Grenzen überwinden: Neuer Studiengang führt Informatik und Ingenieurwissenschaften zusammen

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Neuer Studiengang „Mobile und eingebettete Systeme“ vermittelt Kenntnisse aus Informatik, Elektro- und Informationstechnik sowie Mensch-Maschine-Interaktion und verspricht gute Berufsaussichten in Wachstumsbranchen.


Die Universität Passau hat einen neuen Bachelor-Studiengang „Mobile und eingebettete Systeme“ (MES) eingerichtet. Voraussichtlich ab August können sich Interessenten einschreiben, um zum Wintersemester 2012/2013 das Studium aufzunehmen. „Der Studiengang soll Ingenieure neuen Typs hervorbringen, die die Grenzen zwischen Informatik und klassischen Ingenieurswissenschaften überwinden“, erklärt Prof. Dr. Ilia Polian, Prodekan der Fakultät für Informatik und Mathematik (FIM). Die Absolventinnen und Absolventen sollen sowohl softwareintensive Systeme entwerfen können als auch auf Kenntnissen der physikalischen Prinzipien von Hardware-Komponenten aufbauen. „Damit sind sie vorbereitet für Führungspositionen, die für die Gesamtkonzeption von Systemen verantwortlich sind und Teams mit unterschiedlichen Spezialisten leiten“, erklärt Prof. Dr. Martin Kreuzer, Dekan der FIM.


Der Begriff „eingebettete Systeme“ umschreibt Rechner, die für den Benutzer unsichtbar technische Geräte steuern. „Sie arbeiten in DVD-Playern, Waschmaschinen und Kühlschränken, sie machen Smartphones erst wirklich intelligent, sind für unsere Sicherheit im Auto oder Flugzeug verantwortlich und steuern industrielle Produktionsanlagen, Geräte der Medizintechnik und vieles mehr“, so Prof. Polian. Zunehmend werden diese Eingebetteten Systeme untereinander oder mit dem Internet vernetzt – Navigationsgeräte nutzen etwa Stauinformationen, die aus Handydaten anderer Nutzer gewonnen werden, zur optimalen Routenplanung. Mobile und eingebettete Systeme sind ein Wachstumsmarkt, der in Deutschland für etwa 19 Milliarden Euro Umsatz steht.


Damit die Absolventinnen und Absolventen bei Entwurf und Programmierung solcher Systeme die Bedürfnisse des späteren Anwenders immer im Blick haben, vermittelt der Studiengang auch Grundkenntnisse der Mensch-Maschine-Interaktion. „Dieser sozialwissenschaftliche Ansatz ist in einem derartigen Studiengang deutschlandweit eine Besonderheit“, erklärt Prof. Kreuzer. Gleichzeitig erkenne die Industrie in immer stärkerem Maße, dass die Bedienbarkeit von Systemen eine wesentliche Voraussetzung für die gesellschaftliche Akzeptanz technischer Innovationen ist. Der Bedarf an einschlägig qualifizierten Fachkräften werde in den nächsten Jahren daher weiter wachsen – gerade in der Region um Passau gebe es zahlreiche potentielle Arbeitgeber im Bereich eingebettete Systeme. „Nach dem Studium eröffnen sich sowohl regional als auch überregional attraktive Arbeitsmöglichkeiten“, so Prof. Kreuzer.


Mit dem Studiengang „Mobile und eingebettete Systeme“ setzt die Universität Passau einen weiteren Baustein des Konzepts „Technik Plus“ um. So werden die zusätzlichen Studienplätze im Wesentlichen von drei dank „Technik Plus“ hinzugekommenen Lehrstühlen für Dynamische Systeme, Sensorik und Complex Systems Engineering getragen. Die Besetzungsverfahren laufen in Kürze an und sollen möglichst noch in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen werden. Der Bachelor-Studiengang „Mobile und eingebettete Systeme“ ist ein erster Schritt. Weitere zusätzliche Studienangebote sind in Planung.

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