Innovation: Schweiz vorn, China erstmals in den Top 20

Im Global Innovation Index (GII), jährlich von Cornell University, INSEAD, World Intellectual Property Organization (WIPO) und GII Knowledge Partners erhoben, kommt China erstmals unter die besten 20, die Schweiz verteidigt den ersten Rang.

Unter den Top Ten im GII 2018 finden sich außerdem die Niederlande, Schweden, Großbritannien, USA, Finnland, Dänemark, Deutschland und Irland.

Der GII bewertet 126 Ökonomien auf der Basis von 80 Indikationen, von den Patenteinreichungen über die Entwicklung mobiler Applikationen, die Ausgaben für Bildung bis hin zu wissenschaftlichen und technischen Publikationen.

Eine Reihe von Ökonomien mit mittlerer und geringer Wirtschaftsleistung erweisen sich als innovativer, als es ihr Entwicklungsniveau jeweils vermuten ließe. Diese Gruppe rekrutiert sich aus 20 Ländern, das sind drei mehr als im vergangenen Jahr. Afrika südlich der Sahara ist mit sechs dieser Aufsteiger präsent, nämlich Kenia, Ruanda und Südafrika, Osteuropa mit fünf.

Indonesien, Malaysia (35), Thailand (44) und Vietnam (45) steigen weiter auf und kommen den Innovationskraftwerken wie China, Japan, Singapur und Südkorea allmählich näher. Malaysia liegt noch am ehesten in Sichtweite der Spitzengruppe.

Neu im GII sind:

  • eine erweiterte Übersicht zu herausragenden Wissenschafts- und Technologie-Clustern, und fügt wissenschaftliche Publikationen zu internationalen Patenteinreichungen hinzu, um Umgebungen mit besonders intensiver Innovation hervorzuheben. Hier marschieren die Regionen um Tokio-Yokohama und Shenzhen-Hong Kong an vorderster Front, während die USA andererseits mit den meisten dieser Hotspots aufwarten können.
  • ein neues „IPC Green Inventory“ zeigt die dahinschmelzende Wachstumsrate von umwelt- und energiebezogenen Patenten
  • ein umfassenderer Blick auf die Innovationseffizienz: wie verwandeln sich Investitionen in Ausbildung, Forschung und Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Innovationen? Hier rangieren die Schweiz, Luxemburg, China, die Niederlande, die Ukraine, Moldawien, Malta, Ungarn, Deutschland und Schweden an der Spitze.
  • ein neuer Indikator für die Entwicklung mobiler Apps, der Zypern, Finnland und Litauen als Weltmarktführer ausweist, was die Ratio von Entwicklungsausgaben zum BIP betrifft.
  • das übergreifende Thema der diesjährigen Ausgabe lautet: "Energizing the World with Innovation". Es steht für die Notwendigkeit, angesichts des wachsenden weltweiten Energieverbrauchs klimafreundliche, grüne Technologien zu ermöglichen und zu erfinden.

Nordamerika

Nordamerika hält zwei der Top-20-Positionen mit den Volkswirtschaften der USA und Kanadas. Die Vereinigten Staaten rangieren neu auf dem 6. Platz und verlieren damit zwei Ränge. Das sei auf Veränderungen des Modells zurückzuführen. Absolut gesehen, leisten die USA den größten Beitrag zu wichtigen Innovationen, was die Investitionen in Forschung und Entwicklung und die Ergebnisse betrifft, und gemessen an der Zahl der Forscher, Patente und wissenschaftlichen Publikationen müssen sie lediglich China den Vortritt lassen. Zum dritten Mal in Folge verweisen die Universitäten der USA jene Englands auf die Plätze mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT), Stanford und der Harvard University an der Spitze. Kanada mit Pluspunkten bei Unternehmensgründungen und Wagniskapital belegt den 18. Rang.

Europa

Europa stellt elf der Top 20-Volkswirtschaften, darunter mit der Schweiz, den Niederlanden und Schweden die drei besten. Die Schweiz kann den Spitzenrang bereits zum achten Mal verteidigen. Die Stärken des Landes zeigen sich in den Indikatoren in den Bereichen Patente und geistiges Eigentum und in der High-Tech- und Medium-High-Tech-Fertigung, den Ausgaben für Forschung und Entwicklung und der Qualität der Hochschulen.

Die Niederlande zeichnen sich durch einen starken, vernetzten und durch Exporte von IP-Lizenzen internationalisierten Business-Sektor aus, der gut mit den Universitäten zusammenarbeitet.

Schweden behält den ersten Rang bei Patenteinreichungen, die über die den Patent Cooperation Treaty (PCT) gelistet werden. Zur guten Platzierung tragen außerdem die Ideen für Online-Anwendungen bei.

Südostasien, Ostasien, Ozeanien

Alle Volkswirtschaften in dieser Region sind unter den ersten 100 vertreten, wobei Singapur (5), Korea (12) und Japan (13) am besten abschneiden.

Singapur kann mit effektiver Verwaltung, Rechtssicherheit und Direktinvestitionen im Ausland punkten. Hinzu kommen politische Stabilität, Marktkapitalisierung, Direktinvestitionen aus dem Ausland, High-Tech- und Medium-High-Tech-Fertigung und Netto-Exporte von High-Tech-Gütern.

Zentral- und Südasien

In dieser Region behält Indien den Spitzenrang und steigt um drei Plätze neu auf Platz 57. Der Iran und Kasachstan folgen dahinter. Unter den Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen kommt Indien auf Platz 5 mit hohem Produktivitätswachstum, dem Export von Informations- und Kommunikationstechnik und Dienstleistungen.

Nordafrika and Westasien

Hier liegen Israel (11), Zypern (29) und die Vereinigten Arabischen Emirate vorn. Israel ist führend, geht es um die Anzahl der Forscher, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Vermittlung von Wagniskapital, dem Talent-Scouting im Geschäftsumfeld und dem Export von Dienstleistungen in der Informations- und Kommunikationstechnik.  

Lateinamerika und Karibik

Chile belegt Platz 47 und zeichnet sich durch Rechtssicherheit, den Zugang zu Hochschulen, Kreditvergabe, Weiterbildungsmöglichkeiten in Unternehmen, dem Entwickeln neuer Geschäftsfelder und ausländische Direktinvestitionen aus.

Mit Platz 64 in diesem Jahr konnte Brasilien, die größte Volkswirtschaft der Region, gegenüber 2017 fünf Ränge Boden gut machen. Die Analysten loben die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die Qualität der wissenschaftlichen Publikationen und der Hochschulen und den Außenhandel mit High-Tech-Gütern.

Afrika südlich der Sahara

Hier steht Südafrika mit Stärken unter anderem im Bereich Kreditvergabe, Marktkapitalisierung, Zusammenarbeit von Industrie und Forschung und Cluster-Entwicklung an der Spitze (58). Besonders hervorgehoben wird die verbesserte Qualität wissenschaftlicher Studien an den Universitäten in Kapstadt, Witwatersrand und Stellenbosch.

Bild: Der GII bewertet 126 Ökonomien auf der Basis von 80 Indikationen, von den Patenteinreichungen über die Entwicklung mobiler Applikationen, die Ausgaben für Bildung bis hin zu wissenschaftlichen und technischen Publikationen. Quelle: GII 2018

Links: 

Global Innovation Index 2018: http://www.globalinnovationindex.org

Cornell University: http://www.cornell.edu

INSEAD Europe: https://www.insead.edu

World Intellectual Property Organization (WIPO): http://www.wipo.int/about-wipo/en

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