Globales PDM-Projekt in zehn Monaten

0

Die Loesche GmbH ist Marktführer im Bereich Konstruktion, Herstellung und Wartung von Wälzmühlen für Zement, Kohle, Kalk und andere Stoffe. Rund 800 Mitarbeiter sind dafür an 15 Standorten weltweit tätig. Die Niederlassungen erstrecken sich von Europa über Amerika und Afrika bis nach Asien.
Als Projektbegleiter wählt Loesche die DREICAD GmbH aus Ulm. Trotz der relativ großen Distanz zwischen den beiden Firmensitzen entscheidet sich Loesche aufgrund der Erfahrung und Kompetenz in der CAD- und PDM-Implementierung für die Zusammenarbeit. Hinzu kommt, dass eine langjährige Beratungsaufgabe von DREICAD vorausgeht, was gegenseitiges Vertrauen aufgebaut hat.

Die Herausforderung

Im Fokus der ersten Projektstufe liegen die Länder Deutschland, England und Indien. Vor Projektbeginn arbeiten die Mitarbeiter in Deutschland parallel mit Vault Basic, Productstream Professional und der Ablage im Windows Explorer. An den Standorten Indien und England existieren sowohl eigene Ablagesysteme als auch eine VPN-Verbindung zu Deutschland. Das ergibt eine Anzahl von fünf Orten zur  Datenverwaltung. Die Folge sind nicht auffindbare Dokumente in der Systemlandschaft, die das Risiko eines Engineering Know-how-Verlusts bergen. Die vielen manuellen Schnittstellen beim Datenaustausch der Standorte sind für eine schlechte Performance verantwortlich.
Als Lösungsansätze werden  Autodesk Vault Professional mit SAP-Schnittstelle und eine SAP-Direktintegration in Erwägung gezogen. Für beide Varianten wird die Anwendbarkeit in der Loesche-Umgebung beurteilt. Dazu gilt es, den Funktionsumfang zu analysieren, Gespräche mit einem Referenzkunden zur führen und den möglichen Einsatz bei Loesche anhand definierter Faktoren zu bewerten. Nach der Abwägung fällt die Entscheidung für Autodesk Vault Professional.

Einheitliche Datenbank

Vault Professional soll dabei unterstützen, eine einheitliche Datenbank zu schaffen und manuelle Prozesse und Schnittstellen zu verringern. Damit sollen die Ablageorte konsolidiert, die globale Zusammenarbeit verbessert und die Prozesse optimiert werden. Das Projekt wird in vier Phasen umgesetzt. In der ersten Phase, der Projektierung, finden Workshops zur Prozessanalyse statt. Alle Dokument-Ablageorte werden ermittelt und klassifizierende Merkmale herausgearbeitet. In der zweiten Phase, der Testumgebung, wird eine komplette Konfiguration entsprechend der Ergebnisse aus der ersten Phase erstellt. Es werden Test-Replikationen zu DREICAD-Servern und nach Indien und England aufgebaut. Key-User testen anschließend das System. Es folgt die Phase der Datenmigration. Die Dokumente aus den Bestandssystemen gelangen mithilfe einer Programmierung mit Übertragungslogik in das neue System. Hierfür werden die sprechenden Nummern ausgewertet und in Revision und Status übersetzt. Es folgt die Migration in das Testsystem und danach die in das Produktivsystem. Die Phase der Produktivumgebung ist der letzte Schritt. Nun werden die Vorgänge dokumentiert und die Endanwender in Deutschland, England und Indien parallel geschult. Nach England und Indien werden Replikationen aufgebaut und ein Backup-Plan für alle Standorte eingerichtet. Nach dem GoLive wird das System aktiviert und betreut. Alle Phasen konnte man in nur zehn Monaten umsetzen.

Erzielte Ergebnisse

Durch die Anpassungen der Arbeitsweisen über Abteilungs- und Ländergrenzen hinweg können die Anwender besser miteinander kommunizieren und gemeinsame Arbeitsergebnisse generieren. Durch die neuen klassifizierenden Eigenschaften lassen sich Dokumente besser finden als durch sprechende Nummern. Die Darstellung des Lifecycle mithilfe von definiertem Dokumentenstatus erhöht die Prozesssicherheit. Die Datensicherheit und Schutz des Know-hows ist durch ein ausgeklügeltes Rechtesystem gewährleistet. Die manuellen Prozesse im Datenaustausch wurden entfernt, wodurch sich die Performance in der Collaboration enorm verbessert hat.

Für die Zukunft

Das Projekt dient als Basis für  weitere Prozessoptimierungen. In Zukunft will man bei Loesche ein Interface für die Schnittstelle zwischen Vault und SAP erstellen, das zu weiterer Fehlervermeidung und Zeitersparnis führt. Vault soll zusätzliche Funktionen des Reportings und Engineering Change Managements (Änderungswesen) übernehmen. Darüber hinaus ist die Einbindung weiterer Standorte geplant. (anm)

  • Mit Vault Professional wird eine einheitliche Datenbank erstellt, und manuelle Prozesse und Schnittstellen lassen sich verringern.
  • 3D-Modell einer Anlage.
RSS Feed

Neuen Kommentar schreiben

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags