in ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der Cloud bestärkt. Eine solche IT-Umgebung, bei der Rechenleistung oder Speicher zentralisiert angeboten werden, kann sich aber, richtig konzipiert, durchaus lohnen. Zum Trade-off zwischen Sicherheit und Nutzen und zur Zukunft der Cloud im Konstruktionsumfeld äußern sich hier vier Experten namhafter Anbieter. Den ersten Teil bestreitet Karl Osti, Business Development Manager MFG, Autodesk GmbH.

Die Fragen:

  1. Was bedeutet für Sie Cloud Computing?
  2. Können Sie uns ein Beispiel dafür nennen, wie sie in der Praxis eingesetzt werden?
  3. Wie werden die Kundendaten vor unbefugtem Zugriff geschützt?
  4. Welche Auswirkungen haben die bekannt gewordenen geheimdienstlichen Überwachungsaktionen auf das Cloud Computing im Konstruktionsumfeld?

 

Karl Osti, Business Development Manager MFG, Autodesk GmbH: „Die Unternehmen müssen und werden sich noch intensiver um die Etablierung und Einhaltung von Firmenrichtlinien kümmern und sich über Sicherheitsklassifikationen ihrer Daten und Informationen Gedanken machen.“

  1. Anstatt einer zwar exakten, dafür aber auch sehr technischen Definition versuche ich es mit einer etwas anderen Erklärung: Letztendlich ist Cloud Computing eine Weiterentwicklung bekannter Technologien. Neu ist, dass Cloud-Datencenter keine homogene Hardware mehr benötigen und dass deren Steuerung dynamisch und softwaregestützt per Mausklick erfolgt. Das verringert Komplexität und reduziert den administrativen Aufwand. Zudem lassen sich durch die gemeinsame, aber trotzdem sichere, Nutzung von Ressourcen Kostenvorteile erarbeiten, die durch die sogenannten Software-as-a-Service-Angebote an die Kunden weitergegeben werden. Man kann sich das wie bei einem großen Stromkraftwerk vorstellen. Auf den Einzelnen umgerechnet kann das viel günstiger produzieren und es erspart zudem den komplexen Unterhalt eines privaten Stromgenerators. Zudem stellt es die Energiegrundlast bereit, da jeder Verbraucher zu einer anderen Zeit seinen maximalen Ressourcenbedarf hat. Das Kraftwerk muss daher im Gegensatz zu einem privaten Stromgenerator weniger auf Spitzen ausgelegt sein. Man könnte also sagen: Cloud Computing ist dynamische Rechenleistung aus der „Steckdose“. Einfach da, wenn man sie braucht. Man muss sich um nichts kümmern und das Angebot ist noch dazu günstiger als der Unterhalt eines eigenen Rechenzentrums.
  2. Beispiele findet man überall, wo viel Rechenleistung benötigt wird, etwa für Simulationen oder zum Erstellen fotorealistischer Ansichten (Renderings). Während diese Aufgaben die Computer von Konstrukteuren und Ingenieuren regelmäßig für Stunden und Tage auslasten, sind sie durch die nahezu unbegrenzte Rechenleistung in der Cloud innerhalb von wenigen Minuten erledigt. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist der Umgang mit großen Datenmengen, beispielsweise bei der Erfassung und Echtzeitauswertung von Betriebsdaten oder bei großen Bauprojekten, wenn die Daten der einzelnen Gewerke zusammenkommen. Ein dritter Einsatzbereich für Cloud Computing ist das Arbeiten unterwegs mit stets aktuellen Projektdaten, etwa über mobile Endgeräte.
  3. Die Sicherheitstechnologien unserer Cloud Services haben wir von den Besten am Markt übernommen, sie sind die gleichen, die auch beim Online-Banking zum Einsatz kommen. Wir nutzen unter anderem 256-Bit-SSL-verschlüsselte Übertragungen und restriktive Datenzugriffskontrollen. Außerdem haben wir Unternehmensrichtlinien mit Kontrollmechanismen sowie regelmäßige Sicherheits-Audits etabliert. Auch von uns selbst patentierte Verschlüsselungstechnologien kommen zum Einsatz. Unternehmen können sich zusätzlich noch selbst schützen, indem sie ihre Daten klassifizieren und entsprechende Prozesse zum Umgang damit etablieren. Hybrid zu denken kann hier sehr sinnvoll sein. Beispielsweise können Vertriebsdaten in der Cloud hinterlegt werden, während sensiblere Informationen, etwa für Patentanmeldungen, hinter Schloss und Riegel auf dem Firmenserver bleiben.
  4. Die aktuelle Berichterstattung hat gezeigt, dass man nicht halbherzig mit dem Thema „Schutz der Unternehmensdaten“ umgehen sollte. Das lässt die Unternehmen im Konstruktionsumfeld natürlich erst einmal noch mehr vor dem Unbekannten zurückschrecken. Die Konsequenz der Enthüllungen: Die Unternehmen müssen und werden sich noch intensiver um die Etablierung und Einhaltung von Firmenrichtlinien kümmern und sich über Sicherheitsklassifikationen ihrer Daten und Informationen Gedanken machen. Das wird den Kunden und den Märkten helfen, sich für die Zukunft richtig und besser aufzustellen. Cloud Computing zu ignorieren, können sich die Unternehmen angesichts des anstehenden Generationenwechsels nicht leisten. Denn gerade jüngere Mitarbeiter habe moderne Kommunikationsweisen und -technologien wie Social Media und die Cloud so verinnerlicht, dass sie auch im Berufsalltag davon Gebrauch machen wollen.
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