Generation Y in die Produktions-Forschung bringen

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Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) – ein Zusammenschluss führender Maschinenbau-Professoren – hat im Rahmen ihrer jährlichen Herbsttagung in Berlin vergangene Woche Maßnahmen definiert, um mehr junge Talente für Forschung und Entwicklung zu gewinnen. „Mit unserer Initiative wollen wir dem Nachwuchsmangel entgegenwirken, der auch an den Hochschulen spürbar wird“, begründet der Präsident der WGP, Prof. Eberhard Abele.
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Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) – ein Zusammenschluss führender Maschinenbau-Professoren – hat im Rahmen ihrer jährlichen Herbsttagung in Berlin vergangene Woche Maßnahmen definiert, um mehr junge Talente für Forschung und Entwicklung zu gewinnen. „Mit unserer Initiative wollen wir dem Nachwuchsmangel entgegenwirken, der auch an den Hochschulen spürbar wird“, begründet der Präsident der WGP, Prof. Eberhard Abele.

„Junge Menschen denken anders, als wir es taten“, ergänzt Prof. Robert Schmitt vom Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen. „Wir müssen und wollen ihre Wertvorstellungen kennenlernen. Dafür werden wir einen regelmäßigen Austausch etablieren. Gemeinsam können wir Impulse setzen, um künftige Forschung und auch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in unserem Land mitzugestalten.“ Schmitt führt die Arbeitsgruppe „Fit für die Generation Y und Z“ der WGP, die die Maßnahmen zugesammenstellt hat.

Selbstständigkeit in der Forschung fördern

Erste Maßnahmen, die etablierten Abläufe an Universitäts-Instituten zu modernisieren, hat die WGP bereits formuliert. Ihrer Erfahrung nach zeichnet sich die sogenannte Generation Y, also die zwischen 1980 und 1999 Geborenen, durch hohe Ansprüche an sich und ihre Arbeit aus. Sie seien bereit, Verantwortung zu übernehmen und sich zu engagieren – eine Einschätzung, die durch die jüngste Shell-Jugendstudie bestätigt wird. „Die junge Generation denkt zudem globaler“, gibt Abele zu bedenken. „Daher müssen wir, wenn wir junge Talente im Land halten wollen, die Selbstständigkeit in der Forschung fördern.“

Aus diesem Grund sollen Postdoktoranden künftig vermehrt die Möglichkeit erhalten, eigene Arbeiten zu veröffentlichen und Anträge an die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zu stellen. „In der Produktionstechnik werden Förderprogramme wie ERC Starting Grant oder auch die von der DFG geförderten Emmy-Noether-Gruppen und Graduiertenkollegs noch viel zu selten genutzt“, mahnt Abele. „Das wollen wir ändern.“

Mentoren zeigen individuelle Karrierewege auf

Da immer weniger Talente eine wissenschaftliche Karriere in der Produktionstechnik anstreben, wollen die WGP-Professoren der jungen Generation künftig frühzeitig mögliche Karrierewege aufzeigen. So können den Studierenden Mentoren zur Seite gestellt werden, die ihre Schützlinge bereits nach zwei bis drei Jahren soweit einschätzen können, dass sie mit ihnen individuelle Karrierechancen besprechen. Auf diese Weise werden junge Talente frühzeitig erkannt und können beispielsweise durch geeignete Abschlussarbeiten auf eine Forscherkarriere vorbereitet werden. Dass solche Beratungsangebote von den Studierenden gut angenommen werden, haben einige WGP-Institute bereits feststellen können.

Individuelle Personalberatungen helfen, Perspektiven innerhalb des Instituts, aber auch in der Wirtschaft auszuloten. „Die große Mehrheit der Absolventen wird außerhalb der Universitäten Karriere machen. Aber mit unserer auch im internationalen Vergleich sehr guten fachlichen Ausbildung statten wir unsere Studenten mit den notwendigen Qualifikationen für eine Vielfalt an Karrierepfaden aus“, betont Schmitt. „Damit lassen sich auch Unternehmen lenken.“

Zukunft der wissenschaftlichen Exzellenz gemeinsam sichern

Die junge Generation legt nicht zuletzt großen Wert auf einen sicheren Arbeitsplatz. Berufliche Sicherheit an Hochschulen komme der Promotionssicherheit gleich, so die Produktionswissenschaftler. „Die Dissertation ist die Motivation zu kommen und zu bleiben – mehr noch als die finanzielle Sicherheit“, formuliert es Schmitt. Deshalb empfiehlt die WGP, Fahrpläne für die Durchführung der Dissertation, die eine strukturiertere Führung ermöglichen. In einem Promotionsbarometer werden nicht nur die Schritte hin zur Promotion, sondern auch der aktuelle Stand des Studierenden abgebildet. Dabei stellen die Nachwuchswissenschaftler ihren Kollegen die Fortschritte ihrer Arbeit regelmäßig vor.

Es bleibt ein weiter Weg

Diese Maßnahmen seien jedoch erst der Anfang: „Wir wollen die Abläufe der Universitätsausbildung nicht isoliert als Institutsleiter verändern“, erläutert Schmitt. Wir möchten mit denen, die es betrifft – nämlich unseren Studenten – zusammenarbeiten. Bis zur WGP-Frühjahrstagung im Mai 2017 werden wir eine wissenschaftliche Basis für den Austausch schaffen, damit wir die universitäre Ausbildung in der Produktionstechnik gemeinsam zukunftsfähig machen.“

Zur Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik e.V.:

Die WGP ist ein Zusammenschluss führender deutscher Professorinnen und Professoren von 40 Forschungs-Instituten. Sie vertreten rund 2.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Produktionstechnik und sind weltweit vernetzt. Die WGP vertritt die Belange von Forschung und Lehre gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie möchte die Bedeutung der Produktionswissenschaft für die Gesellschaft und für den Standort Deutschland wieder in den Vordergrund rücken und bezieht Stellung zu gesellschaftlich relevanten Themen von Industrie 4.0 bis zu altersgerechter Technik.

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