IBAarau AG betreibt GIS mit System

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Mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei IBAarau dafür verantwortlich, dass die Einwohner des Kantonshauptortes Aarau mit Strom, Erdgas, Wasser, Fernwärme, Fernkälte und Kommunikationsinfrastruktur versorgt werden. Darüber hinaus beliefert die IBAarau 23 Gemeinden mit Erdgas, 22 Gemeinden mit Strom und 5 Gemeinden mit Wasser – Tendenz steigend. In der Abteilung Netzinformationssystem befassen sich sechs Angestellte und eine angehende Geomatikerin mit der Dokumentation sämtlicher Netze. Alle 300 Mitarbeiter können auf diese Netzdaten zugreifen; etwa 100 wurden durch eine Schulung mit der Bedienung des Auskunftssystems vertraut gemacht.

Großprojekt mit Weitsicht

In den Jahren 2004 bis 2009 haben externe Dienstleister sämtliche Netzinformationen erfasst. Als Geoinformationssystem diente damals eine auf AutoCAD basierende Lösung aus der Schweiz: Topobase. „Alle Netze zu digitalisieren und das Ganze als Projekt mit klaren Ziel- und Zeitvorgaben durchzuziehen, war eine weise Entscheidung“, sagt Jürg Becher, Leiter der Abteilung Netzinformationssystem heute. „Wenn man solch eine Umstellung nicht zügig durchzieht, bleibt man ewig dran. Wir hatten am Ende des Projekts eine vollständige, digitale Dokumentation.“

Der richtige Partner am richtigen Ort

IBAarau entschied sich Ende 2011 für eine Zusammenarbeit mit der Suhrer Niederlassung der Mensch und Maschine Schweiz AG (MuM). Als künftiger Partner für Schulung, Wartung und Betreuung des GIS-Systems brachten die Mitarbeiter von MuM zum einen die nötige Kompetenz mit, zum anderen beträgt die Entfernung von Aarau nach Suhr gerade mal fünf Kilometer.
Zum Glück stimmte die Chemie zwischen IBAarau und MuM von Anfang an, denn schon nach wenigen Monaten wurde eine umfassende Umstellung des GIS nötig: der Umstieg auf AutoCAD Map 3D und damit die Migration sämtlicher Daten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Netze für Fernwärme und Fernkälte gerade im Aufbau. Diese Daten würden also von Anfang an im neuen System erfasst werden. Alle übrigen Netze sollten nach Möglichkeit zeitnah migriert werden.

Datenmigration braucht Know-how

Nun ist eine Migration mehr als ein bloßer Kopiervorgang: AutoCAD Map 3D und die Vorgängerversion nutzen unterschiedliche Datenstrukturen, und individuelle Migrationsroutinen müssen den Weg der Informationen aus der alten in die neue Struktur vorzeichnen. Die Berater von MuM richteten zunächst eine Testumgebung ein und übertrugen die Daten dorthin. So konnten die GIS-Spezialisten der IBAarau ihr neues Werkzeug gleich mit ihren eigenen Daten kennenlernen und die Ergebnisse testen.
Bei den Erdgas- und Wassernetzen klappte die Datenmigration hervorragend. Die Daten standen in der neuen Applikation korrekt und vollständig zur Verfügung, so dass im Frühling und Sommer 2014 kurz hintereinander Erdgas- und Wassernetz problemlos migriert werden konnten. Die Arbeit ging weiter wie bisher – allerdings mit neueren und komfortableren Funktionen.

MuM, wir haben ein Problem!

Beim Migrieren des Stromnetzes flogen allerdings im übertragenen Sinne die Funken. „Wir führen die Daten all unserer ‚Stromgemeinden‘ in einer einzigen Datenbank“, erzählt Jürg Becher. „Das sind größere Datenmengen, da wir nebst der Geometrie weitere umfassende  Informationen abgelegt haben. Die Netze sind in großer Informationstiefe dokumentiert.“ Die migrierten Daten ließen sich zunächst nicht wie geplant weiterbearbeiten. Die GIS-Experten von MuM konnten den Fehler schließlich lokalisieren und beheben. „Die Suche hat Nerven gekostet, aber die Entwickler bei MuM haben vollen Einsatz gezeigt, so dass wir heute eine praktikable Lösung nutzen können. Alle unsere Stromdaten sind komplett im neuen System und können nun sauber nachgeführt werden“, bestätigt Jürg Becher.

Datenauskunft wird mobil

Fast zeitgleich zum Migrationsprojekt sollte auch die damalige Web-GIS-Lösung MapGuide 6.5 erneuert werden. Die von MuM entwickelte Lösung MapEdit überzeugte und wurde als neues Auskunftssystem bei IBAarau eingeführt. MapEdit ist für die Nutzer heute ein „prima Werkzeug“. „Ein Riesen-Plus ist die Durchgängigkeit. Daten und Konfigurationen, die einmal definiert wurden, stehen überall dort zur Verfügung, wo sie gebraucht werden“, freut sich Jürg Becher heute. „Und wir haben nur einen Ansprechpartner für sämtliche Lösungen, die wir einsetzen. So ist immer klar, wer verantwortlich ist.“
Die nächsten Schritte sind schon geplant. Das Ziel bei allen neuen Projekten ist, Daten immer nur einmal zu erfassen und stets nur an einem Ort zu pflegen. Auch darum wird bei IBAarau als nächstes MapEdit Mobile eingeführt. Damit können die Mitarbeiter auch vor Ort mit Hilfe von Smartphones oder Tablets auf die GIS-Daten zugreifen. „Ein Riesenvorteil“, erklärt Jürg Becher, „die Anwender haben vor Ort immer aktuelle Daten beziehungsweise Pläne, und es müssen keine Papierberge herumgeschleppt werden.“ Schnittstellen reduzieren Redundanz. Lieber gestern als morgen würde Jürg Becher die SAP-Schnittstelle einführen, damit die Mitarbeiter zum Beispiel alle Informationen über eine Trafostation auf einen Blick sehen: die Informationen über den Ort im GIS, die Informationen zu technischen Daten im SAP. Dann können zum Beispiel Daten zu Hausanschlüssen, die heute in beiden Systemen geführt werden, abgeglichen und korrigiert werden, und die Datenqualität wird verbessert.
Eine Schnittstelle zu Neplan, einer Software zur Berechnung der Netzbelastung, ist ebenfalls geplant und soll möglichst noch 2015 fertiggestellt werden. Dann wird man im GIS unter anderem die Belastung von Leitungen optisch erkennen können, und auch die Auswirkung von Netzeinspeisungen durch Fotovoltaik-Anlagen wird deutlicher.
Für 2016 ist dann eine Schnittstelle zu FNT Command geplant. Diese Software liefert vollständige Informationen über alle IT- und Telekommunikationsstrukturen für das IT Asset Management und ist damit die Grundlage für die Bereitstellung hochwertiger IT und Telekommunikationsservices.

Fruchtbare Zusammenarbeit

„Wir sind Dienstleister für alle unsere Kollegen“, erzählt Jürg Becher, „und wir müssen deren Wünsche und Anforderungen bestmöglich erfüllen. Wer ein GIS nutzt, interessiert sich nicht dafür, wie Daten gespeichert sind, sondern braucht schnell korrekte Auswertungen – bei uns eben in Form von Themenplänen. Diese liefern wir, und zwar höchst flexibel. Dadurch dass MuM auch ein eigenes Entwicklerteam hat, können wir unser GIS gemeinsam so gestalten, dass wir unsere Daten äußerst effektiv und effizient pflegen können. So soll eine gute Zusammenarbeit funktionieren.“ (anm)

  • Die „Wiese an der Aare“, so die Bedeutung des Wortes ‚Aarau‘, und ihr Einzugsgebiet ist heute Heimat von rund 85.000 Menschen.
  • Netzdokumentation leicht gemacht: AutoCAD Map bietet dazu die passenden Funktionen.
  • Mit MuM MapEdit gelingen optische Auswertungen der GIS-Daten schnell und einfach – für Stromnetz-Daten (Bild) ebenso wie für Wasser-, Erdgas-, Strom-, Fernwärme- und Kommunikationsnetze.
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