DLR erleichtert Zusammenarbeit im Flugzeugbau

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
dlr_atra_5_1

Soll ein neues Flugzeug entworfen werden, müssen viele Fachgebiete berücksichtigt werden. Das DLR hat eine Open-Source-Software entwickelt, mit der am Flugzeugentwurf beteiligte Fachgebiete interdisziplinär zusammenarbeiten können.




Wird ein neues Flugzeug entworfen, sind viele Fachgebiete beteiligt: Aeroelastik, Aerodynamik, Kabinenlayout sind nur drei der Disziplinen, die Berechnungen und Simulationen am Computer durchführen. In der Regel arbeitet jedes Fachgebiet für sich – und das mit jeweils eigener Software. Im hochspezialisierten Ingenieurbereich ist das gang und gäbe, die Zusammenarbeit wird so jedoch erschwert. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat hierfür eine einheitliche Software entwickelt: “Chameleon” erfüllt die Anforderungen der hochkomplizierten Berechnungen für jeden Bereich, bringt alle Beteiligten von Anfang an zusammen und vereinfacht so den Flugzeugentwurf. In einem Symposium wird die Software am 15. und 16. März 2012 im DLR in Hamburg Industriepartnern wie Airbus, der Forschungseinrichtung Bauhaus Luftfahrt sowie allen am Flugzeugentwurf beteiligten deutschen Universitäten vorgestellt.


Flugzeugentwurf mit der Chameleon-Software. Quelle: DLR


Chameleon nutzt CPACS (Common Parametric Aircraft Configuration Schema), ein für alle einheitliches Datenformat, in dem sich die Modelle für die komplizierten Berechnungen und Simulationen wiederfinden. Chameleon vereinfacht den Flugzeugentwurf und vermeidet Fehler. Denn momentan trifft jeder Wissenschaftler für seine Arbeit auch Annahmen über andere Gebiete: Der Konstrukteur des Flügels setzt zum Beispiel Randbedingungen für die Aerodynamik. “Mit unserem CPACS-Datenformat kann jeder das Wissen anderer Gebiete nutzen und austauschen”, erläutert Daniel Böhnke von der DLR-Einrichtung Lufttransportsysteme, der CPACS stetig weiterentwickelt. Das bedeutet interdisziplinäre Arbeit: Gibt ein Ingenieur Spezifikationen für den Flügel ein, berechnet Chameleon automatisch neue Bedingungen für die Rumpfgestaltung – Wissen von allen wird für alle verfügbar.


Besseres Ergebnis durch interdisziplinäre Zusammenarbeit


“Unsere Software funktioniert wie eine Kette: An einer Stelle werden Informationen eingepflegt, diese werden dann in weiteren Bestandteilen der Kette geprüft”, erklärt Böhnke. Am Ende steht dann das Konzept für das neue Flugzeug. “Hier kann viel Zeit gespart werden – und das Gesamtergebnis ist natürlich besser, wenn alle von Anfang an um einen virtuellen Tisch sitzen”, erklärt Markus Litz von der DLR-Einrichtung für Simulations- und Softwaretechnik, der das System gemeinsam mit seinem Kollegen Markus Kunde entwickelt hat. Im DLR wurde und wird das System schon bei vielen Projekten eingesetzt.


Chameleon ist als Open-Source-Software erhältlich, wie man es auch aus anderen Bereichen wie beispielsweise der Textverarbeitung kennt. “Chameleon und das CPACS-Datenformat sind nicht an einen Hersteller gebunden, bei dem Anfragen bezüglich Veränderung der Software schon mal lange dauern können – wir stellen ein offenes Format zur Verfügung, dass jeder selbst verändern kann”, sagt Böhnke. Zudem ist das CPACS-Datenformat nicht nur auf den Flugzeugentwurf beschränkt: auch Flugrouten, Klima-Informationen oder sogar ganze Flugzeugflotten können damit berechnet werden.


Bild oben: Forschungsflugzeug ATRA des DLR. Quelle: DLR

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Der Hardware-Systemlieferant Tarox hat ein neues Schulungsangebot der VdS Schadenverhütung GmbH in sein Schulungs-Programm aufgenommen. Zielgruppe sind sowohl Systemhäuser als auch die gewerblichen Endkunden. Ziel ist der Umsetzung der Schutzstandards nach der Richtlinie VdS 3473, die auch in kleinen und mittleren Unternehmen für IT-Sicherheit sorgen soll.
Werbung

Top Jobs

CAD / PDM Applikationsingenieur (m/w/d)
NTI Kailer GmbH, Villingen-Schwenningen, Wendlingen od. Lahr
Projektmanager Vertrieb (m/w/d)
NTI Kailer GmbH, Villingen-Schwenningen, Wendlingen od. Lahr
Softwareentwickler (m/w/d)
NTI Kailer GmbH, Villingen-Schwenningen, Wendlingen, Lahr od. Magdeburg
IT- Administrator (m/w/d)
NTI Kailer GmbH, Villingen-Schwenningen, Lahr oder Wendlingen
› weitere Top Jobs

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Aktuelle Ausgabe

Topthema: Neue Fachmesse für digitale Lösungen in der Baubranche

Messe München digitalBAU

Mehr erfahren

Specials

Schulungen für Konstrukteure und Architekten

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.