Mobile Workstations: Experten im Gespräch

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1.  Können Sie eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen mobiler Workstation und Desktop-Workstation im CAD-Einsatz beschreiben?

Manuel Grermes, Senior Developer für Workstations,Fujitsu.

Manuel Gremes, Senior Business ­Developer für Workstations, Fujitsu: Für die Erledigung anspruchsvoller Aufgaben sind die leistungsstarken Desktop-Workstations nach wie vor das geeignete Arbeitsmittel, denn bei der Performance können die mobilen Workstations noch nicht mithalten. Die mobilen Workstations entfalten ihre Vorteile hingegen bei der standortübergreifenden Zusammenarbeit. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, die auf den stationären Workstations entwickelten Designs und Projekte Partnern und Kunden vor Ort zu präsentierten, sie detailliert zu besprechen und Änderungen umgehend umzusetzen. Somit haben sowohl Desktop-Workstations als auch mobile Workstations künftig ihre Einsatzgebiete und ihre Daseinsberechtigung.

 

Sascha Milutinovic, Chief Branding Officer, MIFcom GmbH

Sascha Milutinovic, Chief Branding Officer, MIFcom GmbH: Der Bedarf von Konstrukteuren und deren Anspruch an moderne Arbeitsplätze steigt kontinuierlich mit Herausforderungen und neuen, industriellen Designs. Waren es früher CPU- und GPU-Leistung, sind es heute vielmehr schnelle Verfügbarkeiten durch Always-On-Geräte mit durchdachter und kontinuierlicher Vernetzung beziehungsweise Cloud-Anbindung, um die Projekte an leistungsstarken Desktop-Systemen zu erstellen und kleinere bis mittlere Korrekturen oder Präsentationen unterwegs auf einer mobilen Workstation durchzuführen.

 

2.  Können Sie uns hierfür ein Beispiel nennen?

Manuel Gremes, Senior Business ­Developer für Workstations, Fujitsu: Die Konstruktion der Gesamtprojekte lässt sich bequemer und schneller mit einer leistungsstarken Workstation bewerkstelligen, während für die Präsentation vor Ort eine mobile Workstation ausreichend Kapazitäten mitbringt. Ein klassisches Beispiel ist der Architekt, der seinen Kunden besucht, um ihm die aktuelle Planung vorzustellen und Änderungswünsche mit ihm erarbeitet.  Oder denken Sie an das Ingenieurbüro, das für einen Automobilkonzern in Auftragsarbeit ein bestimmtes Bauteil konstruiert. Auch in diesem Fall ist es einfacher, wenn bei Besprechungen beim Auftraggeber vor Ort nicht nur ausgedruckte Pläne vorliegen, sondern das Projekt in Absprache mit dem Kunden unmittelbar geändert und das Bauteil genau eingepasst werden kann.

Sascha Milutinovic, Chief Branding Officer, MIFcom GmbH: Ein Konstrukteur, der die ersten Entwürfe auf seinem Desktop-Arbeitsplatz erstellt hat, kann vor Ort bei einem Auftragsfertiger mit einer Mobile-Workstation auf notwendige Änderungen verzögerungsfrei eingehen und cloudbasiert auf seine Daten zugreifen. Dies ermöglicht eine rasante Korrektur und erlaubt es, Simulationen im Firmenstammsitz laufen zu lassen. Cloud- sowie Mobile Workstations komplettieren das Bild eines professionell funktionierenden Unternehmens und sparen Zeit samt Geld bei gleichzeitiger Vertrauensbildung beim Kunden. Dies gewinnt umso mehr an Bedeutung, je globaler ein Unternehmen operiert.

 

3.  Worauf sollten Kunden aus Ihrer Erfahrung heraus bei der Konfiguration ihrer mobilen Workstation besonders achten, welche Fallstricke sollten hier vermieden werden?

Manuel Gremes, Senior Business ­Developer für Workstations, Fujitsu: Bei den mobilen Boliden gilt es, Performance-Merkmale gegen die Möglichkeit, mobil arbeiten zu können, abzuwägen. Große Prozessoren und Grafikkarten sind Energiefresser und verkürzen dadurch die Akkulaufzeiten. Hier lauert jedoch die Gefahr, dass zugunsten der Akkulaufzeiten zum Beispiel die Grafikkarte zu klein gewählt wird. Dieses Phänomen beobachten wir häufig beim Umstieg von einer Desktop-Workstation auf eine mobile Workstations. Außerdem sollten der Arbeitspeicher, die HDDs oder SSDs nicht zu knapp ausfallen und Raum für künftiges Datenwachstum bieten. Bei der Auswahl des Prozessors kommt es auf die Softwareanwendung und den Verwendungszweck an. Je nachdem kommt ein Dual Core mit hoher Frequenz oder ein Quad Core mit niedriger Frequenz zum Einsatz.

Sascha Milutinovic, Chief Branding Officer, MIFcom GmbH: Schnelle SSDs mit hoher Kapazität sowie kleine, hochauflösende Bildschirme dominieren. Ein starker Hauptprozessor und eine performante Workstation-Grafikkarte gehören zum Standard, sollten aber nicht mehr als Hauptaugenmerk betrachtet werden. Ein gutes Gerät muss vor allem mobil, vernetzt und optimal konfiguriert sein, um auch die Akkulaufzeit dem Workflow gerecht sicherzustellen. Das Ziel sollte immer sein, ein Gerät für das gesamte, eigene Anforderungsprofil exakt auslegen zu lassen und nicht einfach einem Trend zu folgen. Es ist wenig sinnvoll, die schnellste CPU zu verbauen, wenn die Anwendung nicht die gesamte Leistung umzusetzen vermag, dafür der Akku mitten in der Präsentation leerläuft.

 

4.  Mit welchen Rechnern werden Konstrukteure in zwei bis drei Jahren arbeiten und welche Rolle werden Ihrer Meinung nach die mobilen Geräte (Notebooks, Tablets) dabei einnehmen?

Manuel Gremes, Senior Business ­Developer für Workstations, Fujitsu: Wir gehen davon aus, dass die Anzahl an mobilen Geräten wie Notebooks und Tablets weiter zunehmen wird. Die klassischen Desktop-Workstations werden aufgrund ihrer Leistungs- und Ausbaufähigkeit jedoch nicht komplett verdrängt werden. Zusätzlich zu diesem Trend sehen wir eine steigende Nachfrage nach Workstation-Software und Rechenleistungen aus der Cloud. Die Cloud Services gewinnen an Beliebtheit, weil sie bedarfsorientiert in Anspruch genommen werden können und es dabei keine Rolle spielt, ob der Anwender mit einem Standard-Notebook, -Tablet, Thin Client oder Desktop arbeitet. Wir werden es in Zukunft deshalb mit einem Mix aus stationären, mobilen und virtuellen Workstations aus der Cloud zu tun haben.

Sascha Milutinovic, Chief Branding Officer, MIFcom GmbH: Künftig können sich Konstrukteure auf eine tiefere Vernetzung und intelligente Cloud-Systeme freuen. Die Mobile Workstation wird dank VM-Technologien und verbessertem Breitbandausbau erlauben, auf mehr Mobilität und schlankere Designs zu setzen, während die Leistung lediglich auf der Desktop-Workstation von primärem Interesse sein wird. Stationäre Systeme übernehmen die eigentliche Berechnung und sogar komplizierte Simulationsdurchläufe für das Mobile-Gerät via Fernzugriff und VM-Technologien. In ferner Zukunft sind Tablets eine logische Entwicklungsstufe im Zusammenspiel mit stationären Workstations. Hierfür ist natürlich ein Gesamtprodukt aus aufeinander abgestimmten mobilen und stationären Workstations erforderlich.

Die Fragen stellte Andreas Müller.

  • Mobile Workstation: CELSIUS H730 von Fujitsu. Bild: Fujitsu
  • Mobile Workstation aus der Cerberus-Serie von MIFcom. Bild: MIFcom
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