19.05.2021 – Kategorie: Architektur & Bau

Dokumentationspflicht: Das müssen Sie bei der Elektroplanung beachten

DokumentationspflichtQuelle: Jat306/shutterstock
Die grundlegende Änderung von DIN 18015-1 als Planungsgrundlage elektrischer Anlagen in Wohngebäuden geht mit neuen Anforderungen an die Dokumentationspflicht für Raum- und Stromlaufplanung einher. Diese Aufgaben, die mitunter einen hohen…

Dokumentationspflicht: In der Praxis stand immer wieder die Frage im Raum, welche Dokumente der Elektroinstallateur dem Bauherrn bei der Abnahme der elektrischen Anlage zu übergeben habe. Häufig wurden bereits im Vorfeld zwischen Bauträger und Elektrohandwerksbetrieb sowie Bauträger und Bauherr Vereinbarungen für eine qualitativ gute und lückenlose Dokumentation getroffen.

Rechtssicherheit hinsichtlich der Dokumentationspflicht

Mittlerweile besteht Rechtssicherheit für den Betreiber, der im Fall der Fälle haften muss: Die im Mai 2020 erschienene Normenausgabe der DIN 18015-1 erläutert Anforderungen, die für die Planung von elektrischen Anlagen in Wohngebäuden relevant sind. Dazu zählen sowohl Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser als auch Mehrfamilienwohnhäuser und Wohngebäude mit teilgewerblicher Nutzung. Nach der grundlegenden Überarbeitung von Teil 1 der aus fünf Teilen bestehenden rechtsverbindlichen Normreihe DIN 18015, durch die der bisherige Stand aus 2013 ersetzt wurde, ergeben sich weitreichende Änderungen und neue Anforderungen an Planung und Installation.

Dazu zählen unter anderem die Anzahl von Leitungsschutzschaltern nach einem Gruppen-Fehlerstromschutzschalter sowie die Notwendigkeit, Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz beziehungsweise zum Energiemanagement schon bei der Planung von elektrischen Anlagen zu berücksichtigen. Außerdem sieht die Norm den Überspannungsschutz für Kommunikationsverteiler von Zählerschrank oder Unterverteilung vor. Zentraler Punkt der Änderungen von DIN 18015-1 ist jedoch die Verpflichtung zur umfassenden Dokumentation des letzten Ausführungsstandes einer Installation mit Hilfe eines Raumplans und eines Stromlaufplans.

Dokumentationspflicht für Raum- und Stromlaufplan

Die Dokumentationspflicht ermöglicht in der Nutzungsphase einer Immobilie bei einem Mieter- oder Eigentümerwechsel Sicherheit und Transparenz. Zum einen ist die Lage der Anschluss- und Schaltstellen auf einem Raum- beziehungsweise Grundrissplan (Bild 1) mit grafischen Symbolen entsprechend der DIN EN 60617 einzutragen. So erhält der Prüfer bei späteren Prüfungen in den Wohnungsanlagen eine lückenlose Dokumentation zur Durchführung seiner Arbeit. Eine weitere neue Forderung für Stromkreisverteiler in den Wohnungen, ist die Erstellung von Schaltplänen (Bild 2). Durch diese sollen Schutz-, Trenn- und Schaltfunktionen erkennbar dargestellt werden. Mit Hilfe des Schalt- beziehungsweise Stromlaufplans wird die Identifikation und Erkennbarkeit des gesamten Aufbaus der elektrischen Anlage unterstützt.

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Bild 1: Lage der Anschluss- und Schaltstellen auf einem Raum- beziehungsweise Grundrissplan.
Bild: Schneider Electric

Wichtig dabei: Die Dokumente der Elektroinstallation müssen dem tatsächlichen Stand entsprechen. Das heißt, die vor der Installation zur Planung erstellten Ausführungen sind an den tatsächlichen Stand anzupassen, wobei Erweiterungen, Änderungen oder Nutzungsänderungen in den Unterlagen entsprechend nachzutragen sind. Darüber hinaus sagt die Norm, dass die Dokumentation der elektrischen Anlage die erforderlichen Empfehlungen und Hinweise für notwendige Wartungs- und Prüfintervalle regelmäßig spätestens alle zehn Jahre oder anlassbezogen – etwa bei einem Mieter- oder Eigentümerwechsel – enthalten muss.

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Bild 2: Mit Hilfe des Schalt- beziehungsweise Stromlaufplans wird die Identifikation und Erkennbarkeit des gesamten Aufbaus der elektrischen Anlage unterstützt.
Bild: Schneider Electric

Rechtssicher dokumentieren

Um den mit der verschärften Dokumentationspflicht einhergehenden Herausforderungen für Planer und Elektroinstallateure zu begegnen, hat Schneider Electric eine neue Planungssoftware auf den Markt gebracht, die sich besonders für professionelle Planung von Elektroinstallationen kleinerer Dimension in Ein- und Zweifamilienhäusern eignet: SEE Electrical Building SE macht die grafische Raumplan- und Stromlaufplanerstellung mit wenigen Klicks möglich und garantiert dabei die Realisierung einer normgerechten, zuverlässigen und hochwertigen Elektroplanung – so ist der Anwender immer auf der sicheren Seite.

In dem einfach und intuitiv zu bedienenden Software-Tool sind daher die Daten aller Produkte von Merten, Ritto, ABN und Schneider Electric inklusive ausgewählter Elektromobilitäts-Produkte bereits hinterlegt; weitere können manuell hinzugefügt werden. Mit diesem Planungswerkzeug lassen sich im Nu komplexe, eingebettete elektrische Systeme unter Verwendung einfacher bildlicher Darstellungen elektrischer Komponenten und Verbindungen aufbereiten.

Schneider Electric ist damit momentan der einzige Hersteller, der seinen Kunden und Partnern zeitgemäße Raumplanung in Form eines grafischen Grundrissplans mit exakter Platzierung von Schaltern, Steckdosen und Kabeltragsystemen sowie gleichzeitig die Erstellung eines einpoligen Stromlaufplans (einzeiliges Diagramm, SLD) in einer integrierten Softwarelösung ermöglicht. Umfangreiche CAD-Befehle gehören ebenso zum Funktionsumfang wie die Generierung verschiedenster Listen auf Basis erstellter Pläne sowie Import- und Export-Möglichkeiten in zahlreiche unterschiedliche Formate. So lassen sich zum Beispiel PDF-Baupläne einlesen und mit SEE Electrical Building SE bearbeiten.

Einfacher Datenimport

Der Clou dabei: Bestehende Stromlaufpläne oder Grundrisszeichnungen, die in der Praxis oft noch auf Papier gezeichnet sind, lassen sich einscannen, in eine PDF verwandeln und problemlos einlesen und bearbeiten. Möglich macht das der Datenimport, der zahlreiche Formate und Dateien wie DXF, DWG, DXB und PDF sowie Bitmap-Dateien beherrscht. Die Formate DWG und DXF eignen sich in erster Linie dazu, zwei- oder dreidimensionale Zeichnungen mit hoher Präzision von anderen CAD-Programmen zu übernehmen. Kompatibilitätsprobleme gehören damit der Vergangenheit an – ebenso wie umständliches und zeitraubendes Übertragen der Daten von Hand.

Dokumentationspflicht
Bild 3: Zugriff auf verschiedene Typen-Datenbanken und Stücklistenerstellung.
Bild: Schneider Electric

Weiterhin hat der Nutzer Zugriff auf verschiedene Typen-Datenbanken und Stücklistenerstellung (Bild 3). Das heißt, aus den einzelnen Produkten, die bei der Projektplanung zum Einsatz kommen, wird automatisch eine Stückliste generiert. Die Stückliste ermöglicht die perfekte Projektplanung bis ins Detail. So kann bereits im Vorfeld der gesamte Bestand an Teilen konfiguriert werden. Der Planer erhält eine vollständige Liste aller Einzelposten mit den entsprechenden Artikelnummern und Preisen. Damit kann er seinem Kunden eine genaue Kalkulation liefern und hat gleichzeitig die eigenen Umsätze lückenlos im Blick.

Als Serviceprodukt ist SEE Electrical Building SE direkt über den Anbieter zu beziehen. Wer mit der Software erst einmal unverbindlich auf Tuchfühlung gehen möchte, kann sich mit ihr im Rahmen der kostenlosen 30-Tage-Testversion vertraut machen. Testversion und Jahreslizenz sind über das Kundenportal MySchneider erhältlich.

Fazit: Planung auf der sicheren Seite

Komplexe Wohngebäude planen, bauen und umbauen benötigt eine effiziente Planungssoftware – erst recht, wenn es darum geht, Normen einzuhalten und Rechtssicherheit zu gewährleisten. Eine integrative CAD-Planungssoftware wie SEE Electrical Building SE erweist sich dabei als erste Wahl. Ihre Vorteile liegen auf der Hand: Die Funktionsvielfalt innerhalb der gleichen Anwendung unter einheitlicher Benutzeroberfläche bedeuten eine erhebliche Zeitersparnis bei normkonformer Planung, Bearbeitung und Dokumentation. Bereits vorhandene Pläne und Schemata lassen sich problemlos einlesen, bearbeiten und korrigieren – egal in welchem Format.

So schöpft zeitgemäße Planung alle Vorzüge des digitalen Zeitalters aus. Die Einsteiger-Software für Installateure und Planer erweist sich als effizientes und zuverlässiges Werkzeug, welches dem Anwender erlaubt, seine Gebäudeinstallationen intuitiv zu entwerfen und die entsprechenden Raum- und Stromlaufpläne sowie sonstige Dokumente für sein Tagesgeschäft automatisch zu erzeugen. So bleibt mehr wertvolle Zeit für das Kerngeschäft.

Von Sarina Giesen.

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