Digitale Resilienz: Wie die 3D-Druck-Branche der Wirtschaftskrise trotzt

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Die Gesundheitskrise geht auch an der 3D-Druck-Branche nicht spurlos vorbei. Doch im Vergleich zu anderen Industriebranchen schneidet sie besser ab.
3D-Druck-Branche widersetzt sich der Krise

Quelle: MarinaGrigorivna/Shutterstock.com

  • Die laufende Covid-19-Krise und deren wirtschaftliche Folgen führen international zu Kürzungen und Desinvestitionen im Innovationsbereich.
  • In der 3D-Druck-Branche finden sich jedoch Ausnahmen, die sich diesem Trend widersetzen.
  • Gerade jetzt wird in die additive Fertigung investiert.

Die meisten Länder erwarten für 2020 eine Rezession und viele Unternehmen leiden unter starken Umsatzeinbußen. Ein Umstand, der in vielen Fällen zu Kürzungen der Innovationsbudgets führt. Während traditionelle Industrien wie Luftfahrt und Automotiv aktuell besonders stark von den negativen wirtschaftlichen Konsequenzen der Covid-19-Krise betroffen sind, zeigen sich Industrien mit höherem Digitalisierungsgrad deutlich stabiler. Einige stark digitalisierte Unternehmen konnten in diesem turbulenten Jahr sogar ihre Umsätze und Börsenwerte steigern. Die 3D-Druck-Branche befindet sich an der Schnittstelle zwischen digitaler- und traditioneller Industrie. Auch hier zeigt sich der Trend, dass viele globale Player gerade jetzt in den 3D-Druck investieren.

Internationaler positiver Trend

Bereits im Frühjahr dieses Jahres vermeldete das Unternehmen Align Technology (www.aligntech.com) die erfolgreiche Übernahme des auf AM-Softwarelösungen spezialisierte Unternehmen Exocad (www.exocad.com). Unbeeindruckt von der nahenden Krise investierte der Spezialist für 3D-gedruckte Dentallösungen 376 Millionen Euro in diese Expansion und konnte seither seinen Börsenwert deutlich steigern. Auch ein führendes Wagniskapitalunternehmen für additive Fertigung, AM Ventures (www.amventures.com), meldete heuer trotz sich zuspitzender Krise weiter eindrucksvolle Finanzierungsbeteiligungen. Gemeinsam mit anderen Investoren wurden insgesamt 35 Millionen US-Dollar in vier 3D-Druck Unternehmen investiert. So sicherte sich das in Boston ansässige Unternehmen LightForce Orthodontics (www.lightforceortho.com) ein Investment von 14 Millionen US-Dollar. LightForce ist Hersteller personalisierter Zahnspangen, die über eine digitale Plattform in Zusammenarbeit mit Kieferorthopäden für Patienten individuell gestaltet und mittels des 3D-Drucks produziert werden. Mithilfe der Plattform und der personalisierten Produkte werden die Effizienz von Zahnkorrekturen erheblich gesteigert sowie die Behandlungszeit maßgeblich verkürzt.

Ebenfalls eine Finanzierungsrunde über 14 Millionen US-Dollar konnte sich das in München ansässige Unternehmen DyeMansion (www.dyemansion.com) – Anbieter von Finishing Systemen für den industriellen 3-D-Druck sichern. Das in Berlin ansässige AM-Softwareunternehmen 3Yourmind (www.3yourmind.com) freute sich über 5,5 Millionen US-Dollar und das in Dresden ansässige Unternehmen Additive Drives, das sich auf additive Fertigung von Elektromotorkomponenten spezialisiert hat, über ein Seed-Investment von über 1,5 Millionen US-Dollar. Das gerade jetzt in die additive Fertigung investiert wird, überrascht Arno Held, Chief Venture Officer bei AM Ventures wenig. „Die Additive Fertigung ist eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft und gerade die aktuelle Lage zeigt auf, wie wichtig Alternativen zu herkömmlichen Supply Chains sind“, so Held.

3D-Druck-Branche: Österreich setzt weiter auf Expansion

Auch wenn die wirtschaftlichen Konsequenzen der Covid-19-Krise noch nicht abschließend abgeschätzt werden können, setzen auch viele AM-Unternehmen aus Österreich weiter auf Expansion. Beispielsweise vermeldete das österreichische Unternehmen CADS Additive (www.cads-additive.com) – Hersteller von leistungsstarker Software für AM-Prozesse, den erfolgreichen Abschluss einer Kooperation mit EOS (www.eos.info), einem wichtigen Technologielieferanten im Bereich des industriellen 3D-Drucks von Metallen und Polymeren. Die österreichische Software AM-Studio und AM-Studio for Creo wird neben anderen namhaften Maschinenherstellern somit künftig auch für EOS-Metallsysteme angeboten.

„Der direkte Zugang zu EOS und deren renommierten AM-Geräten ist ein Meilenstein in unserer jungen Geschichte und symbolisiert unseren Erfolg, den wir in diesem teilweise dominierten Markt bereits erreicht haben“, so Dr. Daniel Stadlmayr, Leiter Operations bei CADS Additive. „Die direkte Partnerschaft mit EOS macht CADS Additive zu einem einzigartigen Software-Lösungsanbieter im AM-Umfeld.“

Arno Held sieht die Situation in Österreich mit dem internationalen Trend jedenfalls vergleichbar: „Auch unsere österreichischen Beteiligungen kommen stark durch die Krise“.

Weitere Informationen: https://www.am-austria.com/

Erfahren Sie hier mehr über industriellen 3D-Druck für die dezentrale Produktion auf der Formnext 2020.

Lesen Sie auch: „3D-gedruckte Werkzeuge und Vorrichtungen: So wird DfAM einfacher“

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