22.07.2021 – Kategorie: Komponenten & Systeme

Fluidtechnik: Diese Schutzelemente für Rohrleitungen bieten optimalen Schutz

FluidtechnikQuelle: Welte Rohrbiegetechnik GmbH
Sicheres Geleit für Flüssigkeiten und Gase: Die Welte Rohrbiegetechnik GmbH produziert einbaufertige Rohrleitungen für verschiedene Branchen, zum Beispiel zum Einsatz in der Fluidtechnik. Um die hohen Ansprüche seiner Kunden an…

Fluidtechnik: Die Welte Rohrbiegetechnik GmbH aus Neu-Ulm ist ein Unternehmen der Welte Group. Es hat sich auf das Biegen von Rohrleitungen für unterschiedlichste Einsatzbereiche spezialisiert, zum Beispiel für Branchen wie Automotive, Bahn- und Schienenfahrzeuge, Nutzfahrzeuge, Industriemotoren, Lebensmittel, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Reha- und Sporttechnik und viele mehr.

Fluidtechnik: Dichtheit ist Voraussetzung

Das Unternehmen mit 120 Mitarbeitern produziert auf modernen CNC-Rohrbiegemaschinen kundenspezifische einbaufertige Rohrleitungen nach Muster oder Zeichnung im Durchmesserbereich zwischen 4 und 120 Millimetern. Dazu werden Werkstoffe wie Stahl, Edelstahl und NE-Metalle verarbeitet. Zur Weiterverarbeitung gehören das Schweißen, Umformen, Hartlöten und Beschichten der kundenspezifischen Produkte. Welte führt außerdem die Dichtheitsprüfungen durch. Die fertigen Rohre werden unter anderem in der Fluidtechnik eingesetzt, beispielsweise zur Durchleitung von Kraftstoffen, Ölen, Wasser oder Druckluft.

Björn Keller, Geschäftsleitung der Welte Rohrbiegetechnik GmbH, beschreibt die Kernkompetenz des Unternehmens: „Wir fertigen vor allem Kleinserien und sind für Kunden mit hohen Anforderungen sowie einem hohen normativen Aufwand attraktiv.“ Dafür betreibt das Unternehmen eine große QS-Abteilung. Die Produkte von Welte sind nach unterschiedlichen Normen zertifiziert. Ein Qualitätskriterium, das für Kunden an Bedeutung zugenommen hat, ist die besondere Reinheit der produzierten Rohre. Denn in ihrem späteren Anwendungsbereich stellen die Rohrleitungen kritische Komponenten dar. Dank der Ausstattung mit modernsten Reinigungssystemen kann der Rohrbiege-Spezialist seinen Anwendern eine prozesssichere Bauteilsauberkeit gewährleisten. Die Produkte durchlaufen aufwendige Reinigungsprozesse und werden durch einen externen Dienstleister geprüft.

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Auf CNC-gesteuerten Rohrbiegemaschinen werden die einbaufertigen Produkte nach kundenspezifischen Vorgaben gefertigt. Bild: Welte Rohrbiegetechnik GmbH

Kappen und Stopfen von Kapsto

Um die hohen Anforderungen an die Sauberkeit zu erfüllen, werden die Rohre unter anderem nach der Bearbeitung durch Schutzkappen verschlossen. Dabei setzt der Rohrbiege-Spezialist auf den langjährigen Partner Pöppelmann Kapsto. Die Division der Pöppelmann-Gruppe aus dem niedersächsischen Lohne entwickelt und produziert Schutzlösungen aus Kunststoff für verschiedene Anwendungen. Die Schutzkappen und -stopfen, Griff- und Schraubkappen sowie individuell für kundenspezifische Anwendungen entwickelten Artikel bieten Außengewinden, Bolzen, Leitungen und mehr einen optimalen Schutz während der Fertigung, der Lagerung und dem Transport.

Sie verhindern das Eindringen von Schmutz in sensible und funktionsentscheidende Komponenten der Fluidtechnik. Kapsto-Schutzelemente sowie Thermoform-Trays werden für unterschiedlichste Zielmärkte produziert, beispielsweise für Hersteller und Zulieferer der Automobilindustrie, Maschinenbau, Bauwesen, Elektronik, Hydraulik, Luft- und Raumfahrt, Pneumatik sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik.

Welches Schutzelement auch immer für die verschiedenen Rohrleitungen verwendet wird – entscheidend ist, dass es sicher am zugewiesenen Ort sitzt. Björn Keller unterstreicht: „Das Verschließen unserer Rohre ist ein sehr sensibler Bereich. Fällt beispielsweise einmal auf dem Transport eine Kappe ab, ist das sofort mit einer Kundenreklamation verbunden – und betrifft dann gleich die gesamte Palette.“

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Besondere Sauberkeit erforderlich: Die Öffnungen der unter höchsten Reinheitsvorgaben produzierten Rohre, wie zum Beispiel diese Kühlwasserleitung, werden mit Schutzelemen-ten von Pöppelmann Kapsto verschlossen. Bild: Welte Rohrbiegetechnik GmbH

Die Produkte von Pöppelmann Kapsto bewiesen durch Passgenauigkeit und festen Sitz eine besondere Zuverlässigkeit. Und so setzt Welte schon lange ein breites Spektrum unterschiedlichster Kappen und Stopfen aus dem Standardprogramm ein. Sie verschließen gerade Rohrenden, Innen- und Außengewinde, Schneidringe und mehr. Zum Einsatz kommen beispielsweise die flexible Schutzhülse GPN 201, die in verschiedenen Durchmessern erhältlich ist, die flexible Griffkappe GPN 211 mit praktischer Grifflasche oder die Rohrschutzkappe GPN 250, deren dickwandige Ausführung erhöhter Beanspruchung standhält.

Thermoform-Verfahren in der Fluidtechnik

Seit kurzem verwendet Welte auch thermogeformte Kunststoffkappen und Kunststoffstopfen, um die Pöppelmann Kapsto sein Programm gerade erweitert hat. Thomas Rolfes, Area Sales Manager bei Pöppelmann Kapsto, erläutert: „Mit dem Thermoform-Verfahren sind wir nun noch besser in der Lage, großformatige und gleichzeitig sehr dünnwandige Schutzelemente herzustellen. Sie lassen sich vor allem dort hervorragend einsetzen, wo zuvor für herkömmliche Spritzgusskappen und -stopfen überproportional dicke Wandstärken gewählt werden mussten, um zu einem stabilen Fertigungsprozess zu gelangen.“

Welte entschied sich für den ECO-Universalschutz GPN 400, der als Kappe oder Stopfen einsetzbar ist und einen großen Anwendungsbereich abdeckt. Für Durchmesser zwischen 57 und 130 Millimetern bietet das Normprogramm hier eine komplett geschlossene Reihe. Die Artikel werden aus hochwertigem Polystyrol (PS) gefertigt, das sich im Thermoform-Prozess besonders gut verarbeiten lässt, denn das Material ist sehr zäh und widerstandsfähig – ideal für dünnwandige, bruchfeste und formstabile Schutzkappen und -stopfen.

„Wir setzen die Elemente für Ladeluftrohre mit einem Durchmesser von 120 Millimetern und fünf Millimeter Wandstärke ein. Diese Rohre erfordern eine besondere Reinheit. Sie werden mechanisch bearbeitet und jedes Rohr kommt ein wenig anders aus dieser Bearbeitung heraus. Die Stopfen müssen dennoch in jedem Fall sicher sitzen. Die zuvor verwendeten Kappen waren recht schwer und die Montage war sehr aufwendig. Mit dem ECO-Universalschutz GPN 400 lassen sich die Rohre jetzt viel leichter und schneller staubdicht verschließen“, so Björn Keller.

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Im Thermoform-Verfahren fertigt Pöppelmann Kapsto großformatige und gleichzeitig sehr dünnwandige Schutzelemente, die durch hervorragende Stapelbarkeit auch logistische Vorteile bieten. Bild: Pöppelmann GmbH & Co. KG

Durchdachtes Design

Eine Eigenschaft, die Welte an diesen wie auch allen weiteren Schutzelementen des Kunststoffspezialisten aus Lohne schätzt, ist das durchdachte Design: „Hierbei hat Pöppelmann Kapsto großen Wert auf Funktionalität gelegt, zum Beiso durch Verstärkungen an stark beanspruchten Stellen sowie durch ein vereinfachtes Handling mithilfe von Grifflaschen.“ Die gewählte Signalfarbe Gelb unterstützt eine schnelle, restlose Demontage. Auch logistische Optimierungen wurden bei der Gestaltung berücksichtigt: Die Produkte der neuen Normreihe lassen sich äußerst platzsparend stapeln und reduzieren damit das benötigte Transport- und Lagervolumen um bis zu 75 Prozent. Zum leichten händischen oder auch maschinellen Entstapeln sind sie mit einer Stapelkante ausgestattet. Diese verhindert, dass die einzelnen Artikel miteinander verklemmen.

Ein weiterer Aspekt, der die thermogeformten Schutzelemente auszeichnet, ist ein um bis zu 70 Prozent reduzierter Materialeinsatz im Vergleich zu entsprechenden Spritzguss-Verschlussstopfen. Das passt in das Konzept des Rohrbiege-Spezialisten, für den ein umweltverträgliches Handeln zu den Unternehmenszielen zählt. Die Welte Rohrbiegetechnik GmbH ist nach der Umweltschutznorm ISO 14001 zertifiziert und wird regelmäßig auditiert.

Weniger Verpackungsmaterial, wo möglich, wird von dem Unternehmen angestrebt, aber auf die kleinen Kappen und Stopfen aus Kunststoff lässt sich dennoch nicht so einfach verzichten, erläutert der Geschäftsführer: „Für unsere Rohrleitungen sind wir auf widerstandsfähige Schutzelemente angewiesen, die zuverlässigen Staub- und Stoßschutz bieten. Alternativen wie geschrumpfte Folien sind im Handling zu aufwendig und leisten keinen ausreichenden Transportschutz, wenn beispielsweise einmal ein Rohr herunterfällt. Da wir auch mit Ölen arbeiten, funktionieren Schutzelemente aus biologisch abbaubaren Materialien nicht. Mit der Umstellung auf die thermogeformten Schutzelemente, für deren Herstellung weniger Material erforderlich ist, können wir einen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten.“

Prozessoptimierung in der Fluidtechnik

Björn Keller schildert, wie die neuen Schutzelemente außerdem die internen Optimierungen in Sachen Effizienz und Kosten unterstützen: „Wir haben im Unternehmen ein großes Projekt ins Leben gerufen, bei dem wir vor allem an Schnittstellen Einsparungen vornehmen wollen. Für das laufende Geschäftsjahr steht das Thema Verpackung ganz oben auf der Agenda. Dazu zählen auch die Schutzelemente. Wir überprüfen unter anderem, wieviel Zeit für die Montage der Schutzstopfen erforderlich ist.

Zudem geben unsere Kunden eine Rückmeldung, wie lange sie für das Entpacken inklusive der Demontage der Stopfen benötigen. Auch der erforderliche Lagerplatz spielt bei unseren Überlegungen zu Einsparungen eine wichtige Rolle. In dieses Optimierungskonzept passen die neuen thermogeformten Produkte gut hinein. Sie sind gut stapelbar, benötigen dadurch weniger Platz und schaffen optimale Lagerbedingungen.“

Erfolgreiche Umstellung

Ein reduzierter Platzbedarf ist neben den anderen Eigenschaften der Thermoform-Schutzelemente ein Argument für Welte, denn das Unternehmen benötigt für die unterschiedlichen Produkte seiner Kunden eine große Bandbreite an Kunststoffkappen und -stopfen. Björn Keller resümiert: „Wir haben für weitere Versuche einen Mustersatz in allen Größen bestellt und probieren nun aus, ob sich diese Artikel auch für die Produkte anderer Kunden eignen.“

Von Antje kleine Holthaus.

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