Forschung: Noch ein langer Weg

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Chinas Staatspräsident Xi Jinping will das Land in eine wissenschaftliche und technologische Supermacht verwandeln. Doch eine Studie zur chinesischen Forschungslandschaft im naturwissenschaftlichen und technischen Umfeld zeigt, dass es dazu noch eines beschwerlichen Marsches bedarf.

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Chinas Staatspräsident Xi Jinping will das Land in eine wissenschaftliche und technologische Supermacht verwandeln. Doch eine Studie zur chinesischen Forschungslandschaft im naturwissenschaftlichen und technischen Umfeld zeigt, dass es dazu noch eines beschwerlichen Marsches bedarf.

Prof. Richard P. Appelbaum von der University of California Santa Barbara und Xueying Han vom Science and Technology Policy Institute in Washington, D.C., haben gemeinsam die erste umfassende quantitative Analyse von Chinas Forschungslandschaft im STEM-Bereich (Science Technology Engineering Mathematics, vergleichbar mit den deutschen MINT-Disziplinen) verfasst.

Die Studie, erschienen im Journal PLOS ONE, ergründet die wichtigsten Hürden für diesen aufblühenden Sektor der chinesischen Hochschulbildung auf dem Weg zu einer akademischen Supermacht. Während sich frühere Untersuchungen mit anekdotischer Evidenz und kleinen Stichproben zufrieden gaben, sammelten Appelbaum und Han Daten aus 731 Umfragen, die von den entsprechenden Fakultäten an 25 Spitzenuniversitäten des Landes ausgefüllt worden sind. Die Autoren wollten dabei nicht nur die Probleme verstehen, denen sich die Wissenschaftler gegenüber sehen, sondern auch den Einfluss der Politik auf die Innovationskapazitäten ermitteln.

„Unsere Untersuchung zeigt, dass das chinesische Bildungssystem die Kreativität und das für bahnbrechende Erfindungen notwendige kritische Denken verkümmern lässt, die Forscher zu oft mit bürokratischen Auflagen lähmt und Quantität eher als Qualität belohnt“, sagt Appelbaum. Die Betonung auf Routine und Auswendiglernen verstärke das noch, ebenso wie die strenge Kultur des Respekts gegenüber Autoritäten.

Neben anderen Aspekten befasst sich die Studie mit zwei zusammenhängenden Problemen in der chinesischen Hochschulbildung: der Höhergewichtung ausländischer Akademiker und der Existenz exklusiver Forschungszirkel. Früher Studien haben vermuten lassen, dass Akademiker aus dem Ausland in den Genuss vieler Vorteile kommen, so Han. Dazu gehörten im Vergleich zu den einheimischen Wissenschaftlern höhere Gehälter, einfacherer Zugang zu Promotionen und größere Labore.

Die einheimischen Absolventen gehen zudem davon aus, dass ein im Ausland erworbener akademischer Grad die Anerkennung unter den Mitarbeitern steigere, so die Autoren. Das Ansehen bei Kollegen spiele in China eine sehr große Rolle, weil es andere Menschen, mit denen man kommuniziere, beeinflusse. Es könne Türen öffnen, was mit einem einheimischen Abschluss so einfach nicht möglich sei.

Außerdem sehen  Appelbaum und Han Chinas Ziel, mit westlichen Ländern zu konkurrieren, und seine nationalistische Politik in einem wechselseitigen Spannungsverhältnis.. Wenn China den Wandel erfolgreich meistern wolle, so Han, so stehe dem Land noch ein langer Weg bevor. Denn die Probleme der chinesischen Forschungslandschaft lassen sich nicht so einfach mit Geld aus der Welt schaffen. Es gebe vielmehr kulturelle Hürden, und die zu bewältigen, erfordere einen Umbruch im Denken.

Die Forscher sehen ihre Arbeit als eine Grundlage, welche die Atmosphäre in der aktuellen STEM-Forschungslandschaft Chinas an den Hochschulen insofern widerspiegelt, als dass zukünftige Arbeiten auf den gewonnenen Erkenntnissen aufbauend Vergleiche anstellen können..

Die Studie sollte in China von einer chinesischen Universität in einer offenen Studie wiederholt werden, die Vertraulichkeit wahre und zu vielen Antworten ermutige, hofft Appelbaum. Geht es nach den Autoren, sollen die Ergebnisse auch als Input für eine Neuausrichtung der Metriken für die Hochschulbildung dienen. Die chinesische Regierung tue gut daran, die Schlussfolgerungen Ernst zu nehmen, sagt Appelbaum. Sie sollte den Fortschritt in der Reform des Bildungswesens beobachten, um kreativeres und erfinderisches Denken anzuregen, anstatt einfach nur Veröffentlichungen und Patente zu zählen.

„Wir hoffen, dass jemand in der chinesischen Regierung, der Änderungen bewirken kann, von der Studie Notiz nimmt und erkennt, dass es eine gemeinsame Stimme in den chinesischen Bildungsstätten gibt“, sagt Han.

Weitere Informationen: http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0195347

Bild: Viele Herausforderungen gibt es für Chinas Forschungslandschaft im STEM-Bereich. Bild: UC Santa Barbara 

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