Großanlagenbau 2014: Stagnation und fehlende Planungssicherheit

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Großanlagenbau 2014: Stagnation und fehlende Planungssicherheit

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2013: Bestellungen stiegen um drei Prozent auf 21,2 Milliarden Euro / Druck zur Internationalisierung erhöht / Nachfrage aus den Industrieländern wächst – USA größter Markt / Uneinheitliche Entwicklung in den Schwellenländern / Exportfinanzierung: Dringender politischer Handlungsbedarf /2014: Stabile Auftragseingänge erwartet

Die Mitgliedsfirmen der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau im Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (AGAB) erzielten 2013 Bestellungen in Höhe von 21,2 Milliarden Euro, drei Prozent mehr als im Vorjahr (2012: 20,5 Milliarden Euro). Dabei hat sich im Großanlagenbau die grundlegende Veränderung der Rahmenbedingungen fortgesetzt.

„Kunden verlangen zunehmend die Übernahme der Gesamtverantwortung, die Zahl der mittelgroßen Vorhaben geht tendenziell zurück, Megaprojekte werden häufiger, die Konkurrenz durch asiatische Anlagenbauer wächst enorm“, sagte Helmut Knauthe, Sprecher der AGAB und Chief Technology Officer der ThyssenKrupp Industrial Solutions AG, anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Lageberichts in Frankfurt. Die Herausforderungen im globalen Projektgeschäft heißen zusammen gefasst: international wettbewerbsfähige Preise, kürzere Abwicklungszeiten und globale Ausrichtung der Projektrealisierung und Leistungserbringung. Dies erhöht den Druck zur Internationalisierung für den Großanlagenbau beträchtlich.

Fehlende Planungssicherheit im Inland

Während in diesem Umfeld die Auslandsnachfrage stagnierte, stiegen die Bestellungen aus dem Inland um 15 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro (2012: 3,9 Milliarden Euro). Diese Belebung ist jedoch ausschließlich auf Großaufträge für Windparks zurückzuführen. „Die Wende in der deutschen Energiepolitik, die zu einem massiven Ausbau von Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung geführt hat, lässt die Betreiber fossiler Kraftwerke hingegen vor Investitionen zurückschrecken“, stellte der AGAB-Sprecher fest.

„Sie benötigen dringend Planungssicherheit. Wesentliche Schritte hierzu sind die schnelle und europarechtlich abgesicherte Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sowie die Entwicklung eines nachhaltigen Strommarktdesigns.“

Industrieländer im Aufschwung – USA mit Rekordbestellungen

Das absolute Volumen der Auslandsaufträge lag bei 16,7 Milliarden Euro (2012: 16,6 Milliarden Euro). Vor allem in den Industrieländern gab es eine spürbare Belebung. So führten durch den Schiefergasboom in den USA ausgelöste Projekte in der chemischen Industrie und im Energiesektor zu einem neuen Auftragsrekord im Nordamerika-Geschäft. Aus Westeuropa meldeten die AGAB-Mitglieder erstmals seit 2008 wieder steigende Bestellungen.

Knauthe: „Ermutigend war hierbei die Tatsache, dass auch aus den Euro-Krisenländern wieder Großaufträge gemeldet wurden.“ Exemplarisch hervorzuheben sind die Lieferungen von metallurgischen Großanlagen nach Portugal und Griechenland.

Gemischte Entwicklung in den Schwellenländern

Demgegenüber setzte sich die Verschiebung der Nachfrage in die Schwellenländer nicht weiter fort. Währungsturbulenzen, Leistungsbilanzkrisen und politische Konflikte führten in einigen Regionen zu einer Eintrübung der wirtschaftlichen Lage. Der deutsche Großanlagenbau spürte dies 2013 vor allem in Nordafrika, Südamerika, Osteuropa und im Nahen Osten. Hingegen zählten China und Indien mit Bestellungen von jeweils über einer Milliarde Euro weiterhin zu den Kernabsatzmärkten der Branche. Der industrielle Nachholbedarf ist dort offenbar ungebrochen und fand seinen Niederschlag in rund 40 Großaufträgen für Kraftwerke, Chemieanlagen und Stahlfabriken.

Exportfinanzierung: Politische Gestaltung hält mit dem Tempo des internationalen Wandels nicht Schritt

Die Hermes-Deckungspolitik sollte den strukturellen Wandel im Anlagengeschäft praxisgerecht spiegeln, wenn deutsche Unternehmen weltweit ihre Rolle für den industriellen Ausbau von Infrastrukturen und zur Aufrechterhaltung der menschlichen Grundversorgung sowie beim Aufbau hochentwickelter  Industrieproduktionen behalten sollen. „Deutschen Anbietern im internationalen Großanlagengeschäft fehlen gerade für schwierige Projekte in der wichtigen Akquisephase schnelle und verbindliche Deckungszusagen“, stellte Knauthe fest. Zudem braucht es eine Neubewertung der Deckungswürdigkeit hoher ausländischer Liefer- und Leistungsanteile, die im Anlagenbau die Regel sind, weil Anlagen naturgemäß nur am Bestimmungsort im Ausland final errichtet werden können.

Arbeitsmarktpolitik im Fokus des Großanlagenbaus

In der Arbeitsmarktpolitik sind Regulierungsbestrebungen bei der Zeitarbeit sowie bei Werkverträgen zu beobachten. Dabei trägt jedoch gerade die Zeitarbeit maßgeblich dazu bei, den Anlagenbauern im zyklischen Projektgeschäft die notwendige Flexibilität zu geben, die erhalten bleiben sollte.

Ausblick 2014: Stagnation der Auftragseingänge erwartet

Die Markterwartungen im Großanlagenbau sind verhalten. Für 2014 geht die Branche von einer Stagnation der Auftragseingänge auf dem Niveau des Vorjahres aus. Während in einigen Schwellenländern – etwa in der Türkei, Indien, Brasilien und Südafrika – ein schwieriges Jahr bevor steht, bleiben die Perspektiven für Westeuropa und vor allem für die USA weiterhin positiv. In den hart umkämpften Märkten bietet das Servicegeschäft den Unternehmen dabei Chancen, ihr Prozess-Know-how auszuspielen und Umsätze über den Konjunkturzyklus zu stabilisieren. „Die Servicekompetenz stellt neben der Technologiekompetenz ein zusätzliches Differenzierungsmerkmal, vor allem gegenüber dem aufkommenden asiatischen Wettbewerb, dar“, stellte Knauthe fest. Spürbar steigende Bestellungen erwartet der AGAB-Sprecher frühestens 2015 oder sogar erst 201

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