Corona-Krise reißt Lücken in die Weiterbildung: Staat soll helfen

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Die Corona-Krise wirkt sich auch auf die Weiterbildung von Fachkräften aus. In einer Umfrage des VDI-Wissensforums äußern sich Ingenieure zur Situation.
Corona-Krise wirkt sich auf Weiterbildung aus

Quelle: vladaphotowiz/Shutterstock.com

Laut einer Umfrage des VDI Wissensforums sehen über 50 Prozent der befragten Ingenieure bedingt durch Corona-Krise eine Lücke bei der Weiterentwicklung von fachlichem Know-how [1]. Rund 60 Prozent fordern, dass der Staat nun verstärkt in die Weiterbildung von Fachkräften investiert, um die Krise abzumildern.

Der Bundesrat hat erst im Mai dieses Jahres das sogenannte Arbeit-von-morgen-Gesetz beschlossen, das zusammen mit dem bereits verabschiedeten „Qualifizierungschancengesetz“ Unternehmen den Weg für Weiterbildung ebnet. Allerdings greifen die Gesetze nur in bestimmten Fällen und zielen vor allem auf die Förderung von Geringqualifizierten ab. Deutsche Ingenieure verlangen nun, dass auch die Weiterbildung von Fachkräften staatlich unterstützt wird.

Bildquelle: VDI Wissensforum

Diese Tendenz zeichnet sich deutlich in der Umfrage des VDI Wissensforums ab: 58 Prozent aller Befragten wünschen sich eine staatliche Förderung für die Weiterbildung von hochqualifizierten Fachkräften. Ein Drittel sehen gar den Innovationsstandort Deutschland durch die Rezession in Folge von Corona in Gefahr.

„Gerade jetzt ist es wichtig, Weiterbildung zu fördern, um der Krise und ihren Auswirkungen entgegenzuwirken“, so Timo Taubitz, Geschäftsführer der VDI Wissensforum GmbH. „Wir brauchen eine umfassende Weiterbildungspolitik, die auch die Fachkräfte nicht außen vor lässt. Ohne eine bessere und zukunftsgerichtete Qualifizierungstrategie können wir die Rezession nur schwer bewältigen.“

Bild: VDI Wissensforum

Auswirkungen der Corona-Krise auf Ingenieure und deren Weiterbildung

Die Rezession wird Einfluss auf die Ingenieursbranche nehmen: Nahezu 60 Prozent der Befragten schätzen, dass es ein Jahr lang akute Auswirkungen geben wird. Das hat auch Konsequenzen für das Weiterbildungsverhalten von Ingenieuren. So gehen 65 Prozent davon aus, dass sie zukünftig vermehrt auf Online-Angebote zurückgreifen werden. Über die Hälfte gibt an, dass das Weiterbildungsbudget ihres Unternehmens gleichbleiben wird. Qualifizierung bleibt demnach ein Erfolgsfaktor, der auch in Krisenzeiten eine bedeutende Rolle für die Aufrechterhaltung und den Ausbau von fachlichem Know-how spielt.

[1] Über die Umfrage:

Die Online-Umfrage „Weiterbildung in der Corona-Rezession“ wurde mit 660 Teilnehmern vom 09. – 22. Juni vom VDI Wissensforum durchgeführt.

Die Teilnehmer sind Ingenieure aus nahezu allen Fachbereichen der Branche.

Gesamtanzahl: 660 Teilnehmer

Alter:

  • 35 % zwischen 45 und 59 Jahren
  • 30 % zwischen 25 und 34 Jahren
  • 27 % zwischen 35 und 44 Jahren

Branchen:

  • Sonstiges 30 %
  • Maschinenbau 20 %
  • Automobil 16 %
  • Bau 15 %

Position:

  • Mitarbeiter 58 %
  • Bereichs-/ Abteilungsleiter 28 %
  • Geschäftsführung 7 %

Weitere Informationen: https://www.vdi-wissensforum.de/

Lesen Sie auch: „Studie: Was Industrie 4.0 im Fertigungsalltag wirklich ausbremst“

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