Digitale Zwillinge in der Fertigung: Studie zu Reifegrad und Mehrwert

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Was leisten digitale Zwillinge und wie werden sie schon eingesetzt? Für die fertigende Industrie beantwortet eine neue Studie diese Fragen.
Digitale Zwillinge in der Fertigungsindustrie

Quelle: MONOPOLY919/Shutterstock.com

  • Mit einem neuartigen Reifegradmodell bewertet eine Studie digitale Zwillinge und ihre Umsetzung in der Fertigungsindustrie – eine Besonderheit in der Studienlandschaft.
  • Führende Unternehmen haben sich an der Befragung beteiligt: 60 Prozent der befragten Unternehmen haben mehr als 50’000 Mitarbeitende.

In einer gemeinsamen Studie haben das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und
Konstruktionstechnik IPK
sowie die msg systems ag digitale Zwillinge in der fertigenden
Industrie untersucht. Das Ziel der Studie war es, Erkenntnisse über den konkreten
Mehrwert von digitalen Zwillingen zu gewinnen und eine transparente Standortbestimmung der Unternehmen hinsichtlich des Einsatzstadiums von digitalen Zwillingen vorzunehmen.

Hierzu wurden insgesamt 26 Unternehmen im DACH-Raum befragt und eine neuartige
Methode, das Digital Twin Readiness Assessment, entwickelt, mit der sich der Reifegrad
von Unternehmen bewerten lässt. Dabei zeigte die Auswertung aller Interviews, dass
zwar ein breites Verständnis von digitalen Zwillingen existiert, deren Potenzial aber bei
Weitem noch nicht gehoben wird.

85 Prozent der befragten Unternehmen haben zwar bereits Konzepte für digitale Zwillinge entwickelt. Jedoch verfügen nur 54 Prozent über eine durchgängige Strategie
für digitale Zwillinge.

Digitale Zwillinge: Konsolidierte Gesamtreife liegt bei nur 51 Prozent

Die Einführung digitaler Zwillinge kann erst gelingen, wenn die Unternehmen in allen
Bereichen, vom Verständnis über die Konzeptentwicklung bis zu den Umsetzungsmaßnahmen, eine hohe Reife erlangt haben. Die konsolidierte Gesamtreife aller Unternehmen liegt derzeit bei nur 51 Prozent.

»Erst durch die unternehmensübergreifende Kollaboration und eine Vernetzung der
digitalen Zwillinge entfaltet sich das ganze Potenzial des Ansatzes«, sagt Prof. Dr.-Ing.
Rainer Stark, Leiter des Geschäftsfeldes Virtuelle Produktentstehung am Fraunhofer IPK

und einer der Herausgeber der Studie. »Hierfür wird eine Standardisierung der Plattformen und Kommunikationsschnittstellen erforderlich«, ergänzt Stark.

»Wenn die europäischen Unternehmen mit ihren digitalen Zwillingen wettbewerbs- und zukunftsfähig sein wollen, müssen die Unternehmen ihre internen Datensilos aufbrechen, aber auch den Informationsfluss zwischen Nutzer und Zulieferer zulassen«, meint Mitherausgeber Markus Samarajiwa, Lead Business Consultant bei msg.

Und David Salamon, Senior Business Consultant bei msg, ergänzt: »Die für den
Digitalen Zwilling relevanten Informationen müssen aus dem gesamten Produktlebenszyklus durchgängig bereitgestellt werden.«

Künftig soll das Digital Twin Readiness Assessment auch für Unternehmen zugänglich
gemacht werden, die nicht an der Studie teilnehmen konnten. Die aktuelle Studie ist online kostenlos abrufbar.

Originalpublikation: http://www.ipk.fraunhofer.de/readiness und https://www.msg.group/automotive/studie-digital-twin-readiness-assessment

Weitere Informationen zum Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und
Konstruktionstechnik IPK
: http://www.ipk.fraunhofer.de

Weitere Informationen zur msg systems ag: https://www.msg.group/

Lesen Sie auch: „Lernfabrik: Worauf man beim Planen einer Fertigungsanlage achten sollte“

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