Fehlerkosten am Bau: Wer gibt wem die Schuld?

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Ob nun der Flughafen BER, Stuttgart 21 oder „Oma Ernas kleines Häuschen“: wenn es darum geht, wer für die Fehlerkosten verantwortlich ist, zeigen alle am Bauprozess beteiligten Akteure gerne einmal auf die anderen und selten auf sich selbst. Doch wer ist denn nun wirklich der Hauptverursacher von Kostenexplosionen? Architekten? Ausführende Unternehmen? Oder vielleicht doch die Behörden?
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Ob nun der Flughafen BER, Stuttgart 21 oder „Oma Ernas kleines Häuschen“: wenn es darum geht, wer für die Fehlerkosten verantwortlich ist, zeigen alle am Bauprozess beteiligten Akteure gerne einmal auf die anderen und selten auf sich selbst. Doch wer ist denn nun wirklich der Hauptverursacher von Kostenexplosionen? Architekten? Ausführende Unternehmen? Oder vielleicht doch die Behörden?

Befragungsergebnisse aus der Studie Jahresanalyse 2016/2017 von BauInfoConsult zeigen, dass die befragten Bauunternehmer insbesondere Behörden und Architekten für Fehlerkosten verantwortlich machen. Allerdings sehen Architekten dies erwartungsgemäß natürlich ganz anders und schieben den Schwarzen Peter prompt an die Bauunternehmen zurück.

Die meisten Bauunternehmer sehen die Behörden und Aufsichtspersonen als primäre Fehlerkostenquelle an: 40 Prozent der 181 telefonisch befragten Bauunternehmer sind der Ansicht, dass diese Seite die meisten Fehlerkosten produziert. An zweiter Stelle sind aber nach Meinung von 28 Prozent  Bauunternehmen auch die Architekten für die Fehlerkosten im Bauprozess verantwortlich. Für die Bauunternehmen scheint somit bei der Projektplanung und der baubehördlichen Aufsicht häufig Fehlerkosten zu entstehen.

17 Prozent der Bauunternehmen zeigen mit dem Finger auch auf die öffentlichen Bauherren, wenn es darum geht, wer die Fehlerkosten zu verantworten hat. Interessanterweise kommt die Berufsgruppe der Fachhandwerker bei dieser Frage erstaunlich gut weg, da nur 5 Prozent der Bauunternehmer dem Handwerk den Fehlerteufel zuschreiben. Dies wiederspricht einem gängigen Klischee, dass gerade die ausführenden Gewerke im großen Maße für die Fehlerkostenproduktion verantwortlich sind.  

Wenig überraschend zu erwähnen, dass die Bauunternehmen sich selbst eher seltener als primärer Fehlerkostenverursacher sehen – nur 8 Prozent der Befragten glaubt, dass die eigene Berufsgruppe für unnötige Zusatzkosten verantwortlich ist.   

Jedoch ist dies nur ein Blickwinkel im Fehlerkostenkomplex: BauInfoConsult hat in der Studie auch den Architekten und SHK-Profis die gleiche Frage zur Verantwortlichkeit von Fehlerkosten gestellt. Das Ergebnis ist für die „Schwarze-Peter-Haltung“ in der Branche bezeichnend: die Mehrheit der Architekten schiebt die Entstehung von Fehlerkosten ausgerechnet den Bauunternehmen in die Schuhe. Die SHK-Installateure sehen hingegen insbesondere die Architekten als Hautverursacher von Fehlerkosteninfernos.

Wenn man sich dieses Ergebnis einmal bildlich vorstellen würde, so könnte der Eindruck entstehen, dass hier jeder Bauakteur beim Thema Fehlerkosten auf den anderen zeigt – mit Ausnahme von den Behörden und Aufsichtsorganen: die schneiden bei keinem befragten Bauakteur positiv ab.  

Die Ergebnisse stammen aus der Jahresanalyse 2016/2017 von BauInfoConsult. In der mittlerweile zehnten Ausgabe der alljährlichen Marktstudie zur deutschen Bauwirtschaft werden u.a. die umsatzanteilige Fehlerkostensumme und die Fehlerkostenverantwortlichen ermittelt. Zudem wird in der Studie auf Basis von über 1’300 Interviews unter Branchenakteuren und Herstellern unter anderem behandelt:

  • Baustoff- und Bauweisen 2020 (regional/bundesweit)
  • Hochbauprognose 2017 und 2018 (regional/bundesweit)
  • Lieblingsmarken und Markenpräferenzen
  • Flüchtlingskrise und Bauwirtschaft
  • IT und Digitalisierung am Bau (BIM/CAD/AVA etc.)
  • Einkaufsverhalten von Bauakteuren/Online-Distribution
  • Nachhaltigkeit in der Baubranche
  • EnEV und Co: Segen oder Fluch?
  • und vieles mehr…

Die Jahresanalyse 2016/2017 kann zum Preis von 595 Euro zzgl. MwSt. bei BauInfoConsult bezogen werden.

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