3D-Aufmaß mit Laserscanning

Viele bestehende Büro- und Geschäftshäuser sind mit Vorhangfassaden ausgebildet und haben  derzeit  einen  hohen  Sanierungsbedarf. Die energetische Bilanz dieser Fassaden ist oft mangelhaft, da die Verglasung zu alt und die verwendeten Konstruktionsprofile schon älter und schlecht gedämmt sind. Die tragende Betonstruktur des Gebäudes ist jedoch meistens noch für Jahrzehnte belastbar und kann somit in der Regel erhalten bleiben.
Daher  haben  namhafte  Fassadenhersteller Sanierungselemente im Angebot, welche einen Fassadenaustausch ohne große Beeinträchtigung für die Bewohner ermöglichen. Diese Art der Fassadensanierung ist für Investoren und Eigentümer hochinteressant, da in die Jahre gekommene Immobilien mit kurzen Bauzeiten ohne Mietausfall auf einen modernen Stand gebracht werden können. Gerade in hochpreisigen Citylagen werden so Mieter an das Objekt gebunden und die Rendite der Immobilie ist über viele Jahre gesichert.
Im Falle eines Geschäftshauses in der Innenstadt von Hannover war die Umrüstung auf eine neue, energiesparende Fassade nicht ohne weiteres durchführbar. Die Geometrie des bestehenden Gebäudes ist aufgrund der gerundeten Eckausbildung und eines geschwungenen Fassadenverlaufs sehr komplex. Da zudem sämtliche Austauschelemente vorgefertigt werden sollten, um eine möglichst kurze Bauzeit zu realisieren, entschied sich der ausführende Betrieb, Metallbau Burckhardt aus Isernhagen-Kirchhorst, für ein digitales 3D-Aufmaß. Dieses erstellte der Architekt Johannes Rechenbach mit seinem Büro Laser-Scanning-Architecture. Dabei kam der Faro-Laser-Scanner Focus3D zum Einsatz.
Denn aufgrund seines geringen Gewichtes und der kleinen Baugröße konnte er mühelos von den vorhandenen Gerüstlagen aus alle maßgeblichen Teilflächen der freigelegten Rohbaufassade vermessen. So entstand aus 52 Einzelscans nach Verknüpfung über Passmarken ein digitales, dreidimensionales Abbild der gesamten Fassade. Alle störenden Elemente wie das Baugerüst und die Nachbarbebauung wurden aus den Scandaten gelöscht, so dass lediglich der Rohbau mit seinen Störkanten für die Auswertung zur Verfügung stand.
Die Messergebnisse wurden in Form von 2D- Messbildern in AutoCAD eingefügt und analysiert. So konnten die Bezugsmaße für die neue Konstruktion umfassend ermittelt werden. Neben den Fensteröffnungen mussten auch die Höhenlagen von Fertigfußböden, Brüstungen und abgehängten Decken erfasst werden, um die Sanierungsfassade mit allen Anschlussdetails detailgerecht planen zu können. Üblicherweise werden beim Laserscanning Fassaden möglichst ohne Gerüst aus einem gewissen Abstand, zum Beispiel von der Straße aus, vermessen. Dieses Beispiel zeigt jedoch, dass auch bei gestelltem  Baugerüst  eine  Vermessung  machbar ist. Gerade bei Sanierungen muss zuerst die Bestandsfassade vom Gerüst aus demontiert werden. Der dann sichtbare Rohbau ist maßgeblich für das Aufmaß und die Neuplanung.
Die kurze Distanz zum Objekt beim Messen vom Gerüst aus hat neben einem höheren Aufwand aber auch Vorteile, da die Detailqualität steigt und dadurch gerade bei Mischkonstruktionen wie hier Materialübergänge besser dokumentiert werden können.
Mit der Notwendigkeit von komplexen Sanierungsaufgaben im Bestand, die bereits 50 Prozent aller Tätigkeiten in Planungsbüros ausmachen, wächst auch der Anspruch an ein akkurates Aufmaß. Das Laserscanning ist hierfür bestens geeignet, da keine andere Messmethode so umfassende Daten in solch hoher Präzision liefern kann. (anm)

 

info: rechenbach architecture

Johannes Rechenbach hat sich mit seinem Architekturbüro auf die Beratung und Dienstleistungen mit 3D-Laserscanning spezialisiert. Als Netzwerkpartner von FARO Europe ist er Ansprechpartner in den Bereichen Architektur und Anlagenbau.
laser-scanning-architecture.com

 

  • Der Faro-Laserscanner vor Ort.
  • Ergebnis der millimetergenauen Messung in der Software Faro Scene.
  • Ergebnis der millimetergenauen Messung in der Software Faro Scene.
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