IT-Innovationen – ein Weg aus der Krise

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Der Einsatz innovativer Technologien insbesondere aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnik sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung können Wege aus der Krise sein. Das machte die Fraunhofer-Gesellschaft bei der Eröffnung der CeBIT in Hannover deutlich.

Viele Unternehmen setzen trotz der Finanzkrise auf Innovationen. Sie wollen so ihre Wettbewerbssituation mittel- bis langfristig ausbauen – das hat eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags DIHK ergeben. Demnach wollen 47 Prozent der befragten Unternehmen in diesem Jahr ihre Innovationstätigkeit steigern. Ihre Ausgaben für Forschungs- und Entwicklung zu erhöhen, das planen 42 Prozent.

Diese Entwicklung macht sich auch in der Fraunhofer-Gesellschaft bemerkbar. "Im Moment haben wir sogar mehr Aufträge aus der Wirtschaft als im Vorjahr. Allerdings hat sich die Art der Aufträge geändert. Die Firmen wollen jetzt sehr schnell marktfähige Lösungen. Unsere Arbeiten sollen bereits in diesem oder spätestens im kommenden Jahr Erfolge zeigen", sagt Bullinger.

Allerdings hemmt der Fachkräftemangel das weitere Vorantreiben von Innovationen am Standort Deutschland. Von den in der DIHK-Studie befragten Unternehmen sehen 56 Prozent darin ein großes Problem. Auch die Fraunhofer-Gesellschaft braucht neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um die Forschungsprojekte bewältigen zu können. "Wir brauchen junge, kreative und motivierte Informatiker, Naturwissenschaftler und Ingenieure, um Zukunftsmärkte erschließen zu können. Nur wenn wir rasch mit Innovationen neue Werte schaffen, kommen wir zügig aus dem wirtschaftlichen Tal", betont Prof. Bullinger.

Die Wirtschaftkrise erhöht zunehmend auch den Kostendruck auf die Unternehmen. Sie müssen noch schlanker und leistungsfähiger werden. "Innovative Lösungen aus der Informations- und Kommunikationstechnik können den Firmen helfen, Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten, Kostentreiber aufzuspüren und die Qualität zu steigern", sagt Prof. Dieter Rombach, Vorsitzender des Fraunhofer-Verbunds für Informations- und Kommunikationstechnik IuK. Eine Umfrage des BITKOM hat ergeben, dass immer mehr Firmen IT- und Geschäftsprozesse auslagern wollen. Hier soll der Umsatz um 7,2 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro in diesem Jahr steigen. Serviceorientierte Architekturen (SOA) unterstützen das Outsourcing und ermöglichen, Geschäftsprozesse durch eine flexible IT schneller an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.

Ein weiteres wirksames Instrument, Kosten zu senken, ist das Cloud Computing. Mit Hilfe des Cloud Computings können Unternehmen auf externe Hardwarekapazitäten wie Speicher oder Rechnerleistung zugreifen. Mehr als die Hälfte der CIOs sieht in Cloud Computing eine Möglichkeit zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit ihres Unternehmens, so eine weltweite Studie des Beratungshauses Avanade. Zugleich haben aber auch vier von fünf Unternehmen in Deutschland noch Sicherheitsbedenken und befürchten, die Kontrolle über ihre Daten und Systeme zu verlieren. "Gerade beim sicheren Umgang mit kritischen Daten in verteilten Systemen gibt es noch großen Forschungs- und Entwicklungsbedarf", weiß Prof. Dieter Rombach.

Zu einem Kostentreiber haben sich in den vergangenen Jahren vor allem die Energiepreise entwickelt. Die größten Energieverbraucher in vielen Unternehmen sind Rechenzentren und Server-Räume – ihr Anteil am Gesamtverbrauch beträgt bis zu 60 Prozent. Der Stromverbrauch von Servern und Rechenzentren in Deutschland wird in diesem Jahr mehr als 10 TWh betragen, so die Berechungen des Instituts für Innovation und Nachhaltigkeit, Borderstep Institut. Das bedeutet Stromkosten in Höhe von etwa 1,1 Milliarden Euro. IT-Konzepte wie Virtualisierung ermöglichen es, die Ressourcen von Computern und Rechenzentren besser zu nutzen. Außerdem helfen moderne, energieeffiziente Rechenzentren, die Energiekosten eines Betriebs massiv zu senken.

Ein wichtiger IT-Trend in diesem Jahr ist nach wie vor Mobilität. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI arbeiten mit an der Entwicklung von neuen Infrastrukturen drahtloser Breitbandnetze. Der UMTS-Nachfolger "LTE" wird bereits in einem Feldversuch in Berlin getestet. Eine einzigartige Möglichkeit an der Entwicklung neuer Ortungssysteme auf WLAN-Basis mitzuwirken sowie neue Produkte und Dienstleistungen zu testen, bietet das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS. Es stellt in Nürnberg die Technologie zur Lokalisierung auf einer Fläche von 25 Quadratkilometern zur Verfügung. In einem offenen Konsortium können interessierte Unternehmen ortsabhängige Dienste entwickeln und unter realen Bedingungen untersuchen.

Ein wichtiger Aspekt des Konjunkturpakets ist der Bereich Informations- und Kommunikationstechnik. Etwa 500 Millionen Euro will die Bundesregierung in IT-Projekte investieren, wie zum Beispiel die einheitliche Behördennummer 115 und den elektronischen Personalausweis. Ein Ziel des elektronischen Personalsausweises ist es, den Handel im Internet sicherer zu machen. Bereits im kommenden Jahr soll der e-Ausweis eingeführt werden. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT arbeiten an dem Projekt mit. Ihre Aufgabe ist es, unter anderem die auf dem Ausweis gespeicherten Daten vor Missbrauch zu schützen. Erste Ergebnisse stellen die Forscher auf der CeBIT vor.

"Mit Hilfe von IT-Innovationen lassen sich nicht nur Geschäftsprozesse effizienter gestalten. Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien eröffnen auch die Chance, neue Produkte und Services wie zum Beispiel innovative mobile Anwendungen zu entwickeln und damit neue Märkte zu erschließen", sagt Prof. Rombach. Wichtig sei es darüber hinaus, auch weiterhin in Forschung und Entwicklung zu investieren, sagt Bullinger. Nur dann könne man, wenn die Wirtschaft wieder anzieht, mit innovativen Produkten überzeugen. "Im nächsten Konjunkturzyklus stehen die Unternehmen besonders gut da, die sich jetzt vorbereiten. Und dazu werden auch viele deutschen Firmen gehören", erwartet der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Weitere Informationen www.fraunhofer.de

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