09.09.2016 – Kategorie: Hardware & IT

Deutsche Telekom erhält Innovationspreis 2016 für IoT-Projekt

Verbindung in die Cloud

Die Deutsche Telekom erhält den Aecus Innovation Award 2016 für ihr IoT-Projekt beim Dampfkesselhersteller Certuss in der Kategorie „Big Data/ Data Analytics“. Die britische Sourcing-Beratung Aecus zeichnet alljährlich besonders innovative Projekte aus, die IKT-Dienstleister mit ihren Kunden umsetzen.

Die Deutsche Telekom erhält den Aecus Innovation Award 2016 für ihr IoT-Projekt beim Dampfkesselhersteller Certuss in der Kategorie „Big Data/ Data Analytics“. Die britische Sourcing-Beratung Aecus zeichnet alljährlich besonders innovative Projekte aus, die IKT-Dienstleister mit ihren Kunden umsetzen.

Mit der „Cloud-der-Dinge“-Lösung der Telekom vernetzt und überwacht Marktführer Certuss seine Dampfkessel und bietet seinen Kunden künftig einen optimierten Wartungsservice. Mit Dampf aus den Schnelldampferzeugern von Certuss werden Wäschereien in Kliniken betrieben, Lebensmittel wie Würstchen gebrüht, Transportbehälter gereinigt, Fertiggerichte und Konserven hergestellt, Produktionsräume klimatisiert und die Weinherstellung unterstützt.

„Der Innovationspreis zeigt mir, dass die Digitalisierung in der Unternehmenswelt angekommen ist“, freut sich Anette Bronder, Geschäftsführerin der Digital Division von T-Systems und verantwortlich für den Bereich Internet der Dinge im Konzern Deutsche Telekom, über die Auszeichnung. Das Internet der Dinge (IoT) bietet nahezu allen Branchen zusätzliche Geschäftsmodelle und eine ganz neue Kundennähe durch Echtzeitservices. „Mit kleinen IoT-Lösungen starten und Erfahrungen sammeln, um ein Gefühl zu bekommen, was Digitalisierung für das Unternehmen bedeutet. So wie Certuss mit unserer Hilfestellung über die digitale Hürde gesprungen ist“, ist Bronders Rat für die ersten Schritte in die digitale Transformation.

Auf Spurensuche mit Big Data

Die Dampfautomaten des mittelständischen Traditionsunternehmens aus Krefeld sind weltweit in mittlerweile 90 Branchen im Einsatz. Bislang mussten Certuss-Mitarbeiter in festgelegten Intervallen rund um den Globus reisen, um die Geräte vor Ort zu warten, was erhebliche Kosten verursachte. Für eine vorausschauende Wartung (englisch: Predictive Maintenance) hat Certuss jetzt seine Automaten mit Sensoren ausgestattet und mit der „Cloud der Dinge“ verbunden, die Lösung der Deutschen Telekom zur Überwachung vernetzter Geräte in der Industrie 4.0. Ein spezielles mobiles Gateway erfasst die Sensordaten und sendet sie über das Mobilfunknetz der Telekom in die Cloud, wo sie in einem Web-Portal visualisiert werden.

„Die intelligente Vernetzung unserer Dampfautomaten mit der IoT-Lösung der Telekom bietet uns viele Möglichkeiten der Datenanalyse. Wir gehen beispielsweise auf Spurensuche, um anhand der interpretierten Daten die Geräte vorausschauend zu warten“, sagt Thomas Hamacher, Technischer Leiter bei Certuss. So muss die Servicecrew nicht in festgelegten Abständen beim Kunden vorbeischauen, sondern nur, wenn eine Wartung wirklich nötig ist. „Mit der vorausschauenden Wartung sparen wir Zeit und Kosten, gewährleisten eine höhere Verfügbarkeit der Geräte und können unsere Produktivität durch kürzere Ausfallzeiten steigern“, so Hamacher.

Sensoren registrieren Unregelmäßigkeiten

Die Sensoren an den Certuss-Dampfautomaten messen mehr als 60 Parameter wie Dampfdruck, Wasserstand, Temperatur oder Verbrennungszustand. Eine Big-Data-Lösung in der Telekom-Cloud wertet die Daten aus und registriert Unregelmäßigkeiten und Störungen bei den Maschinen. Überschreitet ein Dampfautomat zuvor definierte Schwellenwerte oder fällt ein Gerät aus, sendet die IoT-Lösung sofort einen Alarm. Der Hersteller kann umgehend reagieren und die Störung aus der Ferne beheben, ohne dass ein Servicetechniker losgeschickt werden muss. Die Daten zeigen auch, zu welchen Zeiten Kunden besonders viel Dampf benötigen, bei welcher Temperatur der Automat am effizientesten arbeitet und wann ein Minimalbetrieb ausreicht. So stellt Certuss die Geräte optimal auf die individuellen Kundenbedürfnisse ein.

Zum Interview mit Thomas Hamacher, Technischer Leiter Certuss geht es hier.


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