Cloudlösungen in Simulation und Konstruktion, Teil 2

Die Fragen:

  1. Was bedeutet für Sie Cloud Computing?
  2. Welche Lösungen werden in der Cloud angeboten?
  3. Können Sie uns ein Beispiel dafür nennen, wie sie in der Praxis eingesetzt werden?
  4. Wie werden die Kundendaten vor unbefugtem Zugriff geschützt?
  5. Welche Auswirkungen haben die bekannt gewordenen geheimdienstlichen Überwachungsaktionen auf das Cloud Computing im Konstruktionsumfeld?

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Sarah Müller PROCAD GmbH & Co. KG, Marketing und Produktmanagement PROOM: „Wir als Anbieter müssen alles technisch Mögliche tun, um die Sicherheit der Daten zu gewährleisten. Wer aus Angst auf Cloud-Lösungen verzichtet, gibt allerdings wichtige Vorteile aus der Hand.“

  1. Cloud Computing bedeutet für PROCAD die Bereitstellung von IT-Strukturen, die einen optimalen Wirkungsgrad bei der abteilungs- und länderübergreifenden Produktentwicklung haben. Dazu gehören zum Beispiel die einfache Skalierung von Ressourcen, die Möglichkeit, in Echtzeit Arbeitsunterlagen gemeinsam zu nutzen und eine einfache benutzerorientierte Bedienung.
  2.  PROCAD hat das Cloud Produkt PROOM entwickelt. PROOM ist die Profi-Lösung für den gesteuerten Austausch von Dateien und Dokumenten mit Partnern innerhalb und außerhalb der eigenen Firma. In Technologieunternehmen stehen der Datenaustausch in Projekten sowie der Austausch von Unterlagen in Entwicklung und Konstruktion im Mittelpunkt. In den virtuellen Projekträumen von PROOM wird der Datenaustausch sicher und transparent. Integrierte Aktivitätenprotokolle geben einen schnellen Überblick darüber, wer wann was mit welchen Dateien gemacht hat. Die Lösung kann als Service genutzt werden, das heißt, der Betrieb erfolgt durch PROCAD in Windows Azure, der Microsoft Cloud-Computing-Plattform. Alternativ kann PROOM auch auf den kundeneigenen Systemen implementiert oder vom Kunden selbst in der Cloud betrieben werden.
  3. Unser Kunde Maschinenfabrik Reinhausen GmbH ist in der Energietechnik tätig und baut Laststufenschalter für Großtransformatoren. Die Kommunikation mit Zulieferern und Tochterunternehmen bildet einen wichtigen Bestandteil in den Prozessen, die vom Angebot bis zur Auslieferung laufen. Beispielsweise stellt der Konstrukteur die notwendigen Daten im Projektraum bereit, der zuständige Einkäufer lädt dann die potenziellen Lieferanten in den Projektraum ein und der Datenaustausch läuft transparent und sicher weiter. Der Lieferant kann sich die Daten herunterladen und mit ihnen arbeiten. Seine Änderungen kann er zur Klärung über PROOM zurückspielen. Durch PROOM wurde die Datensicherheit erhöht, die Prozesse wurden einheitlicher und die Vorgänge transparenter.
  4. Der Zugang zu PROOM ist nur nach erfolgreicher Authentifizierung möglich. Individuelle Berechtigungskonzepte auf Projektraum- und Ordnerebene sorgen für maximale Datensicherheit und Zugriffskontrolle. Aktivitätenprotokolle geben zudem einen Überblick darüber, wer wann was und mit welchen Dateien gemacht hat. Auf technischer Ebene sorgt die Plattform Microsoft Azure für optimale Datensicherheit.
  5. Die Vorbehalte gegen die Ablage von sensiblen Daten in einer Cloud werden durch die NSA-Schnüffeleien leider nicht vermindert. Dies kann nicht überraschen. In den CAD-Modellen einer Maschine oder eines anderen technischen Produkts steckt das ganze Know-how eines Unternehmens. Wir als Anbieter müssen alles technisch Mögliche tun, um die Sicherheit der Daten zu gewährleisten. Wer aus Angst auf Cloud-Lösungen verzichtet, gibt allerdings wichtige Vorteile aus der Hand. Wer trotzdem den Betrieb seiner Lösungen auf dem eigenen System bevorzugt, kann das auch mit PROOM tun. Zusätzlich muss die Politik „ihre Hausaufgaben machen“.
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