CIM Database PLM 11: Sichtlich verändert

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Aus der Benutzerperspektive betrachtet, sind die meisten PLM-Systeme ziemlich nüchterne Anwendungen. Der Anwender navigiert durch die immer gleichen komplexen Baumstrukturen oder scrollt durch ellenlange Trefferlisten. Ist das immer optimal? Nein, meint Contact Software und erleichtert die Möglichkeiten der visuellen Interaktion durch ein HTML-5-User-Interface mit hoher Individualisierbarkeit sowie die nahtlose Verbindung von PLM-Informationen und 3D-Modellen mit 3D Spatial Connect.

3D-Modelle an jedem Arbeitsplatz

Die integrierte Visualisierungslösung 3D Spatial Connect macht 3D-Modelle und ergänzende Informationen in jedem PLM-Prozess und an jedem PLM-Arbeitsplatz verfügbar, ohne dass Anwender dafür eine CAD-Lizenz oder einen separaten 3D-Viewer benötigen. Dies ermöglicht den direkten Zugriff auf die 3D-Modelle und ihre Nutzung in der Entwicklung, zum Beispiel für Design Reviews, aber auch in Folgeprozessen wie Qualitätssicherung, Fertigung und Montage oder Marketing und Vertrieb. Dahinter steckt die Idee, die Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmen und in der Supply Chain zu vereinfachen und Abstimmungsprozesse unter dem Motto „Visual Decision Making“ zu beschleunigen.
 Die nahtlose Verknüpfung von 3D-Modellen und PLM-Metadaten erleichtert die Navigation im PLM-Datenbestand und bietet zugleich die Möglichkeit, nicht-geometrische Informationen wie etwa den Reifegrad oder Freigabestatus eines Bauteils direkt am 3D-Modell zu veranschaulichen. Der größte Vorteil von 3D Spatial Connect liegt jedoch in der direkten Verzahnung mit den typischen Aufgaben des Fachanwenders. Ausgehend von der Produktstruktur kann er im PLM-System unterschiedliche geometrische Varianten visualisieren und bewerten. Auf ähnliche Weise können die Unterschiede zwischen Kons­truktions- und Fertigungsstückliste im Zusammenspiel mit dem neuen mBOM Manager visualisiert werden. Und nicht zuletzt lassen sich unmittelbar aus der 3D-Visualisierung in CIM Database PLM schnell und einfach Folgeprozesse wie etwa Freigaben oder technische Änderungen anstoßen.

Fertigungsstücklisten einfacher pflegen

Die visuelle Interaktion erhöht die Anwenderakzeptanz, insbesondere bei gelegentlichen Nutzern. Zu ihnen gehören die Mitarbeiter in der Arbeitsvorbereitung, denen Contact mit dem mBOM Manager ein neues Werkzeug für die Ableitung und Pflege der Fertigungsstücklisten im PLM-System zur Verfügung stellt. Dies adressiert die Anforderungen von Kunden, die bei Konfiguration und Re-Engineering komplexer Produkte einen hohen Aufwand treiben müssen, um Konstruktions- und Fertigungsstücklisten synchron zu halten. Der mBOM Manager ist in der Lage, zu einem Produkt oder einer Baugruppe mehrere Stücklisten mit deutlich weniger Aufwand als bisher zu synchronisieren. Durch die Verzahnung mit Contacts Variantenmanagement ist es zudem möglich, Differenzen zwischen unterschiedlichen Varianten zu vergleichen.

Termine und Ressourcen projektübergreifend planen

Contact hat in CIM Database 11 auch neue Funktionen für das Multi-Projektmanagement umgesetzt. Individuelle Terminsichten können nun unabhängig vom Projektkontext erstellt werden, indem man beispielsweise Elemente aus Teilprojekten einfach per Drag & Drop in einen neuen Terminplan zieht. Auch offene Punkte und andere termingebende Objekte werden so in einer Terminsicht als Gantt-Chart direkt visualisiert. Außerdem lassen sich die Terminpläne mit Hilfe der Reporting-Funktionen als Excel-Chart aufbereiten. Bei der Definition projektübergreifender Verknüpfungen erlaubt die neue Version nun auch das Abspeichern von Terminplänen mit Konflikten. Die projektübergreifende Planung und Nachverfolgung von Terminen und Ressourcen macht Abhängigkeiten und Zusammenhänge im Unternehmen transparenter und zeigt den Projektverantwortlichen auf, wo Risiken und Probleme vorhanden sind.
Das Multi-Projektmanagement steht auch in der neuen Project-Office-Version 4.0 zur Verfügung, die ausgewählte Funktionen der Contact-Elements-Plattform in einem dedizierten Produktangebot für das Projekt- und Prozessmanagement bündelt.

Dokumente und andere Objekte digital signieren

Eine für viele Branchen wichtige Neuerung in CIM Database 11 ist das digitale Signaturverfahren, das den strengen Compliance-Anforderungen für elektronische Dokumentationssysteme Rechnung trägt. Sie schreiben unter anderem die Verwendung elektronischer Unterschriften vor, um die Authentizität digitaler Dokumente zu gewährleisten. Contact ergänzt damit sein sehr leistungsfähiges Dokumentenmanagement um ein sicheres und einfach zu nutzendes Signaturverfahren, das nicht nur auf Dokumente, sondern auch auf Datenobjekte wie Anforderungen oder Produktstrukturen angewendet werden kann.
Der Lösungsbaustein ermöglicht parallele und sequentielle Mehrfachsignaturen sowie die Einbettung von Signaturen in PDF-Dokumente. Die Technologie basiert auf aktuellen kryptografischen Verfahren, ist FDA-konform validiert (zum Beispiel FDA Title 21 CFR Part 11) und unterstützt fortgeschrittene Signaturen im Sinne des deutschen Signaturgesetzes. Der Signaturprozess kann direkt in Statusnetze und Workflows basierend auf Contacts Standard-Workflow-Technologie integriert werden und ist daher für die Anwender sehr intuitiv zu bedienen.

Strategische Ausrichtung auf Web-Technologie

Mit Vorstellung von Version 11 hat Contact seine Ausrichtung auf HTML 5 bekannt gegeben. So soll das webbasierte User Interface mittelfristig den Windows-Client vollständig ersetzen und Anwendern noch bessere Möglichkeiten der Navigation, Exploration und Interaktion bieten. Erstes Beispiel ist das neue Angebot für Recherche-Anwender, das Enterprise Search von CIM Database PLM nun im Web-Browser verfügbar macht. So können auch sporadische Nutzer aus dem Management, der Produktion oder auch aus Vertrieb und Service ohne besondere Vorkenntnisse jederzeit schnell und einfach auf die gewünschten Informationen im PLM-System zugreifen. Die Google-ähnliche Enterprise Search unterstützt die Mehrfachauswahl und die Direktsuche zum Beispiel über Artikelnummern. Sämtliche Filter können gespeichert und wiederverwendet werden.
„Das Web ist die Blaupause für alle Enterprise-Anwendungen, denn es reduziert die Eintrittshürde für jeden Benutzer“, sagte Contact-Entwicklungsleiter Frank Patz-Brockmann bei der Vorstellung der Webstrategie auf der diesjährigen Open World. „Bei unseren Anwendungen geht es letztlich um die Zusammenarbeit in Entwicklungs-Netzwerken. Deshalb greifen im Prinzip die gleichen Mechanismen wie für soziale Netzwerke.“
Alle Neuerungen in Version 11 nutzen die mit CIM Database 10 eingeführte Plattform Contact Elements, die auf ISO- und Industriestandards sowie Open-Source-Bausteinen aufsetzt. Die Komponentenarchitektur vereinfacht die Konfiguration von Lösungen für spezielle Zielgruppen und das Deployment von neuen Apps in Bestandsumgebungen. So ermöglicht Contact Elements die Bereitstellung neuer Apps auch noch im aktuellen CIM Data­base 10.1 Release. Von der offenen, hochgradig skalierbaren Elements-Plattform profitieren zudem Kunden und Partner, die im Rahmen dieses umfassenden Eco-Systems eigene State-of-the-Art-Anwendungen effizient definieren, betreiben und kontinuierlich anpassen wollen. (anm)

  • 3D Spatial Connect unterstützt Fachanwender bei typischen Aufgaben und macht 3D-Modelle auch in Folgeprozessen an jedem Arbeitsplatz verfügbar.
  • Für Contact Software ist das Web die Blaupause für alle Enterprise-Anwendungen, so Entwicklungsleiter Frank Patz-Brockmann auf der diesjährigen Anwenderkonferenz Open World.
  • Die Terminsicht zeigt die projektübergreifenden Abhängigkeiten und Zusammenhänge auf und macht transparent, wo Probleme auftreten.
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