Ingenieur entwickelt Motorrad-Rennsimulator

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Viele Ideen und technische Fortschritte werden aus einer Leidenschaft geboren, und der von Frédéric Nicolo entwickelte Motorrad-Rennsimulator ist keine Ausnahme. Nicolo ist Ingenieur für numerische und wissenschaftliche Berechnungen. Seine Liebe zu Motorrädern hat ihn dazu angeregt, sein eigenes Projekt zu starten, nachdem er feststellen musste, dass es keine Motorrad-Simulatoren gab, die das gleiche Niveau erreichen, wie Fahrsimulatoren für Autos. 

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Viele Ideen und technische Fortschritte werden aus einer Leidenschaft geboren, und der von Frédéric Nicolo entwickelte Motorrad-Rennsimulator ist keine Ausnahme. Nicolo ist Ingenieur für numerische und wissenschaftliche Berechnungen. Seine Liebe zu Motorrädern hat ihn dazu angeregt, sein eigenes Projekt zu starten, nachdem er feststellen musste, dass es keine Motorrad-Simulatoren gab, die das gleiche Niveau erreichen, wie Fahrsimulatoren für Autos.

Mit MapleSim, dem Modellierungs- und Simulationswerkzeug von Maplesoft, ist es ihm gelungen, einen solchen Simulator zu entwickeln, der die besonderen Eigenschaften von Motorrädern berücksichtigt. „Motorradrennen haben ein wesentlich kleineres Publikum, es gibt nur wenige Motorradhersteller, und die Investitionen in Forschung und Entwicklung sind im Vergleich zur Automobilindustrie gering“, sagte er. „Physikalische Phänomene bei Motorradrennen lassen sich in einem Simulator schwieriger nachbilden. Sie umfassen ein größeres Spektrum als bei Autos – beispielsweise Nick- und Rollbewegungen – und nur sehr wenige dieser Faktoren kann man ungestraft vernachlässigen oder einfach nur über den Daumen ermitteln.“

Physikalische Phänomene besser simulieren

Der Motorradfahrer benötigt eine Vielzahl von Informationen, um sein Motorrad unter optimalen Bedingungen zu bewegen. Die richtige Abstimmung zwischen Fahrer, Motorrad und Umgebung ist nur schwer zu simulieren. Nicolo machte sich daran, einen Motor-Rennsimulator zu entwickeln, um die physikalischen Phänomene bei Motorradrennen besser zu simulieren und sie für den Fahrer optimal im Simulator umzusetzen.

Um die vielen physikalischen Phänomene für dieses Projekt zu simulieren, brauchte er ein geeignetes Werkzeug zu ihrer Modellierung. Für die verschiedenen Teilgebiete, die bei der Entwicklung eines Rennsimulators berücksichtigt werden müssen, wird ein effektives Werkzeug benötigt, das schnelle, leicht skalierbare Multidomain-Modelle unterstützt. Bisher hatte Nicolo ein von ihm programmiertes Modell in C++ für die Motorradsimulationen eingesetzt. Das Erstellen eines Modells der Dynamik des Motorrads von Grund auf war für ihn eine sehr bereichernde Erfahrung. Es hatte jedoch, besonders bei der erreichbaren Genauigkeit und der Skalierbarkeit des Modells, seine Grenzen. „Einige Zeit danach habe ich MapleSim kennengelernt, und ich fand heraus, dass es bei der physikalischen Modellierung die Leistung bietet, die für derartige Experimente erforderlich ist“, erklärte Nicolo. „Ich erhielt Zugang zu einer Demoversion von MapleSim und während dieser Testphase gewann ich die Gewissheit, dass MapleSim – aus der Sicht der physikalischen Modellierung, der Leistung und der Interoperabilität des erzeugten Codes – die Lösung für meine vielen Anforderungen sein würde. Der aus einem MapleSim-Modell erzeugte Code ist ohne Lizenzgebühren einsetzbar, es gibt keine proprietären Bibliotheken, und der Anwender kann digitale Modelle entwickeln, die sich nahtlos in viele Echtzeitumgebungen einbinden lassen.“

Dynamik des Motorrads

Ein großer Teil der Arbeit am Simulator gilt der Berechnung der Dynamik des Motorrads, um eine solide und realistische Grundlage für die Simulation seines Verhaltens zu schaffen. Das Projekt umfasst die folgenden Elemente:

  • Erfassung der Interaktionen zwischen Fahrer und Motorrad;
  • Physikalische Modellierung und Simulation des Fahrers, des Motorrads und seiner Umgebung;
  • Einsatz der Ergebnisse der Modellierung, um für den Fahrer im Simulator eine realistische Erfahrung zu erzeugen
  • Beschreibung und 3D-Visualisierung der virtuellen Umgebung, in der Fahrer und Motorrad unterwegs sind
  • Einbindung eines Audiosystems in die virtuelle Welt

Nicolo hatte schon Erfahrung mit der Modelliersprache Modelica, und die Tatsache, dass MapleSim Modelica verwendet, hat die Entwicklung eines Modells für die Dynamik des Motorrads, das diese Elemente beinhaltet, wesentlich erleichtert. Seine Modelle bestehen aus Elementen, die mit den MapleSim Multibody- und 1D-Mechanik-Bibliotheken entwickelt worden sind, Elementen, die in C++ entwickelt worden waren und in MapleSim eingebunden wurden, und einer in MapleSim entwickelten Servomotorsteuerung. Er testete die Integration einer Reihe schon früher in C++ erstellter Module und optimierte mit einigen Anpassungen den erzeugten Code, um effiziente und skalierbare ausführbare Dateien zu erhalten. „Das Modell für die Dynamik des Motorrads ließ sich in Echtzeit mit festen Schritten von 200 µs auf einer handelsüblichen Rechnerkonfiguration mittlerer Leistung erfolgreich ausführen“, fügte er hinzu.

Modell nach dem Kompilieren direkt auf dem Simulator ausführbar

Die Modelle umfassen eine Reihe verschiedener Domains. Dazu gehören Kommunikationselemente wie Ethernet-Module, und Komponenten wie eine Treiberkarte, die benötigt wird, damit der Code auf der Simulationsplattform für das Motorrad ausgeführt werden kann“, erläuterte Nicolo. „Ziel war es, ein MapleSim-Modell zu entwickeln, das sich nach dem Kompilieren direkt auf dem Simulator ausführen lässt.“ „MapleSim bietet als Plattform zur Modellintegration – der Kombination von Modellen aus einer Reihe verschiedener technischer Bereiche – reale Vorteile, da MapleSim Modelica unterstützt und externer C-Code in die MapleSim-Modelle eingebaut werden kann.“

Der Einsatz der MapleSim-Anwendung zur Code-Erzeugung war für Nicolo ein wichtiger Schritt, denn so kann er ausführbaren Code erzeugen, um das gesamte Motorrad neu zu konfigurieren, ohne dass er dazu das Modell in MapleSim neu erzeugen muss. Das Analysefenster von MapleSim kombiniert bei der Bearbeitung simulierter Daten zwei komplementäre Ansätze. Dazu gehört ein erster qualitativer Ansatz, der schnell ausgeführt werden kann, indem die Ergebnisse als 3D-Video dargestellt werden. „Mit dieser Funktion kann man die Informationen schnell verarbeiten und entweder entscheiden, das Testszenario und die Modellierung nochmals zu überarbeiten oder mit einem detaillierteren Ansatz und der Analyse der Simulationsergebnisse fortzufahren“, so Nicolo. „Auch hier wird der quantitative Ansatz durch die in MapleSim verfügbaren Werkzeuge wesentlich vereinfacht. Auch der Vergleich der Ergebnisse verschiedener Simulationen ist eine sehr interessante Funktion. Die Nachbearbeitung der berechneten Daten und die Entwicklung der Modelle werden durch diese Werkzeuge wesentlich erleichtert.“

Weitere Funktionen für Simulatorprojekt geplant

Nicolo schätzt besonders, dass sein Projekt weiterhin von MapleSim profitieren kann, wenn sein Motorradsimulator komplexer wird und genauere Modelle enthält. Für die Zukunft plant er, MapleSim für noch mehr Funktionen in seinem Simulatorprojekt einzusetzen. Dazu gehören die Datenerfassung und Verarbeitung, die Bemessung der mechanischen Komponenten und der Aktuatoren an der Simulationsplattform und die Entwicklung der Regelschleifen für die Aktuatoren des Simulators.

„In dem Maß, wie sich der Simulator weiterentwickelt, wird er noch mehr Funktionen mit noch größerer Genauigkeit ausführen können. Die Lösung mit MapleSim bietet effektive Werkzeuge, um die Systemleistung des Motorradsimulators weiter voranzubringen“, sagte Nicolo. „Der Erfolg dieses Projekt ist erst mit den zahlreichen Werkzeugen und Fähigkeiten von MapleSim möglich geworden.“

Bild: Der französische Ingenieur Frédéric Nicolo hat die Werkzeuge zur Modellierung und Codeerzeugung von MapleSim bei der Entwicklung seines Motorrad-Rennsimulators eingesetzt.

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