Global Holcim Awards 2015: Nachhaltige Bauprojekte ausgezeichnet

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Die Gewinner der vierten Globalen Holcim Awards sind bestimmt. Die drei ausgezeichneten Projekte bringen mit architektonischen Interventionen spürbare Verbesserungen für die Gesellschaft. Dafür erhalten sie ein Preisgeld von insgesamt 350'000 US-Dollar.
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Die Gewinner der vierten Globalen Holcim Awards sind bestimmt. Die drei ausgezeichneten Projekte bringen mit architektonischen Interventionen spürbare Verbesserungen für die Gesellschaft. Dafür erhalten sie ein Preisgeld von insgesamt 350’000 US-Dollar. Im kolumbianischen Medellín wird ein stillgelegtes Wasserreservoir in einen Park verwandelt, in Ambepussa in Sri Lanka stärkt der Bau einer Bibliothek die Gemeinschaft nach dem Bürgerkrieg – und in Manhattan schaffen Massnahmen für den Hochwasserschutz attraktive öffentliche Räume.

Mit einem Preisgeld von insgesamt 2 Millionen US-Dollar sind die Holcim Awards der wichtigste internationale Wettbewerb für nachhaltiges Bauen. Er findet alle drei Jahre statt. Für den vierten Wettbewerbszyklus wurden über 6’000 Projekte in 152 Ländern eingereicht; im vergangenen Jahr wurden diese Eingaben von fünf regionalen Juries beurteilt.

Die je drei Hauptgewinner in den fünf Weltregionen waren automatisch für den Wettbewerb um die Globalen Holcim Awards qualifiziert. Sie wurden von einer internationalen Experten-Jury unter dem Vorsitz von Mohsen Mostafavi, dem Dekan der Graduate School of Design (GSD) der Harvard University in den USA, beurteilt.

Jurymitglied Alejandro Aravena von Elemental in Chile unterstrich die hohe Qualität der Eingaben: „Die Holcim Awards haben nicht nur dazu beigetragen, das Thema Nachhaltigkeit im Bewusstsein zu verankern, sondern auch die Messlatte für Baufachleute höher gelegt.“ Jurymitglied Meisa Batayneh Maani von maisam architects and engineers in Jordanien betonte die Vielfältigkeit der Projekte: „Der Wettbewerb zeigt, wie Menschen in verschiedenen Weltregionen danach streben, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.“

Medellín: Ehemaliges Wasserreservoir wird zum Park

Den Holcim Awards Gold gewinnt das Projekt für einen öffentlichen Park in der kolumbianischen Stadt Medellín. Eine Anlage mit zwei riesigen stillgelegten Wassertanks wird zu einer „sozio-technischen” Landschaft von grosser Schönheit umfunktioniert. Der Entwurf von Mario Camargo und Luis Tombé von Colectivo720 in Cali, zusammen mit Juan Calle und Horacio Valencia von EPM Group (Empresas Públicas de Medellín), alle in Kolumbien, bewegt sich an der Schnittstelle von Architektur, Landschaft, Infrastruktur und Städtebau. Die stillgelegten Bassins werden als Freiluft-Auditorium und Erholungszone genutzt. Der Ort dokumentiert den hohen – und steigenden – Wert von Wasser als Ressource für das städtische Leben.

Jurypräsident Mohsen Mostafavi lobte das Projekt für dessen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in Medellín: „Die Jury ist begeistert von der sorgfältigen Integration der bestehenden Baustruktur in das physische und soziale Geflecht der Stadt. Der vorbildliche Entwurf lässt sich für andere lateinamerikanische Städte und darüber hinaus weiterentwickeln.”

Weitere Informationen zum Projekt: www.holcimfoundation.org/Projects/articulated-site

Ambepussa: Bau einer Gemeindebibliothek fördert Gemeinschaft 

Der Globale Holcim Awards Silber geht an das Projekt einer Gemeindebibliothek im ländlichen Ambepussa in Sri Lanka. Es zielt darauf ab, Soldaten nach dem Bürgerkrieg wieder in die zivile Gesellschaft zu integrieren. Das von Milinda Pathiraja und Ganga Ratnayake von Robust Architecture Workshop in Colombo für die Armee entworfene Gebäude wird aus Recyclingmaterial und Stampflehmwänden errichtet – und zwar von jungen Soldaten, die sich dadurch Fertigkeiten als Handwerker aneignen und ein einfaches und vielfältig anwendbares System des Häuserbaus kennen lernen.

Laut Mohsen Mostafavi liegt der besondere Wert dieses Projekts gerade darin, dass es Armeeangehörige zu engagierten Bauarbeitern macht – im Interesse der Gesellschaft. „Der Entwurf sendet eine bedeutende Botschaft aus: Der Bau der Gemeindebibliothek stärkt die physische und soziale Struktur der Gemeinschaft.“

Weitere Informationen zum Projekt: www.holcimfoundation.org/Projects/post-war-collectivehttp://www.holcimfoundation.org/Projects/post-war-collective

Manhattan: „Dryline” für Hochwasserschutz und zusätzlichen öffentlichen Raum

Der Globale Holcim Awards Bronze wird einem Konsortium unter der Leitung von BIG – Bjarke Ingels Group, Kopenhagen/New York, und One Architecture, Amsterdam, in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von New York City verliehen. Das Konsortium hat nach den Verwüstungen, die der Hurrikan Sandy in New York angerichtet hat, ein Konzept für den Hochwasserschutz von Lower Manhattan entwickelt. Das Projekt „Dryline“ schlägt einen Schutzgürtel mit Dämmen und weiteren baulichen Massnahmen vor, die zugleich öffentliche Räume entlang der Uferlinie schaffen, die für Freizeit und Kultur sowie vom lokalen Gewerbe genutzt werden können.

Mohsen Mostafavi lobte das Projekt dafür, dass es ein Problem zur Chance mache. „Das Projekt bezieht mit seinem architektonischen und städtebaulichen Vorschlag politisch Stellung. Die nachhaltigen Massnahmen gegen die Auswirkungen des Klimawandels können für vergleichbare Situationen rund um den Globus adaptiert werden.“

Weitere Informationen zum Projekt: www.holcimfoundation.org/Projects/the-dryline

Die „target issues” für nachhaltiges Bauen

Mit den internationalen Holcim Awards für nachhaltiges Bauen werden innovative Bauprojekte ausgezeichnet, die Antworten auf technische, ökologische, sozioökonomische und kulturelle Herausforderungen im Bauwesen geben. Der nächste Zyklus des Wettbewerbs wird Mitte 2016 für Eingaben geöffnet.

Bei der Beurteilung der sehr verschiedenartigen Eingaben wenden die Juries die sogenannten „target issues” für nachhaltiges Bauen der Holcim Foundation an. Sie beziehen sich auf die „triple bottom line“ – die dreidimensionale Zielsetzung von Umweltverträglichkeit, Sozialverantwortung und Wirtschaftlichkeit –, auf architektonische Qualität und auf die Multiplizierbarkeit der vorgeschlagenen Lösung.

Der Holcim-Awards-Wettbewerb wird von der Holcim Foundation durchgeführt. Die 2004 gegründete Stiftung hat ihren Sitz in Zürich und wird von Holcim Ltd und ihren Konzerngesellschaften in 70 Ländern unterstützt. Holcim ist einer der weltweit führenden Anbieter von Zement und Zuschlagstoffen (Schotter, Kies und Sand) einschliesslich weiterer Geschäftsaktivitäten wie Transportbeton und Asphalt inklusive Serviceleistungen.

Die Jurymitglieder der Global Holcim Awards 2015

  • Marc Angélil, Senior Dean, Chair of Architecture & Design, ETH Zürich, Schweiz

  • Alejandro Aravena, Partner Architect and Executive Director, Elemental, Chile

  • Maria Atkinson AM, Gründungs-CEO Green Building Council of Australia and Sustainability Business Advisor, Australien

  • Meisa Batayneh Maani, Gründerin und Leiterin maisam architects and engineers, Jordanien

  • Yolanda Kakabadse, Präsidentin WWF International, Ecuador

  • Mohsen Mostafavi (Jury-Präsident), Dekan, Graduate School of Design (GSD), Harvard University, USA

  • Matthias Schuler, Professor of Environmental Technology, Graduate School of Design (GSD), Harvard University, USA; und Gründer Transsolar Energietechnik, Deutschland

  • Rolf Soiron, Chairman, Holcim Foundation for Sustainable Construction, Schweiz                          

Die ausgezeichneten Projekte und Teams der Global Holcim Awards 2015

Global Holcim Awards Gold 2015 – USD 200’000
Articulated Site: Water reservoirs as public park, Medellín, Colombia
Mario Camargo und Luis Tombé, Colectivo720, Kolumbien zusammen mit Juan Calle und Horacio Valencia von EPM Group (Empresas Públicas de Medellín), alle in Kolumbien

Global Holcim Awards Silber 2015 – USD 100’000
Post War Collective: Community library and social recuperation, Ambepussa, Sri Lanka
Milinda Pathiraja und Ganga Ratnayake, Robust Architecture Workshop, Sri Lanka

Global Holcim Awards Bronze 2015 – USD 50’000
The Dryline: Urban flood protection infrastructure, New York City, USA
Bjarke Ingels und Kai-Uwe Bergmann, BIG – Bjarke Ingels Group (Dänemark/USA) und One Architecture (Niederlande)

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