AutoCAD 2016: Sichtbar anders

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Es ist das 30. Release des populärsten CAD-Programms, das Autodesk nun vorstellt: AutoCAD 2016. Das Unternehmen hat im März die Verfügbarkeit der neuen Version bekannt gegeben, wie gewohnt mit der Versionsnummer des kommenden Jahres. Man könnte meinen, dass die Software einen Grad der Perfektion erreicht habe, der allenfalls noch etwas Feinschliff an den bewährten Funktionen zulasse. Mitnichten ist das so. Schon die Oberfläche weist einige augenfällige Veränderungen auf. Der Startbildschirm ist zum Beispiel nun immer zugriffsbereit, auch aus der Zeichnungsumgebung heraus. Release 2016 enthält andererseits Dutzende von neuen Funktionen, die weiter in die Tiefe gehen. Sie sollen  2D- und 3D-Design, Dokumentation und Zusammenarbeit beschleunigen und vereinfachen, während sich am Bildschirm fast alle erdenklichen Formen erschaffen lassen. Darüber hinaus können Benutzer Arbeit mit anderen Benutzern über die TrustedDWG-Technologie teilen, eine Verfahren zum Speichern und Austauschen von Konstruktionsdaten.
„AutoCAD 2016 macht Detaillierung und Dokumentation der Arbeit schneller, während beeindruckende visuelle Verbesserungen ein neues Maß an Klarheit und Tiefe in jeden Aspekt eines Entwurfs hineintragen“, sagt Amy Bunszel, Vice President für Produkte AutoCAD, Autodesk. „Unsere Kunden schätzen auch die gesteigerte Produktivität durch die optimierte PDF-Ausgabe und die enge Abstimmung mit Building Information Modeling (BIM).“
„Die Erweiterungen haben dieses Produkt auf eine andere Ebene gehoben“, sagt Senior-Architekt Dr. Santi Maggio Savasta, M.Arch, Ph.D., von Santi Maggio Savasta Architekt. „Die Verbesserungen in der Bemaßung und Textbearbeitung, ganz zu schweigen vom gesamten Bereich, der sich auf die Zeichenhilfen bezieht, erlaubt es, effektiver und schneller zu sein, so dass man eine Echtzeit-Vorschau erhält von dem, was man tut, während man es tut.“

Objekttyp steuert Bemaßung

Erhebliche Verbesserungen hat die Bemaßung erfahren. Sie ist nun intelligenter und schlägt zum Beispiel automatisch die richtige Dimensionierung anhand des Objekttyps vor. Fährt man mit der Maus über einen Kreis, so werden entsprechend Radius oder Durchmesser vorgeschlagen. Sich überschneidende Bemaßungen lassen sich besser brechen und staffeln.

Visuelle Genauigkeit

Die Verbesserungen  in AutoCAD 2016 erhöhen die visuelle Genauigkeit auf dem Bildschirm. Kreise und Bögen werden nicht mehr wie Polygone im Modellbereich dargestellt. Stattdessen erscheinen sie wie Vektorgrafiken. Eine leistungsfähigere Grafik-Engine macht es möglich, schneller große Auswahlen im 2D-Drahtgittermodus zu verschieben und zu kopieren. Die Ribbon-Menüs, Dialoge und Registerkarten  des Programms wurden neu gestaltet und bieten mehr Anpassungsmöglichkeiten.

Lichteffekte und Rendering

AutoCAD 2016 verfügt über eine neue  Rendering-Funktionalität. Die Mental-Ray-Engine wurde durch eine Neuentwicklung ersetzt. Anwender können festlegen, wie detailliert und wie groß die Ausgabe am Bildschirm sein soll oder sie können die Renderzeit einstellen. Lichteffekte werden automatisch vom Hintergrundbild auf das Modell appliziert. Darüber hinaus stehen Lichteinstellungen bereit, um die Renderings realistischer zu machen, mit Features wie Weißabgleich und Belichtung.

Weitere Neuheiten

•  Autodesk hat das Vorschauwerkzeug um weitere Befehle wie Löschen, Drehen und Skalieren ergänzt, so dass Anwender die Auswirkungen ihrer Arbeit in Echtzeit prüfen können. Nutzer können jetzt besser Ergebnisse vorhersagen und die Nutzung des Befehls „Rückgängig“ durch die erweiterte Befehlsvorschau minimieren.
•  AutoCAD 2016 gibt auch erweiterte PDF-Dateien, die deutlich kleiner sind, unter Beibehaltung der Wiedergabetreue aus. PDF-Dateien sind jetzt vollständig durchsuchbar, behalten alle Hyperlinks und können schneller an Zeichnungen angefügt werden.
•  Zu den wichtigen neuen und oft verlangten Funktionen gehört auch der automatische Objektfang auf den Mittelpunkt einer Polygons oder einer geschlossenen Polylinie.
•  Die Möglichkeiten der Verarbeitung von Punktewolken wurden ebenfalls erweitert. So kann man Schnitte durch Punktwolken erstellen und bearbeiten sowie transparente Ebenen anpassen, um die darunterliegende Geometrie erscheinen zu lassen. Für die Schnittebenen steht nun ein Drop-Down-Menü bereit.
•  Koordinationsmodell: Navisworks-  und BIM-360-Glue-Modelle (Englisch) lassen sich nun direkt in AutoCAD-Files einbinden und anzeigen. Beim Entwurf kann das Navisworks-Modell referenziert werden, was Konflikte vermeiden hilft. Mit einer Lizenz von BIM 360 Glue können Anwender direkt von AutoCAD auf Projekte zugreifen, das Modell, dass sie einbinden möchten, auswählen und dann den Ort in der aktuellen Zeichnung festlegen. Beim erneuten Öffnen der Zeichnung wird jeweils die aktuelle Version des Modells automatisch geladen.

Schnelle, präzise Konstruktion

Zu den weiteren neuen Funktionen, die die Benutzeroberfläche betreffen, gehört eine dunklere Darstellung am Bildschirm, die die Augen schonen soll. Außerdem können Anwender nun direkt über die Ribbon-Menüstruktur auf Zeichnungsinhalte zugreifen. Die individuelle gewohnte Oberfläche lässt sich jetzt prominent über die Statuszeile vor unwillkommenen Veränderungen schützen.

Preise und Verfügbarkeit

Die meisten der neuen Funktionen in AutoCAD 2016 sind auch in AutoCAD LT 2016 enthalten. AutoCAD ist außerdem Teil der verschiedenen Design-Suiten, die wir in diesem Heft separat vorstellen.
Zur Macintosh-Version hat Autodesk keine Angaben gemacht.  Benutzer können eine Dauerlizenz mit oder ohne Wartungs-Subscription wählen oder eine Desktop-Subscription mit Pay-as-you-go-Monats-, -Quartals- und -Jahres-Optionen. (anm)

 

Zusatzinfo: Systemanforderungen für AutoCAD 2016

Betriebssystem:
■  Microsoft Windows 8/8.1 Enterprise; Pro
■  Microsoft Windows 8/8.1
■  Microsoft Windows 7 Enterprise, Ultimate, Professional, Home Premium
CPU:
■  Minimum Intel Pentium 4 oder AMD-Athlon-64-Prozessor
Speicher:
■  Speicher für 32-Bit-AutoCAD 2016: 2 GByte (3 GByte empfohlen)
■  für 64-Bit AutoCAD 2016: 4 GByte (8 GByte empfohlen)
Display:
■  1.024x768 (1.600x1.050 oder höher empfohlen); True Color
■  Grafikkarte mit DirectX 9- oder DirectX11-Unterstützung
Für Installation auf Festplatte 6 GByte freier Speicherplatz,
Windows Internet Explorer 9.0 (oder neuer),
.NET Framework .NET Framework Version 4.5,
Network Deployment über Deployment Wizard.
Weitere Anforderungen für große Datenmengen, Punktewolken und 3D-Modellierung:
■  8 GByte Speicher oder mehr
■  6 GByte freier Speicherplatz auf Festplatte
■  Grafikkarte mit Auflösung von 1.600 x 1.050 oder höher, True Colour, 128 MByte VRAM oder mehr, Pixel-Shader 3.0 oder höher, Direct3D-Workstation-Grafikkarte
■  64-Bit-Betriebssystem

  • Die Verbesserungen in AutoCAD 2016 erhöhen die visuelle Genauigkeit auf dem Bildschirm.
  • Erhebliche Verbesserungen erfuhr die Bemaßungsfunktion, die nun kontextsensitiv auf den Objekttyp reagiert.
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