31.03.2021 – Kategorie: Fertigung & Prototyping

Ford und HP verwandeln 3D-Druck-Abfälle in Kraftstoffleitungsclips

Ford und HP kooperieren beim Recycling von 3D-Druck-Abfällen für AutoteileQuelle: Ford Media Center

Ford und HP haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich verbrauchte 3D-Druckpulver und -teile für Autoteile wiederverwenden lassen.

  • Ford und HP arbeiten zusammen, um Abfälle aus dem 3D-Druck in Autoteile zu verwandeln
  • Laut Ford hat der 3D-Druck das Potenzial, die Individualisierung von Fahrzeugteilen in Kleinserien zu revolutionieren und die Nachhaltigkeit zu beschleunigen
  • Die Unternehmen haben einen Weg gefunden, die Lebensdauer bereits verwendeter 3D-gedruckter Pulver und Teile zu verlängern und sie in Autoteile für den Super Duty F-250 umzuwandeln, sodass ein geschlossener Abfallkreislauf entsteht.

Ford gewinnt der Nutzung des 3D-Drucks in der Automobilindustrie weitere neue Facetten ab und arbeitet diesmal mit HP zusammen, um verbrauchte 3D-Druckpulver und -teile auf ungewöhnliche Weise wiederzuverwenden, den Kreislauf zu schließen und sie in spritzgegossene Fahrzeugteile umzuwandeln — ein Novum in der Branche. Nachhaltigkeit sehen die beiden Unternehmen als prioritär an, und das führte zur gemeinsamen Entwicklung dieser umweltfreundlichen Lösung. Die daraus resultierenden Spritzgussteile sind besser für die Umwelt, ohne dass dabei Kompromisse bei der Haltbarkeit und den Qualitätsstandards einzugehen wären. Die recycelten Materialien werden zur Herstellung von spritzgegossenen Kraftstoffleitungsclips verwendet, die zuerst in den Truck Super Duty F-250 eingebaut werden.

Spritzgegossene Kraftstoffleitungsclips für Super Duty F-250

Die mit diesem Verfahren hergestellten Teile sollen widerstandsfähiger gegen Chemikalien und Feuchtigkeit sein als herkömmliche Versionen, 7 Prozent weniger wiegen und 10 Prozent weniger kosten. Das Ford-Forschungsteam hat zehn weitere Kraftstoffleitungsclips an bestehenden Fahrzeugen identifiziert, die von dieser innovativen Materialverwendung profitieren könnten, und überträgt sie auf zukünftige Modelle.

HP 3D-Drucker sind bereits auf hohe Effizienz ausgelegt, mit Systemen und Strukturen, die das überschüssige Material, das sie erzeugen, minimieren und einen größeren Prozentsatz der in sie eingebrachten Materialien wiederverwenden. In Zusammenarbeit mit Ford, das die 3D-Drucktechnologie von HP im Advanced Manufacturing Center des Unternehmens einsetzt, entwickelte das Team diese Lösung, die keinen Abfall produziert.

Ford entwickelt seinerseits neue Anwendungen und nutzt viele unterschiedliche Verfahren und Materialien für den 3D-Druck, darunter Filamente, Sand, Pulver und Flüssigkesselpolymerisation. Das Unternehmen setzt den 3D-Druck bereits für eine Vielzahl von Nutzfahrzeugteilen in Kleinserie sowie für Vorrichtungen ein, die von den Mitarbeitern am Fließband verwendet werden, um Zeit zu sparen und die Qualität zu verbessern.
Unternehmensweit hat sich Ford zum Ziel gesetzt, 100 Prozent nachhaltige Materialien in seinen Fahrzeugen zu verwenden.

Drei weitere Unternehmen unterstützten Ford und HP

Drei weitere Unternehmen halfen Ford und HP, das Projektergebnis möglich zu machen:
SmileDirectClub, ein Spezialist für Mundpflegeprodukte mit der ersten medizintechnischen Plattform zur Zahnbegradigung, betreibt die größte Anlage mit HP 3D-Drucksystemen in den USA. Die Flotte des Unternehmens mit mehr als 60 HP 3D-Druckern produziert mehr als 40’000 transparente Zahnschienen pro Tag. Die dabei anfallenden gebrauchten 3D-gedruckten Teile werden von HP gesammelt und recycelt, um das Volumen für Ford zu erhöhen.
Der Harzhersteller Lavergne, ein langjähriger Recyclingpartner von HP, verwandelt diese Formen und das ausrangierte Pulver aus den HP 3D-Druckern von Ford in hochwertiges recyceltes Kunststoffgranulat, das für den Spritzguss geeignet ist. Die Pellets werden dann von Ford-Zulieferer ARaymond, der Montagesysteme entwirft, konstruiert und herstellt, zu Kraftstoffleitungsclips geformt.

Bild oben: Ford-3D-Drucker bei der Umwandlung von Abfallmaterialien. Bildquelle: Ford Media Center

Weitere Informationen: https://corporate.ford.com/ und https://www8.hp.com/de/de/home.html

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